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type: LearningResource
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'Offen und doch wenig sichtbar? OER-Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien'
'Offen und doch schwer auffindbar? OER-Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien'
description: >-
Plattformen spielen eine wichtige, bisher jedoch wenig beachtete Rolle bei der Nutzung und Verbreitung von OER. Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen zur Distribution von Materialien, die jedoch nicht immer als OER gekennzeichnet sind und nicht durchgehend Inhalte für das Fach Religion anbieten. Der Beitrag gibt einen exemplarischen Überblick über Plattformen mit religionspädagogischen Bildungsmaterialien und ordnet diese hinsichtlich fachlicher Eignung und Zielgruppen ein.
Wie lassen sich Open Educational Resources finden? Dieser Beitrag erläutert die verschiedenen Plattformtypen der OER-Landschaft von Suchmaschinen über Repositorien und Referatorien bis hin zu fachspezifischen, religionspädagogischen Angeboten. Dabei wird aufgezeigt, wie Plattformlogiken, Metadaten und Formen der Qualitätssicherung die Auffindbarkeit, Nutzung und Weiterentwicklung offener Bildungsmaterialien beeinflussen und warum interoperable Infrastrukturen für die Zukunft von OER immer wichtiger werden.
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- givenName: Paula
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- Paula Xue Paschke
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title: 'Offen und doch wenig sichtbar? OER-Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien'
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Plattformen sind zentral für die Verbreitung von OER, wurden bisher jedoch wenig beachtet. Der Beitrag gibt einen exemplarischen Überblick über Plattformen mit religionspädagogischen Materialien und bewertet deren fachliche Eignung sowie Zielgruppen.
Wie lassen sich Open Educational Resources finden? Dieser Beitrag erläutert die verschiedenen Plattformtypen der OER-Landschaft von Suchmaschinen über Repositorien und Referatorien bis hin zu fachspezifischen, religionspädagogischen Angeboten. Dabei wird aufgezeigt, wie Plattformlogiken, Metadaten und Formen der Qualitätssicherung die Auffindbarkeit, Nutzung und Weiterentwicklung offener Bildungsmaterialien beeinflussen und warum interoperable Infrastrukturen für die Zukunft von OER immer wichtiger werden.
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tags:
- Open Educational Resources (OER)
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- Metadaten
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Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP) stehen für das Anliegen, öffentlich finanzierte Bildungsangebote im formalen Bildungssystem breiter zugänglich zu machen und Bildungsprozesse strukturell zu öffnen (vgl. UNESCO 2019, 7). Mit diesem Anspruch verbinden sich zugleich diverse Erwartungen: Offene Bildungsmaterialien sollen nicht nur frei verfügbar, sondern auch rechtlich transparent nutzbar sein.
Trotz dieser bildungspolitischen Bedeutung stellt sich in der Praxis häufig eine sehr grundlegende Frage: Wo lassen sich OER überhaupt finden? Gerade für Religionslehrkräfte, Multiplikator:innen und weitere Praktiker:innen ist die Orientierung in der digitalen Materiallandschaft nicht immer einfach.
Eine zentrale, bislang jedoch vergleichsweise wenig beachtete Rolle spielen dabei die Plattformen, über die OER bereitgestellt, gesucht und verbreitet werden. Im Internet existiert eine Vielzahl solcher Plattformen mit unterschiedlichen technischen Strukturen, Zugangslogiken und Formen der Qualitätssicherung. Nicht alle Materialien sind eindeutig als OER gekennzeichnet, und nicht auf allen Plattformen finden sich Ressourcen mit spezifischer fachlicher Passung für den Religionsunterricht.
Der vorliegende Beitrag gibt einen exemplarischen Überblick über zentrale Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien. Ziel ist es, ihre jeweiligen Funktionen, Strukturen und Zielgruppen sichtbar zu machen und damit eine erste Orientierung in der heterogenen Plattformlandschaft offener Bildungsressourcen zu ermöglichen
Wo lassen sich OER überhaupt finden? Gerade für Religionslehrkräfte, Dozierende, Multiplikator:innen und weitere Praktiker:innen ist die Orientierung in der digitalen Materiallandschaft nicht immer einfach.
Eine zentrale Rolle spielen dabei die Plattformen, über die OER bereitgestellt, gesucht und verbreitet werden. Im Internet existiert eine Vielzahl solcher Plattformen mit unterschiedlichen Nutzungsoberflächen und Formen der Qualitätssicherung. Nicht alle Materialien sind eindeutig als OER gekennzeichnet und nicht auf allen Plattformen finden Qualitätssicherungsprozesse statt.
Der vorliegende Beitrag gibt einen exemplarischen Überblick über zentrale Plattformen mit einem näheren Fokus auf religionspädagogische Bildungsmaterialien. Desweiteren wird diskutiert, wie Metadatenstandards und interoperable Infrastrukturen für die Zukunft offener Bildungsmaterialien immer wichtiger werden.
## 1. OER finden: Plattformen und ihre Logiken
## 1. OER finden: Plattformtypen und ihre Logiken
Wer nach OER im Internet sucht, bewegt sich durch ein vielschichtiges digitales Ökosystem. Offene Bildungsmaterialien verteilen sich auf Suchmaschinen, Repositorien und communitybasierte Plattformen jede mit eigener Logik, eigenen Zugangswegen und unterschiedlichen Formen der [Qualitätssicherung](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/).
