Offene Bildungsmaterialien (OER) eröffnen große Chancen für die Religionspädagogik: Sie ermöglichen Teilhabe, fördern digitale Kompetenzen und stärken eine offene, kollaborative Bildungskultur. Auch in der Religionspädagogik wächst die Bedeutung offener Lehr- und Lernmaterialien, insbesondere vor dem Hintergrund digitaler Transformationsprozesse und KI-gestützter Erstellungsmethoden. Mit dieser Dynamik stellt sich immer dringlicher die Frage: Woran lässt sich gute Qualität in religionsbezogenen <!-- FM: würde das religionspädagogischen streichen, weil es ja eher um die Perspektive der Relpäd geht?! aber vielleicht auch nur eine Spitzfindigkeit von mir --> OER aus religionspädaogischer Perspektive erkennen – und wie kann sie nachhaltig gesichert werden?
Während allgemeine OER-Qualitätsmodelle wertvolle Orientierung bieten, berücksichtigen sie fachspezifische Besonderheiten religiöser Bildungsprozesse nur bedingt. Das FOERBICO-Projekt setzt genau hier an und entwickelt praxisnahe, wissenschaftlich fundierte und community-orientierte Qualitätskriterien, die speziell für den schulischen, hochschulischen und außerschulischen religionspädagogischen Kontext konzipiert wurden.
Mehr dazu: [Offenheit ist kein Gegensatz zu Qualität. Religionspädagogische Qualitätskriterien für OER](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/)
### Die FOERBICO-Handreichung – Entstehung & Zielsetzung
4. Konkrete Qualitätsberatungen und Erprobung im Rahmen laufender Projekte, u.a. in den Projekten [TiRU – Tablets im Religionsunterricht](https://oer.community/digitale-offenheit-braucht-tiefe/) sowie [M@ps](https://oer.community/oer-beratung-und-qualit%C3%A4tskriterien/) der Professur für Religionspädagogik und Mediendidaktik der Goethe-Universität Frankfurt
Die Handreichung versteht Qualität nicht als starres Prüfschema, sondern als reflexiven Aushandlungsprozess. Sie soll Materialerstellende unterstützen, eigene OER qualitätsbewusst zu entwickeln, bestehende Materialien kritisch einzuschätzen und weiterzuentwickeln sowie religionspädagogische Kriterien transparent einfließen zu lassen.
Die **vollständige Checkliste** steht als [offen lizenzierte Markdown-Datei (CC BY 4.0)](https://git.rpi-virtuell.de/Comenius-Institut/FOERBICO_und_rpi-virtuell/src/branch/main/qualitaetskriterien/handreichung-qualitaetskriterien.md) zur Verfügung und kann für Lehre, Materialerstellung und Evaluation direkt genutzt werden. Sie ist als lebendiges Dokument angelegt und wird fortlaufend aktualisiert – basierend auf Feedback, Forschung und Praxiserfahrungen.
Rechtssichere OER benötigen transparente Lizenzangaben, korrekte Quellen und einen bewusst reflektierten Umgang mit geschützten Inhalten – auch bei KI-generierten Materialien.
🧑💻 **Technische Qualität**
OER müssen langfristig zugänglich, barrierearm und interoperabel sein. Offene Formate, Metadaten, Exportierbarkeit und barrierefreie Gestaltung sind hierfür zentral.
🧑🏫 **Pädagogisch-didaktische Qualität**
Qualitative OER ermöglichen zielgruppenorientiertes Lernen, klare Strukturierung, Differenzierung und vielseitige Nutzungsszenarien. Sie regen eigenständiges Denken, Reflexion und Transfer an.
⛪ **Religionspädagogische Qualität**
OER im Religionsunterricht benötigen fachliche Fundierung: Subjektorientierung, Pluralitätsfähigkeit, Elementarisierung sowie Perspektiven für biblisches, ästhetisches oder interreligiöses Lernen. Sie sollen religiöse Deutungsprozesse sichtbar machen und kritisch-reflexiv begleiten.
### Praxisbeispiele: Qualitätsentwicklung in den Projekten TiRU & M@PS
Die Projekte [TiRU – Tablets im Religionsunterricht](https://moodle-connect.s.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/moodle/course/view.php?id=39) und [M@PS – Medienkompetenz erweitern, Persönlichkeit stärken](https://moodle-connect.s.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/moodle/course/view.php?id=57) der Professur für Religionspädagogik und Mediendidaktik der Goethe-Universität Frankfurt verbinden theologische Reflexion, mediendidaktische Kompetenz und digitale Bildung. Die entwickelten OER wurden im Rahmen von FOERBICO systematisch beraten und mit der Checkliste weiterentwickelt.
TiRU und M@PS fungieren damit als Modellprojekte, die zur Schärfung der Kriterien beigetragen haben und zeigen, wie Qualität in OER bereits im Entwicklungsprozess verankert werden kann.