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phillipangelina 23d9e9c95f Website/content/oer-und-oep/index.md aktualisiert 2026-01-20 14:25:24 +00:00
phillipangelina 9b73f164ab Grafik rausgenommen und mit mermaid ersetzt. Für bessere übersicht 2026-01-20 14:24:36 +00:00
phillipangelina ba4ef53923 Inhaltsverzeichnis aktualisiert 2026-01-20 14:13:42 +00:00
phillipangelina e645ef429c Kleine Anpassung und Verbesserung
Rezeptkarte und Ziel des Moduls eingefügt.
2026-01-20 14:10:01 +00:00
Jörg Lohrer 787cccdc74 Update oer/OEP Phillip, Corinna, Jörg 20.01.2026 2026-01-20 12:28:14 +01:00
Jörg Lohrer b8bbeb0607 überarbeitungen Phillip, Jörg, Corinna 20.01.2026 2026-01-20 12:26:55 +01:00
Jörg Lohrer 8574e061c6 5v-schuerze.jpg ergänzt 2026-01-20 12:25:45 +01:00
Jörg Lohrer 894c5b361a 5V verschoben in oer-und-oep Beitrag 2026-01-20 12:23:00 +01:00
Jörg Lohrer 312174f5b5 Merge branch 'main' into update-lernmodul 2026-01-20 10:30:20 +00:00
joerglohrer dffb7adda6 Orga/dienstagsmeeting.md aktualisiert 2026-01-20 09:08:37 +00:00
Laura M 41ed3b4338 Merge pull request 'Blogbeitrag kirchliche Mitsprache vs Open' (#613) from kirchliche into main
Reviewed-on: https://git.rpi-virtuell.de/Comenius-Institut/FOERBICO_und_rpi-virtuell/pulls/613
2026-01-20 08:03:46 +00:00
Laura Mößle 4d682107bc Metadaten und Bild hinzugefügt 2026-01-20 08:56:18 +01:00
Ludger Sicking 7121ac415f Merge pull request 'add-hinweis-viera-wiener-schriftart' (#611) from update-blogpost-canva into main
Reviewed-on: https://git.rpi-virtuell.de/Comenius-Institut/FOERBICO_und_rpi-virtuell/pulls/611
2026-01-19 09:23:22 +00:00
buchwaldchassee 9e40d6e627 add-hinweis-viera-wiener-schriftart 2026-01-16 15:58:39 +00:00
lmoessle 229e8f2ceb Änderungshinweise von Viera und Florian ergänzt 2025-10-14 13:42:05 +00:00
lmoessle e8df79b545 Literatur eingearbeitet und Text ergänzt 2025-08-22 08:53:04 +00:00
lmoessle 0a92cd3839 Website/content/posts/2026-01-10-Kirchliche-Mitsprache-vs-open?/index.md hinzugefügt 2025-08-21 12:36:18 +00:00
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@ -7,7 +7,7 @@ Die Rollen Moderatorin, Protokollantin und Zeitwächterin müssen vergeben werde
grundlegende Struktur der Treffen
**9:00 - 9:45 Uhr**: gemeinsames Treffen von rpi-virtuell & FOERBICO
**10:00 - 11:00 Uhr**: gemeinsames Treffen von rpi-virtuell & FOERBICO
1. Protokollant*in und Zeitwächter*in festlegen [5''] - wenn noch nicht erfolgt oder abwesend
2. Tagesordnung mit Zeitangaben festlegen [10'']
@ -15,13 +15,13 @@ grundlegende Struktur der Treffen
- die priorisierten Themen bilden die Tagesordnung
- geschätzte Zeit pro Thema festlegen (maximal 30 Minuten)
3. mit Tagesordnung beginnen - Gesamtfragen klären [30'']
4. Zeitsignal um 9:30 Uhr =>
4. Zeitsignal um 10:45 Uhr =>
- Punkte in den letzten 15 min zu Ende bringen
- entscheiden, welche TOP's in Break-out-Räumen weiter besprochen werden sollen. [5'']
- offen bleibende TOPs wandern zurück ins Backlog
**9:45 - 10:30 Uhr:** detailliertere Diskussion zu obigen oder weiteren Themen in Break-out-Räumen
**10:45 - 11:30 Uhr** (_optional_): weiterer Austausch in den Break-out-Räumen
**11:00 - 12:00 Uhr:** detailliertere Diskussion zu obigen oder weiteren Themen in Break-out-Räumen
## Protokoll
- unser [Kanban-Board in git](https://git.rpi-virtuell.de/Comenius-Institut/FOERBICO_und_rpi-virtuell/projects/52)

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@ -5,27 +5,26 @@ title: OER und OEP
url: oer-und-oep
---
Viele Lehr- und Lernmaterialien dürfen nicht einfach weitergegeben, angepasst oder gemeinsam weiterentwickelt werden selbst dann nicht, wenn sie eigentlich für Bildung gedacht sind. Das erschwert Zusammenarbeit, Innovation und den Zugang zu Wissen.