Wer nach OER im Internet sucht, bewegt sich durch ein vielschichtiges digitales Ökosystem. Plattformen eröffnen hierbei nicht nur Zugänge zu Bildungsmedien, sondern strukturieren diese Zugänge zugleich mit. Sie vermitteln zwischen Anbietenden und Suchenden und legen bestimmte Nutzungswege über Kategorien, Metadaten, Suchmasken und Benutzeroberflächen nahe [(vgl. Leineweber/ Hofhues/ Lucke & Schütz 2015, S.2326)](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-003#read-container).
Standardisierte Metadaten sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass offene Bildungsressourcen plattformübergreifend recherchierbar und in unterschiedlichen Suchmaschinen ausgespielt werden können. Die gewählten Metadaten legen fest, welche Eigenschaften eines Materials maschinell erfassbar und auffindbar werden. Metadaten stellen damit Sichtbarkeit her, reduzieren aber dadurch auch Bildungsangebote auf vorab definierte Merkmale [(vgl. Richter & Allert 2025, S. 334336)](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-022).
Manche Angebote bündeln Materialien redaktionell, andere setzen auf algorithmische Auffindbarkeit oder kollektive Kuratierung durch Nutzer:innen. Entscheidend ist, die jeweiligen Plattformtypen zu kennen, ihre Logik zu verstehen und ihre Potenziale wie auch ihre Grenzen bei der Suche einschätzen zu können.
Grundsätzlich kann im Feld der Plattformen zwischen zwei Konzeptionen unterschieden werden:
OER verteilen sich auf verschiedene Suchmaschinen, Repositorien und referenzierende Plattformen jede mit eigener Logik, eigenen Zugangswegen und unterschiedlichen Formen der [Qualitätssicherung](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/).
Manche Angebote prüfen Materialien redaktionell, andere setzen auf algorithmische Vorschlagsysteme oder Kuratierung durch weitere Nutzer:innen.
Personen, die Materialien bereitstellen oder selbst suchen, sollten die unterschiedlichen Plattformtypen kennen, die dahinterliegende Logiken verstehen und die Potenziale wie auch Grenzen für die Bereitstellung und Suche von OER einschätzen können.
Mit Blick auf OER-Plattformen können zwei grundlegende Strukturformen voneinander unterschieden werden:
• **Repositorien (Speicher- und Veröffentlichungsplattformen)**
Repositorien ermöglichen das Hochladen eigener Materialien, bei denen die OER dauerhaft gespeichert, archiviert und zitierfähig gemacht werden. Je nach Plattformen können interaktive Elemente zur Gestaltung der Materialien genutzt werden.
Repositorien ermöglichen das Hochladen eigener Materialien, bei denen OER dauerhaft gespeichert, archiviert und zitierfähig gemacht werden.
• **Referatorium (Referenz- und Verzeichnisplattformen)**
• **Referatorien (Referenz- und Verzeichnisplattformen)**
Diese Plattformen fungieren in erster Linie als Aggregatoren. Sie verlinken auf bereits extern veröffentlichte Materialien, ohne selbst Hosting-Strukturen bereitzustellen. In solchen Fällen muss das Material zuvor auf einer anderen Plattform bzw. einem Repositorium veröffentlicht werden.
Referatorien fungieren in erster Linie als Aggregatoren, d.h. sie verlinken auf bereits extern veröffentlichte Materialien, ohne selbst Hosting-Strukturen bereitzustellen.
In solchen Fällen muss das Material zuvor auf einer anderen Plattform bzw. einem Repositorium veröffentlicht worden sein.
## 2. Allgemeine Suchforen: Hohe Reichweite, geringe Strukturierung
Plattformen wie [YouTube](https://www.youtube.com/) und [Google](https://www.google.com/) sind für viele Lehrende der erste Anlaufpunkt bei der Materialsuche. Sie bieten eine große Vielfalt an Bildungsinhalten und ermöglichen über Creative-Commons-Filter auch die gezielte Suche nach offen lizenzierten Materialien.
Gleichzeitig sind sie keine spezifischen OER-Infrastrukturen. Ihre Logik orientiert sich an Reichweite und Sichtbarkeit, nicht an pädagogischen und fachdidaktischen Standards oder konsistenter Lizenztransparenz. Entsprechend eignen sie sich vor allem zur Inspiration und ersten Orientierung, erfordern jedoch eine sorgfältige rechtliche, fachliche und didaktische Prüfung der gefundenen Materialien.
Gleichzeitig sind diese Plattformen keine spezifischen OER-Infrastrukturen. Ihre Logik orientiert sich an Reichweite und Sichtbarkeit, nicht an pädagogischen und fachdidaktischen Standards oder konsistenter Lizenztransparenz. Entsprechend eignen sie sich vor allem zur Inspiration und ersten Orientierung, erfordern jedoch eine sorgfältige rechtliche, fachliche und didaktische Prüfung der gefundenen Materialien.
Für den religionspädagogischen Bereich kann man hier schnell fündig werden. Allerdings fehlen häufig didaktische Hinweise sowie eine klare Einordnung der Lerninhalte in Kompetenzen oder Lehrcurricula.
