Korrekturen und Überarbeitungen
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# Imaginationen von Offenheit in der Bildung
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*Markus Deimann (ORCA.nrw)*
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**Quelle:** DILeMa (2025), Heft 1/1, 134-145
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**Quelle:** DILeMa (2025), Heft 1/1, 134–145
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DOI: [https://doi.org/10.11576/dilema-7563](https://doi.org/10.11576/dilema-7563)
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Lizenz: [CC BY-SA 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de)
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(c) Markus Deimann. Drittmaterial ist ggf. ausgenommen.
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DILeMa (2025), Heft 1/1, 134 134-145
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DILeMa (2025), Heft 1/1, 134–145
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Imaginationen von Offenheit in der Bildung
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Markus Deimann
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ORCA.nrw
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## Abstract
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Offenheit in der Bildung ist ein Konzept, das in der Hochschulbildung weltweit an Zugkraft gewinnt. Offene Bildungsressourcen (Open Educational Resources, OER), offene Bildungspraktiken (Open Educational Practices, OEP), offene Online-Kurse (Massive Open Online Courses, MOOCs) und quelloffene Lernmanagementsysteme (Open Source Learning Management Systems, LMS) sind prominente Beispiele dafür. Regierungen, Organisationen und Universitäten präsentieren diese als leistungsfähige Instrumente zur Lösung drängender Probleme in den Bildungssystemen. In diesem Aufsatz vertrete ich die Auffassung, dass Open Education als ein pädagogisches Imaginäres konzeptualisiert werden kann, eine gesellschaftliche Vision für die Zukunft, in der Technologie und Bildung von Bedeutung sind (Jasanoff & Kim, 2015; Rahm, 2023). Unter Verwendung dieser heuristischen Linse veranschauliche ich drei Vorstellungen von Offenheit, um zu zeigen, warum die Umsetzung von Open Education aufgrund widersprüchlicher Visionen von Offenheit hinter den Erwartungen zurückbleiben kann. Dieser Aufsatz erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit in Bezug auf die aktuellen Entwicklungen im Bereich der OER.
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**Schlüsselwörter:** Offene Bildung; Imaginäre; Hochschulbildung; Open Educational Resources (OER)
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Offenheit in der Bildung ist ein Konzept, das in der Hochschulbildung weltweit an Zugkraft gewinnt. Offene Bildungsressourcen (Open Educational Resources, OER), offene Bildungspraktiken (Open Educational Practices, OEP), offene Online-Kurse (Massive Open Online Courses, MOOCs) und quelloffene Lernmanagementsysteme (Open Source Learning Management Systems, LMS) sind prominente Beispiele dafür. Regierungen, Organisationen und Universitäten präsentieren diese als leistungsfähige Instrumente zur Lösung drängender Probleme in den Bildungssystemen. In diesem Aufsatz vertrete ich die Auffassung, dass Open Education als ein pädagogisches Imaginäres konzeptualisiert werden kann, eine gesellschaftliche Vision für die Zukunft, in der Technologie und Bildung von Bedeutung sind (Jasanoff & Kim, 2015; Rahm, 2023). Unter Verwendung dieser heuristischen Linse veranschauliche ich drei Imaginarien von Offenheit, um zu zeigen, warum die Umsetzung von Open Education aufgrund widersprüchlicher Visionen von Offenheit hinter den Erwartungen zurückbleiben kann. Dieser Aufsatz erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit in Bezug auf die aktuellen Entwicklungen im Bereich der OER.
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**Schlüsselwörter:** Offene Bildung; Imaginarien; Hochschulbildung; Open Educational Resources (OER)
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https://doi.org/10.11576/dilema-7563
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## 1 Einleitung
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In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich Open Education als ein Forschungs- und Praxisfeld entwickelt, das zahlreiche, oft widersprüchliche Ansätze umfasst. Die zugrundeliegende Idee ist jedoch viel älter und reicht bis ins Mittelalter zurück. Die Ausrufung der Open-Education-Bewegung als soziale Bewegung ist jedoch eine neuere Entwicklung, eingebettet in einen Kapitalismus, der von digitalen Plattformen angetrieben wird, die den Zugang, die Daten und die Wertschöpfung auf Märkten kontrollieren. Dies hat zu Kritik an den zugrundeliegenden Behauptungen der Offenheit geführt und Diskussionen über ihre Auswirkungen auf Wissenschaft und Bildung ausgelöst, insbesondere über ihre Anfälligkeit für den Plattformkapitalismus (Mirowski, 2018). Als Reaktion auf die wachsende Macht kommerzieller Bildungsanbieter wurden offene Materialien wie Schulbücher mit dem Ziel eingeführt, Steuergelder im schulischen Kontext zu sparen. Die Erlaubnis zur Wiederverwendung von Inhalten ermöglicht die Anpassung von OER-basierten Schulbüchern. In der Praxis wird die Übernahme dieser OER jedoch häufig durch einen Mangel an Politik und Infrastruktur eingeschränkt. Darüber hinaus wird die kulturelle Praxis des Austauschs und der Wiederverwendung von OER durch große Technologieunternehmen behindert. Diese Konzerne haben die Extraktion und Kommerzialisierung von Daten als vorherrschenden Standardgeschäftsansatz etabliert, was sich nachteilig auf die Offene Bildung auswirkt. Diese Auswirkungen werden nun durch die enorme Macht der generativen künstlichen Intelligenz (KI) verstärkt, die eine neue Welle der Kommerzialisierung einläutet.