## Inhaltsverzeichnis
- [Was sind OER und OEP - Kleine theoretische Einführung](#oeroep)
- [Selbstlernmodul - Methodisch-didaktische Fähigkeiten zu OER und OEP](#selbstlernmodul)
Dieses Selbstlernmodul lädt dich dazu ein, eine andere Art des Umgangs mit Bildungsinhalten kennenzulernen: Materialien, die geteilt, angepasst und gemeinsam weiternentwickelt werden können.
[![Zum OER-Selbstlernmodul](Button_zum-OER-Selbstlernmodul.png)](lernmodul)
Das Modul richtet sich an alle, die:
- offenere Lehr- und Lernformen kennenlernen möchten
- Materialien nicht nur nutzen, sondern auch weiterentwickeln wollen
- nach Orientierung im Umgang mit offenen Lizenzen suchen
Im Verlauf des Moduls lernst du die zentralen Begriffe, Prinzipien und Handlungsmöglichkeiten kennen, die diese offene Bildungspraxis tragen. Die folgenden Definitionen bilden dafür die gemeinsame Ausgangsbasis.
## Was sind Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP)?
## Was sind Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP)? {#oeroep}
**Open Educational Resources (OER)** sind freie Lehr- und Lernmaterialien, die unter offenen Lizenzen veröffentlicht werden. Offene Lizenzen schaffen die Möglichkeit, dass die Lehr- und Lernmaterialien rechtssicher und kostenlos benutzt, bearbeitet und durch Dritte weiterverarbeitet werden können, ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Die OER-Formate können von Texten, Videos, Präsentationen, Bildern, Podcasts und Planspielen bis hin zu kompletten Kursmaterialien und Lehrbüchern reichen. OER fördern den offenen Zugang zu Wissen und unterstützen die globale Bildungsgemeinschaft, indem sie eine flexible Nutzung und Anpassung von Inhalten ermöglichen.
Ziel von OER ist es, den Zugang zu hochwertiger Bildung für alle zu fördern und den Bildungsprozess durch mehr Zusammenarbeit und Innovation zu bereichern. Material wird als OER bezeichnet wenn die 5V-Freiheiten *verwahren*, *verwenden*, *verarbeiten*, *vermischen* und *verbreiten* ermöglichen.