## 3. OER-Suchmaschinen: Materialien vernetzen und auffindbar machen
Spezialisierte OER-Suchmaschinen bündeln frei zugängliche Materialien aus unterschiedlichen Quellen. Dabei reicht das Spektrum von reinen Suchinstrumenten bis hin zu kuratierten Plattformen mit Community-Elementen.
Z.B. liefert [Openverse](https://openverse.org/de) etwa die Möglichkeit, die gezielte Suche nach frei lizenzierten Bildern und Audiodateien, differenziert nach Lizenztyp, Nutzungsmöglichkeiten und Quelle.
Z.B. liefert [Openverse](https://openverse.org/de) etwa die Möglichkeit zur gezielte Suche nach frei lizenzierten Bildern und Audiodateien, differenziert nach Lizenztyp, Nutzungsmöglichkeiten und Quelle.
[WirLernenOnline](https://www.wirlernenonline.de/) verbindet Funktionen einer OER-Suchmaschine mit Elementen einer Community-Plattform. Materialien lassen sich differenziert nach Fächern und Bildungsstufen recherchieren und werden durch Fachredaktionen kuratiert, die eine erste fachliche und didaktische
[WirLernenOnline](https://www.wirlernenonline.de/) verbindet Funktionen einer OER-Suchmaschine mit Elementen einer Community-Plattform. Materialien lassen sich differenziert nach Fächern und Bildungsstufen recherchieren und werden durch Fachredaktionen kuratiert, die eine erste fachliche und didaktische Qualitätsorientierung bieten.
Qualitätsorientierung bieten. Getragen wird das Projekt von [Wikimedia Deutschland](https://www.wikimedia.de) und [edu-sharing.net e.V.](https://edu-sharing-network.org) Die Plattform richtet sich an eine breite Bildungslandschaft vom Elementarbereich über Schule und berufliche Bildung bis hin zur Hochschule und Erwachsenenbildung. Strukturell kombiniert sie repositoryartige und referatorische Funktionen: Materialien können sowohl vorgeschlagen als auch eigene OER über Beteiligungsfunktionen veröffentlicht werden. Neben offen lizenzierten Materialien finden sich jedoch auch frei zugängliche Ressourcen ohne offene Lizenz. Für das Fach Religion weist die Plattform mit über 16.000 Materialien eine hohe fachliche Passung auf; eingereichte Inhalte werden vor der Veröffentlichung durch eine Fachredaktion geprüft.
[ELIXIER](https://www.bildungsserver.de/elixier/) fungiert als metasuchbasierte Infrastruktur der Bildungsserver der Länder. Die Plattform aggregiert redaktionell ausgewählte Bildungsmedien, erschließt sie über standardisierte Metadaten und erlaubt eine gezielte OER-Filterung. Zugleich bleibt sie ein Nachweissystem: Die didaktische Angemessenheit und kontextuelle Passung müssen von den Nutzer:innen selbst geprüft werden. Gerade im religionspädagogischen Kontext setzt die Arbeit mit OER daher eine reflektierte pädagogische Urteilskraft voraus.
[ELIXIER](https://www.bildungsserver.de/elixier/) fungiert als metadatengestützte Infrastruktur für Bildungsmedien und bündelt die Angebote der Landesbildungsserver, des Deutschen Bildungsservers sowie weiterer Partner in einer zentralen Suchoberfläche.
Die Materialien werden auf der Plattform nicht gespeichert, sondern entsprechend den jeweiligen Originalquellen im Sinne eines Referatoriums verlinkt. Mithilfe standardisierter Metadaten etwa zu Fach, Bildungsstufe, Medientyp oder Lizenz können die Materialien gezielt recherchiert und nach OER gefiltert werden. Die Aufnahme in ELIXIER erfolgt auf Grundlage einer redaktionellen Auswahl der beteiligten Bildungsserver und Partner. Dies ersetzt jedoch nicht die fachdidaktische und curriculare Prüfung der Materialien im jeweiligen Unterrichtskontext.
Auch religionspädagogische Bildungsmedien sind über ELIXIER zugänglich, bedürfen jedoch einer religionsdidaktischen Bewertung hinsichtlich ihrer Eignung für den jeweiligen Unterricht.
Der Open Educational Resources Search Index [OERSI](https://oersi.org/resources/) ist eine Suchmaschine für offene Bildungsmaterialien im Hochschulbereich und wird seit 2020 gemeinsam vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen und der Technischen Informationsbibliothek betrieben.
Als Referatorium bündelt die Plattform nationale und internationale OER aus unterschiedlichen Repositorien und macht sie über standardisierte Metadaten zentral recherchierbar. [OERSI](https://oersi.org/resources/) übernimmt damit eine zentrale Vernetzungsfunktion innerhalb der deutschsprachigen OER-Infrastruktur.
Für Lehrinhalte im Fach Theologie bzw. Religionspädagogik ist die Auswahl noch immer überschaubar. Hier steht aktuell eine überschaubare, aber wachsende Auswahl zur Verfügung, wohingegen die Philosophie deutlich stärker vertreten ist. Eine redaktionelle Prüfung der Inhalte erfolgt nicht. OERSI übernimmt und vereinheitlicht Metadaten aus angeschlossenen Repositorien; für die inhaltliche und didaktische Qualität sind die Herkunftsportale bzw. die jeweiligen Autor:innen verantwortlich.