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Die Open-Education-Bewegung wurde oft als Retterin der öffentlichen Bildung dargestellt, die gegen neoliberale Kommerzialisierung und proprietäre Technologien kämpft (Knox, 2013). Kritiker haben jedoch argumentiert, dass diese Diskurse oft zu vereinfacht sind und die Komplexität der globalen Bildungssysteme und das Zusammenspiel mit kapitalistischen Dynamiken nicht erfassen. Der Begriff "offen" selbst ist mehrdeutig, da er einerseits positiv konnotiert ist, andererseits aber auch ausgenutzt werden kann. Wie Peter Suber (2012) im Zusammenhang mit dem offenen Zugang hervorhob, ist Offenheit immer in spezifischen sozialen und politischen Kämpfen verortet und kann nicht als neutrales oder universell vorteilhaftes Konzept verstanden werden.
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Die Open-Education-Bewegung wurde oft als Retterin der öffentlichen Bildung dargestellt, die gegen neoliberale Kommerzialisierung und proprietäre Technologien kämpft (Knox, 2013). Kritiker haben jedoch argumentiert, dass diese Diskurse oft zu vereinfachend sind und die Komplexität globaler Bildungssysteme und das Zusammenspiel mit kapitalistischen Dynamiken nicht erfassen. Der Begriff „offen" selbst ist mehrdeutig, da er einerseits positiv konnotiert ist, andererseits aber auch ausgenutzt werden kann. Wie Peter Suber (2012) im Zusammenhang mit dem offenen Zugang hervorhob, ist Offenheit immer in spezifischen sozialen und politischen Kämpfen verortet und kann nicht als neutrales oder universell vorteilhaftes Konzept verstanden werden.
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Angesichts der zunehmenden Dominanz digitaler Plattformen und ihrer Logik des Überwachungskapitalismus (Zuboff, 2019) ist es von entscheidender Bedeutung, den Begriff der Offenheit in der Bildung neu zu überdenken. Die Herausforderung besteht darin, kritisch zu analysieren, welche Visionen von Offenheit gefördert werden, von wem und zu welchen Zwecken. Das Versprechen der Offenen Bildung kann nicht auf Fragen der Kosteneinsparung oder Effizienz reduziert werden; es muss auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit, der Inklusion und des Gemeinwohls berücksichtigen.
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In diesem Aufsatz wird das Konzept der Bildungsimaginarien (Jasanoff & Kim, 2015; Rahm, 2023) als Heuristik vorgeschlagen, um zu verstehen, wie Offenheit in verschiedenen Kontexten vorgestellt, mobilisiert und bekämpft wird. Durch die Untersuchung von drei Vorstellungen von Offenheit - *Bildung für alle*, *Modernisierung von Bildungssystemen und Gesellschaften* und *Innovation von Lehr- und Lernpraktiken* - möchte ich die Spannungen und Widersprüche beleuchten, die Open Education heute prägen.
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Die Open-Education-Bewegung wurde oft als Retterin der öffentlichen Bildung dargestellt, die gegen neoliberale Kommerzialisierung und proprietäre Technologien kämpft (Knox, 2013). Kritiker haben jedoch argumentiert, dass diese Diskurse oft zu vereinfachend sind und die Komplexität globaler Bildungssysteme und das Zusammenspiel mit kapitalistischen Dynamiken nicht erfassen. Der Begriff "offen" selbst ist mehrdeutig, da er einerseits positiv konnotiert ist, andererseits aber auch ausgenutzt werden kann. Wie Peter Suber (2012) im Zusammenhang mit dem offenen Zugang hervorhob, ist Offenheit immer in spezifischen sozialen und politischen Kämpfen verortet und kann nicht als neutrales oder universell vorteilhaftes Konzept verstanden werden.
