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# Können OEP partizipatives Lernen und Demokratiebildung fördern? # Können OEP partizipatives Lernen und Demokratiebildung fördern?
Unter dem Motto "OEP & Demokratiebildung" fand sich das Netzwerk [Theologie und Hochschuldidaktik](https://www.dghd.de/community/netzwerke/netzwerk-theologie-und-hochschuldidaktik/) vom 30.-31. März 2026 in Münster zusammen. Damit sollte der gedankliche Faden des letztjährigen Tagung mit dem Fokus auf OER aufgenommen, aber im größeren Kontext der offenen Bildungspraktiken verortet werden. Unseren Artikel über die letztjährige Tagung könnt ihr [hier](https://oer.community/oer-meets-fachdidaktik/) nachlesen. Unter dem Motto "OEP & Demokratiebildung" fand sich das Netzwerk [Theologie und Hochschuldidaktik](https://www.dghd.de/community/netzwerke/netzwerk-theologie-und-hochschuldidaktik/) vom 30.-31. März 2026 in Münster zusammen. Damit sollte der gedankliche Faden der letztjährigen Tagung mit dem Fokus auf OER aufgenommen, aber im größeren Kontext der offenen Bildungspraktiken verortet werden. Unseren Artikel über die letztjährige Tagung könnt ihr [hier](https://oer.community/oer-meets-fachdidaktik/) nachlesen.
Das Ziel offener Bildungspraktiken spiegelte sich in der Tagungsorganisation wieder, die bei Benedict Schöning (Universität Duisburg-Essen), Ludger Hiepel (Universität Münster) und Laura Mößle vom FOERBICO Team lag: So waren die Beiträge offen und partizipativ angelegt, ein frei zugängliches [Miro-Bord](https://miro.com/app/board/uXjVJB_19W8=/?share_link_id=715222657350) führte schon im Vorfeld auf die Tagung hin, während der Tagung durch das Programm und ermutigte auf diese Weise zur offenen Teilhabe. Das Ziel offener Bildungspraktiken spiegelte sich in der Tagungsorganisation wider, die bei Benedict Schöning (Universität Duisburg-Essen), Ludger Hiepel (Universität Münster) und Laura Mößle vom FOERBICO-Team lag: So waren die Beiträge offen und partizipativ angelegt, ein frei zugängliches [Miro-Bord](https://miro.com/app/board/uXjVJB_19W8=/?share_link_id=715222657350) führte schon im Vorfeld auf die Tagung hin, während der Tagung durch das Programm und ermutigte auf diese Weise zur offenen Teilhabe.
## Klassismussensible Hochschulbildung ## Klassismussensible Hochschulbildung
@ -110,7 +110,7 @@ Disziplinübergreifend wurde noch in weiteren Workshops ausgelotet, wie offene B
Der Community-Abend verschob den Fokus bewusst vom theoretischen Sprechen über OEP hin zu offenen Formen gemeinsamer Praxis. In diesem Format konnten die Teilnehmenden eigene OER und Seminarideen einbringen und im Austausch weiterentwickeln. Der Community-Abend verschob den Fokus bewusst vom theoretischen Sprechen über OEP hin zu offenen Formen gemeinsamer Praxis. In diesem Format konnten die Teilnehmenden eigene OER und Seminarideen einbringen und im Austausch weiterentwickeln.
Es entstanden auch spontane Arbeitsgruppen, etwa zu Fragen der Selbstorganisation und des Wissensmanagements mit der markdownbasierten Notiz- und Wissensmanagementsoftware [Obsidian](https://obsidian.md/). Hierbei stellte das FOERBICO-Team Erfahrungen mit offenen Arbeitspraktiken bereit. Auch kollaborative Tools wie [Git](https://git.rpi-virtuell.de/) und Pads von [HedgeDoc](https://hedgedoc.org/) wurden erprobt und hinsichtlich ihrer Potenziale reflektiert. Es entstanden auch spontane Arbeitsgruppen, etwa zu Fragen der Selbstorganisation und des Wissensmanagements mit der markdownbasierten Notiz- und Wissensmanagementsoftware [Obsidian](https://obsidian.md/). Hierbei stellte das FOERBICO-Team Erfahrungen mit offenen Arbeitspraktiken bereit. Auch kollaborative Tools wie [Git](https://git.rpi-virtuell.de/) und Pads von [HedgeDoc](https://hedgedoc.org/) wurden erprobt und hinsichtlich ihrer Potenziale reflektiert.
Auch die im FOERBICO Projekt erarbeiteten [Qualitätskriterien](https://oer.community/qualitaet/) wurden vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Sie dienen als praxisnahe Orientierungsfolie, um die Überarbeitung und Qualitätsentwicklung von OER-Materialien zu unterstützen. Auch die im FOERBICO-Projekt erarbeiteten [Qualitätskriterien](https://oer.community/qualitaet/) wurden vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Sie dienen als praxisnahe Orientierungsfolie, um die Überarbeitung und Qualitätsentwicklung von OER-Materialien zu unterstützen.