## 4. Repositorien und OER-Plattformen: Strukturierung und Qualitätssicherung
Repositorien und spezialisierte OER-Plattformen bieten übersichtliche Sammlungen offen lizenzierter Materialien. Im Unterschied zu allgemeinen Plattformen arbeiten sie mit standardisierten Metadaten, differenzierten Filteroptionen sowie redaktionellen und/oder communitybasierten Qualitätssicherungsmechanismen. Dadurch wird OER nicht nur auffindbar, sondern auch fachlich einordnungsfähig.
Der Open Educational Resources Search Index [OERSI](https://oersi.org/resources/) ist eine Suchmaschine für offene Bildungsmaterialien im Hochschulbereich und wird seit 2020 gemeinsam vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen und der Technische Informationsbibliothek betrieben. Als Referatorium bündelt die Plattform nationale und internationale OER aus unterschiedlichen Repositorien und macht sie über standardisierte Metadaten zentral recherchierbar. Für theologische Inhalte ist die fachliche Passung derzeit mittel; während für katholische und evangelische Theologie jeweils nur wenige Dutzend Materialien verzeichnet sind, ist etwa die Philosophie deutlich stärker vertreten. Eine redaktionelle Prüfung der Inhalte erfolgt nicht.
[ORCA.nrw]https://www.orca.nrw/) der Open Resources Campus NRW verfolgt einen integrativen Ansatz: Neben der Veröffentlichung und Vernetzung von OER im Hochschulkontext integriert die Plattform die OERSI-Suche, bietet fachlich strukturierte Sammlungen (z. B. Fächerbibliotheken) und flankiert dies durch Beratungs- und Serviceangebote zur Qualitätssicherung und OER-Produktion.
Ähnlich verbindet [twillo](https://www.twillo.de/) Materialbereitstellung mit rechtlicher Beratung und Unterstützungsangeboten zur Erstellung offener Bildungsressourcen. Die Plattform ist das niedersächsische Portal für Open Educational Resources in der Hochschullehre und richtet sich vor allem an Lehrende. Neben der Bereitstellung und Recherche von OER bietet sie Informationen zu rechtlichen Grundlagen, Vernetzungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zur Erstellung offener Bildungsmaterialien. Strukturell verbindet twillo Repositoriums- und Referatoriumsfunktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als Verlinkungen vorgeschlagen werden. Für theologische Inhalte ist die fachliche Passung derzeit begrenzt, während angrenzende Disziplinen wie Philosophie deutlich stärker vertreten sind; eine redaktionelle Prüfung der eingereichten Materialien erfolgt nicht.
Repositorien und spezialisierte OER-Plattformen bieten übersichtliche Sammlungen offen lizenzierter Materialien. Im Unterschied zu allgemeinen Plattformen arbeiten sie mit standardisierten Metadaten, Filteroptionen sowie oftmals, allerdings nicht immer, mit redaktionellen und/oder communitybasierten Qualitätsmerkmalen.
Das [ZOERR](https://www.oerbw.de/) das zentrale Repositorium für OER in Baden-Württemberg ermöglicht Publikation, Austausch und Bearbeitung von Materialien für die Hochschullehre; redaktionelle Prüfprozesse bieten eine erste Qualitätsorientierung.
Die Plattform [ZUM-Unterrichten](https://unterrichten.zum.de/wiki/Hauptseite) wird von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet betrieben und richtet sich vor allem an den schulischen Bereich der Sekundarstufen I und II. Ein Hochladen eigener Materialien ist nicht möglich, sondern User:innen können ausschließlich in der Wiki-Struktur bearbeiten und mitwirken. Für das Fach Religion ist die fachliche Passung derzeit begrenzt, da sich das Angebot auf den Bereich Katholische Religion und eine vergleichsweise kleine Zahl von Themenseiten konzentriert. Die Qualitätssicherung erfolgt communitybasiert: Nutzer:innen können Inhalte bearbeiten und weiterentwickeln; nach Angaben der Plattform wird der Bereich Katholische Religion gemeinsam mit rpp-katholisch verantwortet.
[twillo](https://www.twillo.de/) verbindet Materialbereitstellung mit rechtlicher Beratung und Unterstützungsangeboten zur Erstellung offener Bildungsressourcen. Die Plattform ist das niedersächsische Portal für OER in der Hochschullehre und richtet sich vor allem an Lehrende. Neben der Bereitstellung und Recherche von OER bietet sie Informationen zu rechtlichen Grundlagen, Vernetzungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zur Erstellung offener Bildungsmaterialien.
twillo verbindet letztlich Repositoriums- und Referatoriumsfunktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als Verlinkungen vorgeschlagen werden. Materialien für die theologische Hochschullehre sind ebenfalls im begrenzten Umfang vorhanden.
Die Plattform [MUNDO](https://mundo.schule) wird als offene Bildungsmediathek der Bundesländer betrieben und durch das [FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht](https://fwu.de) realisiert. Sie richtet sich an unterschiedliche Bildungsstufen vom Elementarbereich bis zur beruflichen Bildung und kombiniert repositoryartige und referatorische Funktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als externe Ressourcen vorgeschlagen werden. Für das Fach Religion ist die fachliche Passung derzeit mittel; neben religionsbezogenen Materialien finden sich auch Inhalte aus Ethik und Philosophie. Eingereichte Materialien werden von der MUNDO-Redaktion geprüft und freigegeben, eine spezifische fachwissenschaftliche Begutachtung ist jedoch nicht ausgewiesen.