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Angesichts der zunehmenden Dominanz digitaler Plattformen und ihrer Logik des Überwachungskapitalismus (Zuboff, 2019) ist es von entscheidender Bedeutung, den Begriff der Offenheit in der Bildung neu zu überdenken. Die Herausforderung besteht darin, kritisch zu analysieren, welche Visionen von Offenheit gefördert werden, von wem und zu welchen Zwecken. Das Versprechen der Offenen Bildung kann nicht auf Fragen der Kosteneinsparung oder Effizienz reduziert werden; es muss auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit, der Inklusion und des Gemeinwohls berücksichtigen.
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In diesem Aufsatz wird das Konzept der Bildungsimaginarien (Jasanoff & Kim, 2015; Rahm, 2023) als Heuristik vorgeschlagen, um zu verstehen, wie Offenheit in verschiedenen Kontexten vorgestellt, mobilisiert und bekämpft wird. Durch die Untersuchung von drei Vorstellungen von Offenheit - *Bildung für alle*, *Modernisierung von Bildungssystemen und Gesellschaften* und *Innovation von Lehr- und Lernpraktiken* - möchte ich die Spannungen und Widersprüche beleuchten, die Open Education heute prägen.
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## 2 Konzeptuelle Linse: Pädagogische Imaginäre
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Das in den Wissenschafts- und Technologiestudien (Science and Technology Studies, STS) entwickelte Konzept der Imaginarien bietet eine nützliche Linse für die Analyse der Art und Weise, wie Gesellschaften sich wünschenswerte Zukünfte vorstellen und Ressourcen mobilisieren, um diese zu erreichen. Jasanoff und Kim (2015) definieren soziotechnische Vorstellungen als "kollektiv gehaltene, institutionell stabilisierte und öffentlich vorgetragene Visionen wünschenswerter Zukünfte, die durch ein gemeinsames Verständnis von Formen des sozialen Lebens und der sozialen Ordnung belebt werden, die durch Fortschritte in Wissenschaft und Technologie erreichbar sind und diese unterstützen" (S. 4).
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Auf die Bildung angewandt, können Imaginarien uns helfen zu verstehen, wie Offenheit nicht nur als eine Reihe technischer oder pädagogischer Praktiken, sondern als Teil umfassenderer Visionen des sozialen Fortschritts verstanden wird. Bildungsvorstellungen sind nicht neutral; sie spiegeln Machtverhältnisse, kulturelle Annahmen und politische Agenden wider. Sie können zu Innovation und Zusammenarbeit anregen, aber auch Möglichkeiten einschränken, indem sie bestimmte Erzählungen gegenüber anderen privilegieren.
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In den folgenden Abschnitten diskutiere ich drei Vorstellungen von Offenheit in der Bildung, die die Debatten und Praktiken der letzten Jahrzehnte geprägt haben:
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In diesem Aufsatz wird das Konzept der Bildungsimaginarien (Jasanoff & Kim, 2015; Rahm, 2023) als Heuristik vorgeschlagen, um zu verstehen, wie Offenheit in verschiedenen Kontexten vorgestellt, mobilisiert und ausgehandelt wird. Durch die Untersuchung von drei Imaginarien der Offenheit – *Bildung für alle*, *Modernisierung von Bildungssystemen und Gesellschaften* und *Innovation von Lehr- und Lernpraktiken* – möchte ich die Spannungen und Widersprüche beleuchten, die Open Education heute prägen.
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## 2 Konzeptuelle Linse: Pädagogische Imaginarien
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Das in den Wissenschafts- und Technologiestudien (Science and Technology Studies, STS) entwickelte Konzept der Imaginarien bietet eine nützliche Linse für die Analyse der Art und Weise, wie Gesellschaften sich wünschenswerte Zukünfte vorstellen und Ressourcen mobilisieren, um diese zu erreichen. Jasanoff und Kim (2015) definieren soziotechnische Imaginarien als „kollektiv geteilte, institutionell stabilisierte und öffentlich aufgeführte Visionen wünschenswerter Zukünfte, die durch ein gemeinsames Verständnis von Formen des sozialen Lebens und der sozialen Ordnung belebt werden, die durch Fortschritte in Wissenschaft und Technologie erreichbar sind und diese unterstützen" (S. 4, Übers. d. Verf.).