```mermaid
flowchart TD
A[5V Freiheiten] --> B[Verwahren &</br> Verfielfältigen]
A --> C[Verwenden]
A --> D[Verarbeiten]
A --> E[Vermischen]
A --> F[Verbreiten]
```
Siehe auch das Poster „[5 V-Freiheiten für Offenheit](https://www.edcon.dhbw.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Projekte/EdCon/Poster_OER.pdf)“ , Grafik von Mark Mulfinger - BadWolfDesign im Auftrag der DHBW in Anlehnung an Julia Eggestein (Grafik), Jöran Muuß-Merholz (inhaltliche Übersetzung, Anpassung und vorsichtige Erweiterung) und Jörg Lohrer (Wortschöpfer) online abrufbar unter: https://open-educational-resources.de/5rs-auf-deutsch/ Lizenz: [CC BY 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)
**Open Educational Practices (OEP)** beschreiben die dazugehörigen offenen Bildungspraktiken. OEP umfassen alle kollaborativen Methoden und Ansätze zur Erstellung, Nutzung und Weiterentwicklung von OER. Sie ermöglichen es den Nutzenden durch offene Lizenzen aktiv an den so genannten 5V-Freiheiten teilzuhaben. OEP greifen auf Technologien und soziale Netzwerke zurück, um Lernprozesse zu gestalten, in denen Lernende aktiv zusammenarbeiten, Wissen austauschen und voneinander lernen. Der Schwerpunkt liegt auf der Befähigung der Lernenden, selbst Wissen zu produzieren und ihren Bildungsweg aktiv zu gestalten. Darüber hinaus beziehen sich OEP auf pädagogische Ansätze, die auf Offenheit und Zusammenarbeit basieren. OEP fördert nicht nur die Nutzung von offenen Materialien, sondern auch die Praxis des gemeinsamen Lernens und der Kollaboration in offenen Netzwerken. Ziel ist es, Lehr- und Lernprozesse zu verbessern und Barrieren im Zugang zu Bildung abzubauen.
Das Ziel von OEP ist es, die Qualität von Bildung durch eine offene, zugängliche und kollaborative Lernkultur zu verbessern und dadurch die Teilhabe und das Lernen für alle zu fördern.
@ -166,3 +165,20 @@ Metadaten sind strukturierte Daten, die Informationen die OER beinhalten. Sie er
- **Technische Metadaten:** Beschreiben technische Informationen über das Format oder die Softwareanforderungen der Ressource.
Metadaten sind entscheidend für die Verwaltung und Auffindbarkeit von OER. Es gibt verschiedene Standards, wie [Dublin Core](https://de.wikipedia.org/wiki/Dublin_Core), [LOM](https://de.wikipedia.org/wiki/Learning_Objects_Metadata) und [SCORM](https://docs.moodle.org/19/de/Lernpaket_(SCORM)), die speziell auf unterschiedliche Anwendungsfälle zugeschnitten sind. Die Wahl des richtigen Standards hängt von den spezifischen Voraussetzungen und Anforderungen der Ressource ab.
## Selbstlernmodul {#selbstlernmodul}
Viele Lehr- und Lernmaterialien dürfen nicht einfach weitergegeben, angepasst oder gemeinsam weiterentwickelt werden selbst dann nicht, wenn sie eigentlich für Bildung gedacht sind. Das erschwert Zusammenarbeit, Innovation und den Zugang zu Wissen.
Dieses Selbstlernmodul lädt dich dazu ein, eine andere Art des Umgangs mit Bildungsinhalten kennenzulernen: Materialien, die geteilt, angepasst und gemeinsam weiternentwickelt werden können.
[![Zum OER-Selbstlernmodul](Button_zum-OER-Selbstlernmodul.png)](lernmodul)
Das Modul richtet sich an alle, die:
- offenere Lehr- und Lernformen kennenlernen möchten
- Materialien nicht nur nutzen, sondern auch weiterentwickeln wollen
- nach Orientierung im Umgang mit offenen Lizenzen suchen
Im Verlauf des Moduls lernst du die zentralen Begriffe, Prinzipien und Handlungsmöglichkeiten kennen, die diese offene Bildungspraxis tragen. Die folgenden Definitionen bilden dafür die gemeinsame Ausgangsbasis.

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@ -7,51 +7,84 @@ url: oer-und-oep/lernmodul
# Das OER-Grundrezept - mit wenigen Zutaten zum offenen Material
Das OER-Grundrezept zeigt dir, wie du mit wenigen, gut verständlichen Schritten eigene offene Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources, kurz OER) erstellen kannst. OER sind frei verfügbare Materialien, die du rechtssicher nutzen, anpassen und teilen darfst ein Gewinn für alle, die Bildung zugänglich und gemeinschaftlich gestalten möchten.