[ORCA.nrw]https://www.orca.nrw/) ist das Landesportal für Studium und Lehre in NRW und bietet ein Repositorium mit Uploadformular, über das Lehrende eigene OER einstellen können. ORCA.nrw fungiert als Repositorium und als Portal, das über den integrierten OERSISuchindex referatorisch auf weitere Repositorien verweist. Beratungs- und Serviceangebote zu rechtlichen Fragen zur Qualitätssicherung und OER-Produktion komplettieren das Angebot. Aktuell sind noch wenige Materialien für den religionsbezogenen Bereich bei [ORCA.nrw]https://www.orca.nrw/) zu finden.
Mit [OER Commons](https://oercommons.org/) existiert darüber hinaus eine internationale Plattform, die Recherche, Veröffentlichung und kollaborative Weiterentwicklung von OER vereint. Differenzierte Filter, strukturierte Metadaten und integrierte Werkzeuge zur gemeinsamen Bearbeitung machen deutlich: Qualität entsteht im Kontext offener Bildung nicht allein durch Prüfung, sondern auch durch Nutzung, Adaptation und Weiterentwicklung.
Das internationale OER-Repositorium [OER Commons](https://oercommons.org/) kann als „public digital library of open educational resources“ [siehe Homepage](https://oercommons.org/) bezeichnet werden. Hier können OER publiziert, recherchiert und kollaborativ weiterentwickelt werden. Differenzierte Filter, Metadaten und integrierte Werkzeuge zur gemeinsamen Bearbeitung laden Nutzende dazu ein, die Materialien zu adaptieren und weiterzu entwickeln. Thematische [Hubs](https://oercommons.org/hubs/) bündeln Materialien zu bestimmten Themen oder Fachbereichen und bieten kuratierte Einstiege, über die Lehrende OER finden und weiterentwickeln können.
Religion wird bei [OER Commons](https://oercommons.org/) „Arts and Humanities“ zugewiesen und wird dort zusammen mit weiteren geisteswissenschaftlichen Disziplinen, häufig auch in Verbindung mit Philosophie, geführt. Die Auswahl dezidiert religiöser Bildungsmedien ist damit überschaubar. Eine fachliche Qualitätsprüfung findet nicht statt.
Die Plattform [MUNDO](https://mundo.schule) wird als offene Bildungsmediathek der Bundesländer betrieben und durch das [FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht](https://fwu.de) realisiert. Sie richtet sich an unterschiedliche Bildungsstufen vom Elementarbereich bis zur beruflichen Bildung und kombiniert repositoryartige und referatorische Funktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als externe Ressourcen vorgeschlagen werden. Eingereichte Materialien werden von der MUNDO-Redaktion geprüft und freigegeben, eine spezifische fachwissenschaftliche Begutachtung ist jedoch nicht ausgewiesen.
Für das Fach Religion ist die Auswahl derzeit noch überschaubar. Neben religionsbezogenen Materialien finden sich auch Inhalte aus Ethik und Philosophie.
Die Plattform [ZUM-Unterrichten](https://unterrichten.zum.de/wiki/Hauptseite) wird von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet betrieben und richtet sich vor allem an den schulischen Bereich der Sekundarstufen I und II. Ein Hochladen eigener Materialien ist nicht möglich, Nutzende können ausschließlich in der Wiki-Struktur bearbeiten und mitwirken. Damit nimmt [ZUM-Unterrichten](https://unterrichten.zum.de/wiki/Hauptseite) eine Sonderstellung ein und kann als kollaborative OER-Plattform mit repositoryartigem Charakter verstanden werden. Die Qualitätssicherung erfolgt communitybasiert, d.h. Nutzer:innen können Inhalte bearbeiten und weiterentwickeln.
Für das Fach Religion ist die Auswahl derzeit begrenzt, da sich das Angebot auf eine vergleichsweise kleine Zahl von Themenseiten konzentriert.
## 5. Netzwerke und Communitys: OER als soziale Praxis
Ein weiterer Zugang zu OER erschließt sich über Netzwerke und Communitys, die Austausch, Zusammenarbeit und strategische Entwicklung im Feld offener Bildung fördern. Im Unterschied zu klassischen Plattformen stehen hier vor allem Prozesse der Vernetzung, Professionalisierung und institutionellen Verankerung von OER im Vordergrund.
Exemplarisch ist das Community College Consortium for Open Educational Resources [(CCCOER)](https://www.cccoer.org/) zu nennen, ein internationales Netzwerk, das insbesondere Community Colleges in den USA bei der Einführung und nachhaltigen Implementierung von OER unterstützt. Neben Leitlinien und politischer Interessenvertretung bietet CCCOER auch konkrete Recherchezugänge oder die OER World Map. Solche Strukturen verdeutlichen, dass OER ihr Potenzial vor allem durch Vernetzung, und institutioneller Verankerung und Förderung entwickeln.
## 6. Fachspezifische Plattformen: Religionspädagogische Materialien
## 5. Fachspezifische Plattformen: Religionspädagogische Materialien
Neben fachübergreifenden Infrastrukturen existieren Plattformen, die sich gezielt auf die Bereitstellung von OER innerhalb eines bestimmten [Fachbereichs spezialisieren](https://open-educational-resources.de/oer-finden-in-der-schule/), so natürlich auch für das Fach Religion bzw. für außerschulische religiöse Bildung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Anschlussfähigkeit von OER an spezifische Anforderungen religiöser Bildungsprozesse.