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Auf die Bildung angewandt, können Imaginarien uns helfen zu verstehen, wie Offenheit nicht nur als eine Reihe technischer oder pädagogischer Praktiken, sondern als Teil umfassenderer Visionen des sozialen Fortschritts verstanden wird. Bildungsimaginarien sind nicht neutral; sie spiegeln Machtverhältnisse, kulturelle Annahmen und politische Agenden wider. Sie können zu Innovation und Zusammenarbeit anregen, aber auch Möglichkeiten einschränken, indem sie bestimmte Erzählungen gegenüber anderen privilegieren.
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In den folgenden Abschnitten diskutiere ich drei Imaginarien von Offenheit in der Bildung, die die Debatten und Praktiken der letzten Jahrzehnte geprägt haben:
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1. Bildung für alle
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2. Modernisierung von Bildungssystemen und Gesellschaften
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3. Innovation von Lehr- und Lernpraktiken
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Jede dieser Vorstellungen beleuchtet unterschiedliche Aspekte der Offenheit und hat spezifische Auswirkungen auf Politik, Praxis und Forschung.
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Jede dieser Imaginarien beleuchtet unterschiedliche Aspekte der Offenheit und hat spezifische Auswirkungen auf Politik, Praxis und Forschung.
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## 2.1 Bildung für alle
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In den 1960er Jahren wurde die Offene Pädagogik vor allem als kindzentrierter Ansatz gehandhabt, der die aktive Beteiligung der Kinder an ihrem eigenen Lernen betonte (Lynch, 1975). Diese pädagogische Ausrichtung war eng mit breiteren sozialen Bewegungen verbunden, die sich für Gleichheit, Demokratie und individuelle Freiheit einsetzten. Der Slogan "Bildung für alle" brachte das Bestreben zum Ausdruck, soziale Barrieren zu überwinden und jedem Kind die Möglichkeit zu geben, entsprechend seinen Bedürfnissen und Interessen zu lernen.
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Eine der prominentesten Manifestationen dieser Vorstellung war die Gründung der Open University im Vereinigten Königreich im Jahr 1969. Die OUUK verkörperte die Idee, dass Hochschulbildung für alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ihrem Alter oder ihrem Wohnort zugänglich sein sollte (Bell & Tight, 1993). Durch den Einsatz von Fernunterrichtstechnologien und einer offenen Zulassungspolitik schuf die OUUK Wege für nicht-traditionelle Lernende in die Hochschulbildung. Ihr Erfolg inspirierte ähnliche Initiativen auf der ganzen Welt und trug dazu bei, dass lebenslanges Lernen als politisches Ziel auf breiterer Basis akzeptiert wurde.
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Die Vorstellung von "Bildung für alle" fand auch auf internationaler Ebene Anklang. Die 1990 von der UNESCO ins Leben gerufene Bewegung "Bildung für alle" wollte Regierungen und die Zivilgesellschaft mobilisieren, um eine allgemeine Grundschulbildung zu erreichen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu beseitigen. Obwohl erhebliche Fortschritte erzielt wurden, bestehen nach wie vor Ungleichheiten, insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen und in marginalisierten Gemeinschaften (UNESCO, 2015).
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In den 1960er Jahren wurde die Offene Pädagogik vor allem als kindzentrierter Ansatz gehandhabt, der die aktive Beteiligung der Kinder an ihrem eigenen Lernen betonte (Lynch, 1975). Diese pädagogische Ausrichtung war eng mit breiteren sozialen Bewegungen verbunden, die sich für Gleichheit, Demokratie und individuelle Freiheit einsetzten. Der Slogan „Bildung für alle" brachte das Bestreben zum Ausdruck, soziale Barrieren zu überwinden und jedem Kind die Möglichkeit zu geben, entsprechend seinen Bedürfnissen und Interessen zu lernen.
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Eine der prominentesten Manifestationen dieses Imaginären war die Gründung der Open University im Vereinigten Königreich im Jahr 1969. Die OUUK verkörperte die Idee, dass Hochschulbildung für alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ihrem Alter oder ihrem Wohnort zugänglich sein sollte (Bell & Tight, 1993). Durch den Einsatz von Fernunterrichtstechnologien und einer offenen Zulassungspolitik schuf die OUUK Wege für nicht-traditionelle Lernende in die Hochschulbildung. Ihr Erfolg inspirierte ähnliche Initiativen auf der ganzen Welt und trug dazu bei, dass lebenslanges Lernen als politisches Ziel auf breiterer Basis akzeptiert wurde.
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Das Imaginäre der „Bildung für alle" fand auch auf internationaler Ebene Anklang. Die 1990 von der UNESCO ins Leben gerufene Bewegung „Bildung für alle" wollte Regierungen und die Zivilgesellschaft mobilisieren, um eine allgemeine Grundschulbildung zu erreichen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu beseitigen. Obwohl erhebliche Fortschritte erzielt wurden, bestehen nach wie vor Ungleichheiten, insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen und in marginalisierten Gemeinschaften (UNESCO, 2015).