Die Diskussion zeigte, dass sich Qualitätsfragen nicht auf technische oder formale Aspekte reduzieren lassen, sondern immer auch didaktische, inhaltliche und machtkritische Dimensionen umfassen. Besonders die Gespräche über Zugangsvoraussetzungen und technische Barrierefreiheit verdeutlichten, wie zentral diese Aspekte für eine inklusive Gestaltung von OER sind. Die Diskussion zeigte, dass sich Qualitätsfragen nicht auf technische oder formale Aspekte reduzieren lassen, sondern immer auch didaktische, inhaltliche und machtkritische Dimensionen umfassen. Besonders die Gespräche über Zugangsvoraussetzungen und technische Barrierefreiheit verdeutlichten, wie zentral diese Aspekte für eine inklusive Gestaltung von OER sind.
Der Community-Abend machte deutlich, dass sich OEP insbesondere in konkreten Praktiken des Teilens und gemeinsamen Weiterentwickelns entfalten. Weil [OEP nicht leicht zu definieren sind](https://oer.community/recap-foerbico-tagung-2026/), wird ihre Bedeutung am besten im Handlungsgeschehen und in kollaborativen Praktiken erfahrbar. Der Community-Abend machte deutlich, dass sich OEP insbesondere in konkreten Praktiken des Teilens und gemeinsamen Weiterentwickelns entfalten. Weil [OEP nicht leicht zu definieren sind](https://oer.community/recap-foerbico-tagung-2026/), wird ihre Bedeutung am besten im Handlungsgeschehen und in kollaborativen Praktiken erfahrbar.
@ -122,7 +122,7 @@ OER und OEP eröffnen mit ihrem Ansatz das Potenzial, bestehenden Ausgrenzungsst
Eine offene didaktische Haltung kann etablierte Lernmuster irritieren, da viele Studierende vor allem lehrendengesteuerte und stark vorstrukturierte Formen des Lernens kennen. Offene Bildungspraktiken zielen jedoch darauf, diese Routinen aufzubrechen und neue Formen der Partizipation und Wissensproduktion zu ermöglichen. Dies fordert die Hochschuldidaktik heraus: Partizipation von Studierenden erschöpft sich nicht nur in Referaten und Gruppenarbeiten, sondern bedeutet eine echte Beteiligung im gesamten Lehr- und Lernprozess. Eine offene didaktische Haltung kann etablierte Lernmuster irritieren, da viele Studierende vor allem lehrendengesteuerte und stark vorstrukturierte Formen des Lernens kennen. Offene Bildungspraktiken zielen jedoch darauf, diese Routinen aufzubrechen und neue Formen der Partizipation und Wissensproduktion zu ermöglichen. Dies fordert die Hochschuldidaktik heraus: Partizipation von Studierenden erschöpft sich nicht nur in Referaten und Gruppenarbeiten, sondern bedeutet eine echte Beteiligung im gesamten Lehr- und Lernprozess.
Offene Bildungspraktiken im Hochschulkontext stehen häufig strukturellen Widerständen entgegen, etwa restriktive Lizenzierungsvorgaben oder begrenzte zeitliche Ressourcen in der Vorbereitung und Durchführung von Lehre. Offene Bildungspraktiken im Hochschulkontext stehen häufig strukturellen Widerständen entgegen, etwa restriktive Lizenzierungsvorgaben oder begrenzte zeitliche Ressourcen in der Vorbereitung und Durchführung von Lehre.
Darüber hinaus impliziert Offenheit ein erhöhtes Maß an Transparenz, wodurch bestehende Machtverhältnisse oft überhaupt erst sichtbar werden. Gerade darin liegt jedoch ein großes Potenzial: OEP können dazu beitragen, die Wissensproduktion partizipativer zu gestalten. Zum Beispiel durch sog. [Open Text Books](https://open.umn.edu/opentextbooks), die mit CC-Lizenzen ausgestattet sind, damit Lernende die Lenrinhalte adaptieren und selbstständig weiterentwickeln können. Darüber hinaus impliziert Offenheit ein erhöhtes Maß an Transparenz, wodurch bestehende Machtverhältnisse oft überhaupt erst sichtbar werden. Gerade darin liegt jedoch ein großes Potenzial: OEP können dazu beitragen, die Wissensproduktion partizipativer zu gestalten. Zum Beispiel durch sog. [Open Text Books](https://open.umn.edu/opentextbooks), die mit CC-Lizenzen ausgestattet sind, damit Lernende die Lerninhalte adaptieren und selbstständig weiterentwickeln können.
Es geht nicht um die unmittelbar perfekte Umsetzung offener Bildungspraktiken, sondern vielmehr um eine schrittweise Transformation von Lehr- und Lernkulturen und letztlich um eine veränderte [Haltung](https://oer.community/open-ist-eine-haltung/) der Lehrenden und Lernenden. Es geht nicht um die unmittelbar perfekte Umsetzung offener Bildungspraktiken, sondern vielmehr um eine schrittweise Transformation von Lehr- und Lernkulturen und letztlich um eine veränderte [Haltung](https://oer.community/open-ist-eine-haltung/) der Lehrenden und Lernenden.