Eine zentrale Plattform im deutschsprachigen Raum ist [rpi-virtuell](https://rpi-virtuell.de/). Der dortige Materialpool fungiert als Suchmaschine für Unterrichtsmaterialien, Praxisimpulse, Fachinformationen und digitale Ressourcen für Schule und Gemeinde. Die Materialien können differenziert nach Schulformen, Themen, Autor:innen und institutionellen Kontexten gefiltert werden. Die Plattform richtet sich insbesondere an Lehrkräfte, Multiplikator:innen sowie kirchliche Bildungsakteur:innen. Ein Teil der Materialien ist offen lizenziert und damit als OER nachnutzbar. Ergänzt wird das Angebot durch redaktionelle Auswahlprozesse, die eine erste Qualitätseinschätzung ermöglichen.
Eine zentrale Plattform im deutschsprachigen Raum ist [rpi-virtuell](https://rpi-virtuell.de/). Der dortige Materialpool fungiert als referatorische Suchmaschine für Unterrichtsmaterialien, Praxisimpulse, Fachinformationen und Materialien für Kita, Schule, Gemeinde und Hochschule Die Materialien können nach Schulformen, Themen, Autor:innen und Kontext gefiltert werden.
Die Plattform richtet sich insbesondere an pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte, Multiplikator:innen, kirchliche Bildungsakteur:innen und Hochschuldozierende. Ein Teil der Materialien ist offen lizenziert und damit als OER nachnutzbar. Materialhinweise können zur Veröffentlichung bei [rpi-virtuell](https://rpi-virtuell.de/) eingereicht werden. Die Beiträge werden durch eine religionspädagogische Fachredaktion gesichtet, verschlagwortet und kontextualisiert, sodass eine erste Qualitätskontrolle gewährleistet ist. Eine vertiefte fachliche und curriculare Prüfung ist weiterhin in der Verantwortung der Nutzenden.
Auch [rpi-loccum](https://www.rpi-loccum.de/) stellt über einen eigenen Materialpool eine Auswahl an Materialien für den Religionsunterricht bereit. Diese sind nach Themenfeldern, Altersstufen und didaktischen Zugängen strukturiert und richten sich vor allem an die schulische Praxis. Der Schwerpunkt liegt auf praxisorientierten Unterrichtskonzeptionen, die allerdings nur in Teilen unter offenen Lizenzen zugänglich sind. Die thematische Bündelung und redaktionelle Aufbereitung tragen dazu bei, die Materialien fachlich einzuordnen.
Auch [rpi-loccum](https://www.rpi-loccum.de/material) stellt über einen eigenen Materialpool eine Auswahl an religionspädagogischen Materialien für den Elementarbereich, Religionsunterricht von Grundschule bis Sek I und II, Förderschule, Berufsschule sowie Schulseelsorge und Gemeindepädagogik bereit. Diese sind nach Themenfeldern, Altersstufen und didaktischen Zugängen strukturiert. Die Materialien greifen auf Artikel des Loccumer Pelikan zurück und sind daher urheberrechtsgeschützt, allerdings finden sich wenige Ausnahmen, die mit CC-Lizenzen ausgestattet sind. Die thematische Bündelung und redaktionelle Aufbereitung tragen zu einer ausgewiesenen Qualität bei.
Mit [RE:ONLINE](https://www.reonline.org.uk/teaching-resources/) existiert zudem eine internationale Plattform, die insbesondere im englischsprachigen Kontext eine wichtige Rolle spielt. Sie richtet sich an Lehrkräfte, Studierende und Forschende im Bereich Religious Education und verbindet fachwissenschaftliche Perspektiven mit didaktischen Materialien. Neben Unterrichtsressourcen stellt die Plattform auch Forschungsergebnisse und Hintergrundinformationen bereit, die zur Professionalisierung im Fach beitragen. Materialien können differenziert nach Religionen und Weltanschauungen, Themen, Altersstufen und Materialformaten gefiltert werden. Ein Teil der Inhalte ist offen lizenziert und somit als OER nutzbar.
Gemeinsam ist diesen Plattformen, dass sie Materialien nicht nur aggregieren, sondern durch fachliche Strukturierung, redaktionelle Auswahl und teilweise auch communitybasierte Rückmeldungen kontextualisieren. Die Qualitätssicherung erfolgt dabei verstärkt über kuratierte Inhalte und communitybasierte Aushandlungsprozesse.
Aktuell befindet sich die ehemalige Materialseite von [rpp-katholisch](https://www.rpp-katholisch.de/) im Aufbau zur neuen Projektseite [EDUKATH.DE](https://www.rpp-katholisch.de/), die zeitnah online gehen soll. Die Plattform stellt Materialien für die Gestaltung des Religionsunterrichts und die religiöse Bildungsarbeit zur Verfügung. Ein Teil der Materialien soll auch als OER bereitstehen. [EDUKATH.DE](https://www.rpp-katholisch.de/) zielt darüber hinaus auch darauf, Religionspädagog:innen untereinander und mit den religionspädagogischen und katechetischen Einrichtungen in den Diözesen zu vernetzen.