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Der Diskurs über Bildung für alle ist im digitalen Zeitalter durch die Förderung von OER und MOOCs neu belebt worden. Befürworter argumentieren, dass digitale Technologien die Kosten für Bildung drastisch senken und Millionen von Lernenden weltweit den Zugang ermöglichen können. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die digitale Kluft, Sprachbarrieren und kulturelle Vorurteile die Inklusivität dieser Initiativen weiterhin einschränken (Knox, 2013). Darüber hinaus überschattet die Konzentration auf den Zugang oft Fragen der Pädagogik, der Qualität und der Unterstützung der Lernenden.
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Aus einer imaginären Perspektive verkörpert Bildung für alle eine utopische Vision von Offenheit, die Universalität und Gleichheit betont. Sie inspiriert politische Maßnahmen und Projekte, die auf eine Ausweitung des Zugangs abzielen, birgt aber auch die Gefahr, dass die Komplexität der Bildungssysteme vereinfacht und strukturelle Ungleichheiten unterschätzt werden. Die Spannung zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist ein wiederkehrendes Thema in der Geschichte der Offenen Bildung.
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Aus der Perspektive der Imaginarien verkörpert „Bildung für alle" eine utopische Vision von Offenheit, die Universalität und Gleichheit betont. Sie inspiriert politische Maßnahmen und Projekte, die auf eine Ausweitung des Zugangs abzielen, birgt aber auch die Gefahr, dass die Komplexität der Bildungssysteme vereinfacht und strukturelle Ungleichheiten unterschätzt werden. Die Spannung zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist ein wiederkehrendes Thema in der Geschichte der Offenen Bildung.
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## 2.2 Modernisierung von Bildungssystemen und Gesellschaften
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Seit den 1960er Jahren gibt es Bestrebungen, die Open-Education-Bewegung zur Modernisierung der Bildungssysteme und sogar der Gesellschaft zu nutzen. Bei der Open University im Vereinigten Königreich ging es beispielsweise nicht nur darum, den Zugang zu erweitern, sondern auch darum, die britische Gesellschaft zu modernisieren, indem die Bürger mit dem Wissen und den Fähigkeiten ausgestattet wurden, die sie für eine sich rasch verändernde Wirtschaft benötigten (Weinbren, 2015).
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In den folgenden Jahrzehnten wurde diese Vorstellung von Regierungen und internationalen Organisationen aufgegriffen, die Offenheit als Motor für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Zusammenhalt betrachten. Die Initiative "Opening up Education" der Europäischen Kommission (2013) ist ein gutes Beispiel dafür. Sie betrachtet OER und MOOCs als Instrumente zur Modernisierung der Bildung, indem sie diese flexibler und effizienter machen und an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anpassen. In ähnlicher Weise haben nationale Strategien digitale Lernplattformen und offene Inhalte als Mittel zur Vorbereitung von Studierenden auf die wissensbasierte Wirtschaft gefördert.
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Diese Modernisierungsvorstellung positioniert Offenheit als Hebel für systemische Veränderungen. Sie betont die Skalierbarkeit, die Effizienz und die Anpassung an wirtschaftliche Prioritäten. Dies hat zwar zu erheblichen Investitionen und institutionellen Reformen geführt, aber auch Bedenken hinsichtlich der Instrumentalisierung und der Vernachlässigung umfassenderer Bildungswerte geweckt. Kritiker warnen, dass die Konzentration auf Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit die eigentlichen Ziele der Bildung, wie persönliche Entwicklung, kritisches Denken und demokratische Teilhabe, überschatten kann (Biesta, 2010).
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Die Modernisierungsvorstellung ist eng mit Diskursen über digitale Transformation und Innovation verbunden. Offene Bildung wird als eine Möglichkeit dargestellt, das Potenzial neuer Technologien - von der Lernanalyse bis zur KI - zu nutzen, um die Bildung personalisierter, anpassungsfähiger und datengesteuerter zu machen. Befürworter argumentieren, dass dies die Qualität und Verantwortlichkeit verbessern wird, während Kritiker vor den Risiken der Überwachung, Standardisierung und des Verlusts der pädagogischen Autonomie warnen (Williamson, 2017).