## Inhaltsverzeichnis
- [Kurseinführung](#einfuehrung)
- [Was sind OER?](#oer)
- [Rezeptkarte](#anleitung)
### Das OER-Rezept zum Nachbacken 🍰
- [CC-Lizenz: 🌾 Mehl](#cclizenz)
- Aufgaben / Reflexionsfragen
- [Modularisierung: 🧈 Fett](#modularisierung)
- Aufgaben / Reflexionsfragen
- [Offenes Format - 🍯 Süßungsmittel](#offenesformat)
- Aufgaben / Reflexionsfragen
- [Metadaten: 🥛 Milch](#metadaten)
- Aufgaben / Reflexionsfragen
- [Veröffentlichung: 🧂 Backpulver](#veroeffentlichung)
- Aufgaben / Reflexionsfragen
In diesem Selbstlernmodul erfährst du:
➡️ was OER sind und warum sie für Lehre, Schule und Weiterbildung so wertvoll sind,
## Kurseinführung {#einfuehrung}
➡️ welche grundlegenden „Zutaten“ es braucht, um ein Material in ein OER zu verwandeln,
Um OER nachvollziehbar zu machen, verwenden wir das Bild eines Backrezepts. Hierbei braucht es die 👩‍🍳 Bäckermeister:in, die Vorbereitung und das **Grundrezept**.
➡️ wie du Schritt für Schritt von der Lizenz über das Format bis zur Veröffentlichung dein eigenes OER backst.
### Grundrezept
Um Open Educational Resources (OER) nachvollziehbar und greifbar zu machen, verwenden wir das Bild eines Backrezepts. Ähnlich wie beim Backen oder Kochen bietet ein Rezept Orientierung, Schritt-für-Schritt-Anleitung und hilfreiche Tipps und zeigt zugleich, wie eigene Fähigkeiten entdeckt und weiterentwickelt werden können.*
Das OER-Grundrezept richtet sich an Lehrende, Bildungsverantwortliche und Interessierte, die lernen möchten, wie sie ihre Materialien offen teilen und dabei rechtliche Sicherheit, kreative Freiheit und nachhaltige Nutzung verbinden können.
In unserem Bild gibt es drei zentrale Elemente:
- 👩‍🍳 **Die Bäckermeister:in** die erfahrene Praxisperson, die Wissen, Erfahrung und Anleitung weitergibt.
- 🥣 **Die Vorbereitung** die sorgfältige Planung, die Auswahl der Zutaten und das Verständnis der Grundprinzipien.
- 📜 **Das Grundrezept** die Basisanleitung, die es ermöglicht, etwas Nahrhaftes und Geschmackvolles zu kreieren.
Wie beim echten Backen kann das Rezept nach dem eigenen Geschmack angepasst werden. Man kann experimentieren, eigene Ideen einbringen und die Zubereitung an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Gleichzeitig gilt: Manche Rezepte sind komplex, und Zusammenarbeit kann helfen. In Communities lassen sich Erfahrungen teilen, gemeinsam Neues entwickeln und voneinander lernen.
Dieses Bild macht deutlich: OER ist kein starres Konzept, sondern eine offene Praxis, die Orientierung bietet, Kreativität zulässt und Zusammenarbeit fördert. Genau wie beim Backen entsteht so ein Ergebnis, das nicht nur funktional ist, sondern auch persönlich gestaltet und genossen werden kann.
Egal, ob du neu in der OER-Welt bist oder bereits erste Erfahrungen hast hier bekommst du die wichtigsten Grundlagen, praxisnahe Tipps und hilfreiche Werkzeuge, um dein eigenes OER „nach Rezept“ zu gestalten.