## 6. Fazit: Plattformlogiken und Herausforderungen
## Fazit: Plattformlogiken und Herausforderungen
Die Übersicht über unterschiedliche OER-Plattformen macht deutlich, dass sich ein vielfältiges Spektrum an Plattformtypen unterscheiden lässt, über die offene Bildungsmaterialien recherchiert und verbreitet werden können. Diese Plattformen verfolgen jeweils unterschiedliche Zielsetzungen und Formen der Qualitätssicherung.
Für eine reflektierte Nutzung im religionspädagogischen Kontext ist es daher notwendig, ihre jeweilige Plattformlogik zu kennen und ihre Potenziale ebenso wie ihre Grenzen mitzudenken.
Die Übersicht über unterschiedliche OER-Plattformen macht deutlich, dass sich ein vielfältiges Spektrum an Plattformtypen unterscheiden lässt, über die offene Bildungsmaterialien recherchiert und verbreitet werden können. Diese Plattformen verfolgen jeweils unterschiedliche Zielsetzungen und Formen der Qualitätssicherung. Für eine reflektierte Nutzung im religionspädagogischen Kontext ist es daher notwendig, die Plattformlogiken zu kennen und ihre jeweiligen Potenziale sowie Grenzen mitzudenken.
Dabei zeigt sich ein zentrales Strukturproblem der OER-Landschaft: Weniger der Mangel an Materialien stellt derzeit die größte Herausforderung dar, als vielmehr insbesondere im religionspädagogischen Bereich ihre fehlende Auffindbarkeit. Zwar ist das Angebot an offenen Bildungsmaterialien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, zugleich ist die Landschaft jedoch stark fragmentiert und vielen Lehrenden sowie Praktiker:innen noch immer nur begrenzt bekannt.
Repositorien entstehen häufig dezentral an Hochschulen, in Bundesländern oder in projektförmigen Kontexten. Sie nutzen unterschiedliche Metadatenstandards und sind technisch nur eingeschränkt interoperabel. Dadurch verbleiben viele offen lizenzierte Materialien in isolierten Silos und sind außerhalb ihres jeweiligen Ursprungsökosystems nur schwer auffindbar [(vgl. Otto/Kerres 2022)](https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2022.866917/full).
Dabei zeigt sich ein zentrales Strukturproblem der OER-Landschaft: Weniger der Mangel an Materialien stellt derzeit die größte Herausforderung dar als vielmehr ihre begrenzte Sichtbarkeit und in manchen Fällen ihre fachliche und curriculare Passung.
Zwar ist das Angebot an offenen Bildungsmaterialien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, zugleich ist die Landschaft jedoch stark fragmentiert und vielen Lehrenden sowie Praktiker:innen nur begrenzt bekannt. Repositorien entstehen häufig dezentral an Hochschulen, in Bundesländern oder in projektförmigen Kontexten. Sie nutzen unterschiedliche Metadatenstandards und sind technisch nur eingeschränkt interoperabel. Dadurch verbleiben viele offen lizenzierte Materialien in isolierten Silos und sind außerhalb ihres jeweiligen Ursprungsökosystems nur schwer auffindbar [(vgl. Otto/Kerres 2022)](https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2022.866917/full)
Offenheit im lizenzrechtlichen Sinne garantiert daher noch keine strukturelle Offenheit im digitalen Raum. Plattformen sind keine neutralen Behälter für Bildungsmedien. Ihre technischen Strukturen, Ordnungsmodelle und Benutzeroberflächen prägen mit, welche Materialien sichtbar werden, wie sie kategorisiert sind und welche Formen der Nutzung nahegelegt werden [(vgl. Hofhues/Schütz 2025, 1114)](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-002).
Offenheit im lizenzrechtlichen Sinne garantiert daher noch keine strukturelle Offenheit im digitalen Raum. Plattformen fungieren vielmehr als eigenständige infrastrukturelle Akteure, die durch technische und organisatorische Entscheidungen maßgeblich beeinflussen, welche Inhalte sichtbar werden.
Fehlende Schnittstellen oder uneinheitliche Metadaten können als Schließmechanismen wirken und die Reichweite von OER begrenzen selbst dann, wenn diese formal frei zugänglich sind.
Fehlende Schnittstellen oder uneinheitliche Metadaten können als Schließmechanismen wirken und die Reichweite der Materialien stark begrenzen, selbst dann, wenn diese formal frei zugänglich sind.
Für religionspädagogische Bildungsmaterialien zeigt sich darüber hinaus eine besonders heterogene Plattformlandschaft. Zwischen Repositorien und Referatorien, schulischen Mediatheken, inhaltlich spezialisierten Materialpool und hochschulbezogenen Suchmaschinen existieren unterschiedliche Metadatenformulare und Formen der Qualitätssicherung. Nicht alle Plattformen arbeiten ausschließlich mit offen lizenzierten Materialien und nicht alle verfügen über fachliche Redaktionen.
Für religionspädagogische Bildungsmaterialien zeigt sich darüber hinaus eine besonders heterogene Plattformlandschaft. Zwischen Repositorien und Referatorien, schulischen Mediatheken, fachlich spezialisierten Plattformen und hochschulbezogenen Suchmaschinen existieren unterschiedliche Organisationslogiken, Zugangsmodelle und Formen der Qualitätssicherung. Nicht alle Plattformen arbeiten ausschließlich mit offen lizenzierten Materialien, nicht alle verfügen über fachliche Redaktionen, und die quantitative Verfügbarkeit von Materialien für das Fach Religion variiert deutlich.