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Aus der Perspektive der Imaginären spiegelt das Modernisierungsnarrativ eine technokratische Vision von Offenheit wider. Sie mobilisiert Ressourcen und legitimiert Reformen, aber sie engt auch den Bereich dessen ein, was in der Bildung als wertvoll gilt. Indem Offenheit in erster Linie als Modernisierung verstanden wird, besteht die Gefahr, dass Bildung wirtschaftlichen Imperativen und technologischem Determinismus untergeordnet wird.
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## 2.3 Innovative Lehr- und Lernpraktiken
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Die dritte und letzte Vorstellung von offener Bildung bezieht sich auf das Kerngeschäft der Bildung: Lehren und Lernen. Dieses Imaginäre betont das transformative Potenzial von Offenheit, um pädagogische Praktiken zu verändern, die Zusammenarbeit zu fördern und Lernende zu befähigen.
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In den folgenden Jahrzehnten wurde dieses Imaginäre von Regierungen und internationalen Organisationen aufgegriffen, die Offenheit als Motor für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Zusammenhalt betrachten. Die Initiative „Opening up Education" der Europäischen Kommission (2013) ist ein gutes Beispiel dafür. Sie betrachtet OER und MOOCs als Instrumente zur Modernisierung der Bildung, indem sie diese flexibler und effizienter machen und an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anpassen. In ähnlicher Weise haben nationale Strategien digitale Lernplattformen und offene Inhalte als Mittel zur Vorbereitung von Studierenden auf die wissensbasierte Wirtschaft gefördert.
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Das Modernisierungsimaginäre positioniert Offenheit als Hebel für systemische Veränderungen. Es betont die Skalierbarkeit, die Effizienz und die Anpassung an wirtschaftliche Prioritäten. Dies hat zwar zu erheblichen Investitionen und institutionellen Reformen geführt, aber auch Bedenken hinsichtlich der Instrumentalisierung und der Vernachlässigung umfassenderer Bildungswerte geweckt. Kritiker warnen, dass die Konzentration auf Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit die eigentlichen Ziele der Bildung, wie persönliche Entwicklung, kritisches Denken und demokratische Teilhabe, überschatten kann (Biesta, 2010).
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Das Modernisierungsimaginäre ist eng mit Diskursen über digitale Transformation und Innovation verbunden. Offene Bildung wird als eine Möglichkeit dargestellt, das Potenzial neuer Technologien – von der Lernanalyse bis zur KI – zu nutzen, um die Bildung personalisierter, anpassungsfähiger und datengesteuerter zu machen. Befürworter argumentieren, dass dies die Qualität und Verantwortlichkeit verbessern wird, während Kritiker vor den Risiken der Überwachung, Standardisierung und des Verlusts der pädagogischen Autonomie warnen (Williamson, 2017).
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Aus der Perspektive der Imaginarien spiegelt das Modernisierungsnarrativ eine technokratische Vision von Offenheit wider. Es mobilisiert Ressourcen und legitimiert Reformen, engt aber auch den Bereich dessen ein, was in der Bildung als wertvoll gilt. Indem Offenheit in erster Linie als Modernisierung verstanden wird, besteht die Gefahr, dass Bildung wirtschaftlichen Imperativen und technologischem Determinismus untergeordnet wird.
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## 2.3 Innovation von Lehr- und Lernpraktiken
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Das dritte und letzte Imaginäre der Offenen Bildung bezieht sich auf das Kerngeschäft der Bildung: Lehren und Lernen. Es betont das transformative Potenzial von Offenheit, um pädagogische Praktiken zu verändern, die Zusammenarbeit zu fördern und Lernende zu befähigen.
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OER spielen in dieser Vision eine zentrale Rolle, nicht nur als kostensparende Ressourcen, sondern auch als Katalysatoren für neue Formen des Lehrens und Lernens. Das Konzept der offenen Bildungspraktiken (Open Educational Practices, OEP) ist entstanden, um diese breitere Perspektive zu erfassen, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie Offenheit partizipative, lernerzentrierte und sozial vernetzte Pädagogik unterstützen kann (Ehlers, 2011; Cronin, 2017). Beispiele hierfür sind die gemeinsame Erstellung von Lernmaterialien, offene Peer-Reviews und gemeinschaftsbasierte Projekte.
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In den letzten Jahren wurde diese Vorstellung um die Möglichkeiten der KI und anderer neuer Technologien erweitert. Befürworter sind der Meinung, dass KI OER verbessern kann, indem sie personalisiertes Feedback, automatische Inhaltsanpassung und intelligente Tutorensysteme ermöglicht (Bozkurt, 2023). Gleichzeitig machen Bedenken hinsichtlich Voreingenommenheit, Transparenz und Ethik deutlich, dass ein kritisches Engagement und regulatorische Rahmenbedingungen erforderlich sind.
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Aus der Perspektive von Imaginären hebt die Innovationserzählung die Mikroebene der Bildungspraxis hervor. Sie konzentriert sich auf Klassenzimmer, Lehrkräfte und Lernende und darauf, wie Offenheit ihre Interaktionen umgestalten kann. Diese Vorstellungswelt findet bei Pädagogen, die mit neuen Ansätzen experimentieren und Praxisgemeinschaften aufbauen wollen, großen Anklang.
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Die Vorstellung von Innovation steht jedoch auch vor Herausforderungen. Sie stützt sich oft auf enthusiastische Pioniere und projektbezogene Finanzierung, was die Nachhaltigkeit zu einem Problem macht. Darüber hinaus sind die Auswirkungen von OEP auf das allgemeine Bildungswesen nach wie vor umstritten, wobei einige Studien transformative Effekte hervorheben, während andere auf eine begrenzte Übernahme und institutionelle Hindernisse hinweisen (Weller, 2014).
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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die drei Vorstellungen von Offenheit - Bildung für alle, Modernisierung der Systeme und innovative Praktiken - komplementäre, aber auch widersprüchliche Visionen bieten. Gemeinsam prägen sie das Feld der offenen Bildung und schaffen sowohl Chancen als auch Spannungen.
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## Nr. 3 Diskussion
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In den letzten Jahren wurde dieses Imaginäre um die Möglichkeiten der KI und anderer neuer Technologien erweitert. Befürworter sind der Meinung, dass KI OER verbessern kann, indem sie personalisiertes Feedback, automatische Inhaltsanpassung und intelligente Tutorensysteme ermöglicht (Bozkurt, 2023). Gleichzeitig machen Bedenken hinsichtlich Voreingenommenheit, Transparenz und Ethik deutlich, dass ein kritisches Engagement und regulatorische Rahmenbedingungen erforderlich sind.
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Aus der Perspektive der Imaginarien hebt das Innovationsnarrativ die Mikroebene der Bildungspraxis hervor. Es konzentriert sich auf Klassenzimmer, Lehrkräfte und Lernende und darauf, wie Offenheit ihre Interaktionen umgestalten kann. Dieses Imaginäre findet bei Pädagogen, die mit neuen Ansätzen experimentieren und Praxisgemeinschaften aufbauen wollen, großen Anklang.
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Das Innovationsimaginäre steht jedoch auch vor Herausforderungen. Es stützt sich oft auf enthusiastische Pioniere und projektbezogene Finanzierung, was die Nachhaltigkeit zu einem Problem macht. Darüber hinaus sind die Auswirkungen von OEP auf das allgemeine Bildungswesen nach wie vor umstritten, wobei einige Studien transformative Effekte hervorheben, während andere auf eine begrenzte Übernahme und institutionelle Hindernisse hinweisen (Weller, 2014).
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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die drei Imaginarien der Offenheit – Bildung für alle, Modernisierung der Systeme und Innovation der Praktiken – komplementäre, aber auch widersprüchliche Visionen bieten. Gemeinsam prägen sie das Feld der Offenen Bildung und schaffen sowohl Chancen als auch Spannungen.
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## 3 Diskussion
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Da Open Education wieder an Aufmerksamkeit gewonnen hat und zunehmend als Instrument zur Lösung wichtiger Bildungsfragen durch tiefgreifende KI-Integration angesehen wird, scheint eine kritische Analyse der Visionen und Argumente der letzten zwei Jahrzehnte gerechtfertigt.
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Der Rahmen der Vorstellungswelt hilft dabei, aufzuzeigen, wie Offenheit in verschiedenen Kontexten und mit unterschiedlichen Zielen mobilisiert wird. Bildung für alle hebt die egalitären Bestrebungen der Offenheit hervor, läuft aber Gefahr, strukturelle Ungleichheiten zu übersehen. Die Modernisierungsvorstellung zeigt, wie Offenheit für wirtschaftliche und politische Agenden instrumentalisiert werden kann, und wirft Fragen zu Werten und Prioritäten auf. Das Imaginäre der Innovation zeigt das pädagogische Potenzial der Offenheit, aber auch ihre Fragilität angesichts institutioneller Zwänge.
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Kritisch anzumerken ist, dass sich diese Vorstellungswelten nicht gegenseitig ausschließen, sondern sich oft überschneiden und ineinandergreifen. So verband der Vorstoß für MOOCs die Rhetorik der Bildung für alle mit dem Modernisierungsdiskurs der Effizienz und dem Innovationsnarrativ der neuen Pädagogik. Die daraus resultierende Mischform konnte viel Aufmerksamkeit erregen, offenbarte aber auch Widersprüche, wie die begrenzte Reichweite für benachteiligte Gruppen und die fragwürdige Nachhaltigkeit.