Für Nutzer:innen bedeutet dies, dass die Auswahl geeigneter OER weiterhin eine reflektierte pädagogische und fachliche Urteilskraft erfordert. Neben der fachlichen Passung spielen dabei der Lizenzstatus, der Veröffentlichungsmodus (Hosting oder Verlinkung), redaktionelle Prüfverfahren sowie die Zielgruppenorientierung der Materialien eine wichtige Rolle. Orientierung können hierbei auch religionspädagogische [Qualitätskriterien](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/) für OER bieten.
Gleichzeitig legt der Überblick nahe, dass die Weiterentwicklung der OER-Landschaft weniger im Aufbau immer neuer Repositorien liegen sollte als vielmehr in der stärkeren Vernetzung bestehender Strukturen. Verteilte Lernökosysteme, gemeinsame Metadatenstandards und interoperable Schnittstellen könnten dazu beitragen, die Sichtbarkeit und Nutzbarkeit offener Bildungsressourcen deutlich zu erhöhen. Davon würden auch religionspädagogische Bildungsmedien profitieren. Erst wenn Plattformen ihre Inhalte technisch durchlässig machen und stärker miteinander verbinden, kann das Potenzial offener Bildungsressourcen für die Praxis religiöser Bildung tatsächlich ausgeschöpft werden.
Für Nutzer:innen bedeutet dies, dass die Auswahl geeigneter OER weiterhin eine deutlich reflektierte Urteilskraft erfordert. Neben der fachlichen Passung für den eigenen Kontext spielen die ausgewiesenen Lizenzen, redaktionelle Prüfverfahren seitens der Plattform sowie die nachhaltige Bereitstellung und Auffindbarkeit der Materialien eine wichtige Rolle. Orientierung können hierbei auch die im FOERBICO-Projekt entwickelten [Qualitätskriterien](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/) bieten.
Aktuelle Entwicklungen machen deutlich, dass es nicht noch weitere Plattformen bedarf, sondern dass die Weiterentwicklung der OER-Landschaft künftig in der stärkeren Vernetzung bestehender Infrastrukturen liegt.
Gemeinsame Metadatenstandards und interoperable Schnittstellen könnten dazu beitragen, die Sichtbarkeit, Nachnutzbarkeit und langfristige Verfügbarkeit offener Bildungsmaterialien deutlich zu verbessern.
Einen solchen Ansatz verfolgt beispielsweise **[Edufeed](https://news.rpi-virtuell.de/2025/10/01/edufeed-dezentral-offen-interoperabel/)**, eine derzeit im Kontext religionspädagogischer OER-Communitys entwickelte Infrastruktur auf Basis des offenen Nostr-Protokolls.
Anders als klassische Repositorien oder Referatorien stellt Edufeed keine weitere Materialplattform bereit, sondern zielt darauf, bestehende OER-Angebote plattformübergreifend miteinander zu vernetzen. Qualität soll hier durch die kollaborative Weiterentwicklung und die Vernetzung bestehender Qualitätsstrukturen unterstützt werden. Obwohl Edufeed fachübergreifend konzipiert ist, verdeutlicht das Projekt exemplarisch, wie interoperable Infrastrukturen dazu beitragen können, das Potenzial offener Bildungsressourcen auch für die religionspädagogische Praxis nachhaltiger auszuschöpfen.
## Literatur
UNESCO & Commonwealth of Learning (Hrsg.). (2019). Guidelines on the development of open educational resources policies. Verfügbar unter: https://www.unesco.de/sites/default/files/2020-01/Guidelines_on_the_Development_of_OER_Policies_2019.pdf
[Hofhues, S., Schütz, J. (2025): Plattformen für Bildung. Entwurf einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive auf den Band. In: Diess. (Hg.): Plattformen für Bildung, Bielefeld, S. 1122. doi:10.14361/9783839475164.](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-002)
Otto, D., & Kerres, M. (2022).Increasing Sustainability in Open Learning: Prospects of a Distributed Learning Ecosystem for Open Educational Resources.
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[Leineweber, C., Hofhues, S., Lucke, U., Schütz, J. (2025): Plattform für Bildung? chancen und Grenzen digitaler Technologien in pädagogischen Handlungsfeldern. In: Hofhues, S. & Schütz, J. (Hg.): Plattformen für Bildung, Bielefeld, 2336, doi:10.14361/9783839475164.](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-003#read-container)
Pirker, Viera & Pirner, Manfred L.: Open Educational Resources und Open Educational Practices. Ein systematischer Literaturbericht im religionspädagogischen Horizont - In: Theo-Web: Zeitschrift für Religionspädagogik 24 1, S. 151-185. https://doi.org/10.25656/01:34322
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[Otto, D./ Kerres, M. (2022).Increasing Sustainability in Open Learning: Prospects of a Distributed Learning Ecosystem for Open Educational Resources. Front. Educ. 7:866917, S. 1-11. doi: 10.3389/feduc.2022.866917](https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2022.866917/full).
[Richter, C., Allert, H. (2025): Plattformisierung und die Modellierung von Bildungsprozessen. In: Hofhues, S., Schütz, J.: Plattformen für Bildun, Bielefeld, S. 323340. doi: 10.14361/9783839475164-022](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-022)