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Mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz erhält diese Dynamik eine neue Dimension. Einerseits wird KI als ein "digitales öffentliches Gut" dargestellt, das OER verbessern und die Bildung demokratisieren kann. Andererseits verstärkt sie die Besorgnis über Datenextraktion, Überwachung und Unternehmenskontrolle. Ob KI die Offenheit unterstützt oder untergräbt, hängt davon ab, wie die Vorstellungen in den kommenden Jahren geformt und bekämpft werden.
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Aus politischer Sicht kann die Anerkennung der Rolle von Vorstellungen dazu beitragen, differenziertere und integrativere Strategien zu entwickeln. Anstatt Offenheit unkritisch als Allheilmittel zu betrachten, sollten sich die politischen Entscheidungsträger fragen: Welches Imaginäre wird gefördert? Wessen Interessen werden bedient? Welchen Werten wird Vorrang eingeräumt? In ähnlicher Weise können Pädagogen und Forscher den Blickwinkel der Imaginarien nutzen, um über ihre eigenen Praktiken nachzudenken und alternative Visionen von Offenheit zu erkunden, die gerechter, demokratischer und nachhaltiger sind.
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Letztlich wird die Zukunft der Offenen Bildung nicht nur von Technologien oder Ressourcen abhängen, sondern von den Vorstellungen, die das kollektive Handeln leiten. Indem wir uns kritisch mit diesen Vorstellungen auseinandersetzen, können wir die Versprechen und Fallstricke der Offenheit im digitalen Zeitalter besser bewältigen.
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Der analytische Rahmen der Imaginarien hilft dabei aufzuzeigen, wie Offenheit in verschiedenen Kontexten und mit unterschiedlichen Zielen mobilisiert wird. „Bildung für alle" hebt die egalitären Bestrebungen der Offenheit hervor, läuft aber Gefahr, strukturelle Ungleichheiten zu übersehen. Das Modernisierungsimaginäre zeigt, wie Offenheit für wirtschaftliche und politische Agenden instrumentalisiert werden kann, und wirft Fragen zu Werten und Prioritäten auf. Das Innovationsimaginäre zeigt das pädagogische Potenzial der Offenheit, aber auch ihre Fragilität angesichts institutioneller Zwänge.
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Kritisch anzumerken ist, dass sich diese Imaginarien nicht gegenseitig ausschließen, sondern sich oft überschneiden und ineinandergreifen. So verband der Vorstoß für MOOCs die Rhetorik der Bildung für alle mit dem Modernisierungsdiskurs der Effizienz und dem Innovationsnarrativ der neuen Pädagogik. Die daraus resultierende Mischform konnte viel Aufmerksamkeit erregen, offenbarte aber auch Widersprüche, wie die begrenzte Reichweite für benachteiligte Gruppen und die fragwürdige Nachhaltigkeit.
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Mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz erhält diese Dynamik eine neue Dimension. Einerseits wird KI als ein „digitales öffentliches Gut" dargestellt, das OER verbessern und die Bildung demokratisieren kann. Andererseits verstärkt sie die Besorgnis über Datenextraktion, Überwachung und Unternehmenskontrolle. Ob KI die Offenheit unterstützt oder untergräbt, hängt davon ab, wie die Imaginarien in den kommenden Jahren geformt und ausgehandelt werden.
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Aus politischer Sicht kann die Anerkennung der Rolle von Imaginarien dazu beitragen, differenziertere und integrativere Strategien zu entwickeln. Anstatt Offenheit unkritisch als Allheilmittel zu betrachten, sollten sich die politischen Entscheidungsträger fragen: Welches Imaginäre wird gefördert? Wessen Interessen werden bedient? Welchen Werten wird Vorrang eingeräumt? In ähnlicher Weise können Pädagogen und Forscher die Perspektive der Imaginarien nutzen, um über ihre eigenen Praktiken nachzudenken und alternative Visionen von Offenheit zu erkunden, die gerechter, demokratischer und nachhaltiger sind.
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Letztlich wird die Zukunft der Offenen Bildung nicht nur von Technologien oder Ressourcen abhängen, sondern von den Imaginarien, die das kollektive Handeln leiten. Indem wir uns kritisch mit diesen Imaginarien auseinandersetzen, können wir die Versprechen und Fallstricke der Offenheit im digitalen Zeitalter besser bewältigen.
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