👉 Die gesamte Präsentation zum [Download](OER-Einfuehrung.odp)
## Was sind eigentlich Open Educational Resources (OER)? 🤔
Bist du bereit, Mehl zu sieben, den Ofen vorzuheizen und deine Materialien endlich richtig open zu machen? 😄
Dann nichts wie los - die Backstube wartet! 🍪📚
## Was sind eigentlich Open Educational Resources (OER)? 🤔{#oer}
Open Educational Resources (OER) = freie Lehr- und Lernmaterialien, die unter offenen Lizenzen veröffentlicht werden, um sie rechtssicher und kostenlos benutzen, bearbeiten und durch Dritte weiterzuverarbeiten - ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen.
OER bieten eine verlässliche Basis, die individuell angepasst und kreativ verändert werden kann. Sie sind frei teilbar und bleiben durch Weitergabe und Anpassung aktuell, sodass Wissen und Traditionen nicht verloren gehen. Durch ihre klare Struktur geben sie Sicherheit und erleichtern den Einstieg wie ein Rezept, das immer gelingt.
## Was beudetet das für OER - die 5 Vs:
Bevor du loslegst: Schürze an!
Wie haben dir hier die [Grundlagen zu OER&OEP](https://oer.community/oer-und-oep/#was-sind-open-educational-resources-oer-und-open-educational-practices-oep) und [hier die 5V-Freiheiten](https://oer.community/oer-und-oep/#was-sind-open-educational-resources-oer-und-open-educational-practices-oep) als Referenz zum einlesen bereitgestellt.
![](5v-schuerze.jpg)
![5V-Freiheiten-CC-by-4.0.jpg](5V-Freiheiten-CC-by-4.0.jpg)
## Rezeptkarte oder was du in diesem Modul lernst? {#anleitung}
Damit ein Lern- und Lehrmaterial wirklich offen, rechtssicher und nachnutzbar ist, braucht es ein paar grundlegende Informationen „Rezeptkarte“. Diese gibt dir einen grundlegenden Überblick über das, was du am Ende erreichen kannst.
„[5 V-Freiheiten für Offenheit](https://www.edcon.dhbw.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Projekte/EdCon/Poster_OER.pdf)“ , Grafik von Mark Mulfinger - BadWolfDesign im Auftrag der DHBW in Anlehnung an Julia Eggestein (Grafik), Jöran Muuß-Merholz (inhaltliche Übersetzung, Anpassung und vorsichtige Erweiterung) und Jörg Lohrer (Wortschöpfer)
online abrufbar unter: https://open-educational-resources.de/5rs-auf-deutsch/
Lizenz: [CC BY 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)
Die Rezeptkarte hilft dir, dein Material so aufzubereiten, dass andere es verwenden, anpassen und weiterentwickeln können und du selbst von der Arbeit anderer profitierst. Du lernst, worauf es bei Lizenzen, Struktur, Formaten, Metadaten und Veröffentlichung ankommt und wie daraus ein rundes, „gelingsicheres“ OER entsteht.
Das Lernmodul verfolgt insbesondere folgende Ziele:
- Vermittlung eines theoretisch fundierten Verständnisses von OER und OEP im Kontext digitaler Bildung
- Sensibilisierung für rechtliche, technische und didaktische Voraussetzungen offener Bildungsressourcen
- Befähigung zur Erstellung, Nutzung, Anpassung und Veröffentlichung von OER
- Förderung reflexiver und partizipativer Haltungen gegenüber Offenheit, Kollaboration und Wissensweitergabe
- Unterstützung einer gemeinschaftsorientierten offenen Lehr- und Lernpraxis
## Wie lautet das Grundrezept von OER, welche Zutaten braucht es?
Zu erwerbende Kompetenzen
Damit ein Lern- und Lehrmaterial wirklich offen, rechtssicher und nachnutzbar ist, braucht es ein paar grundlegende „Zutaten“. Genau diese zeigt das OER-Grundrezept.
Nach Abschluss dieses Lernmoduls verfügen die Lernenden über folgende **methodisch-praktische** Kompetenzen:
Die Lernenden können eigene Materialien als OER aufbereiten, lizenzieren und veröffentlichen.
Sie können bestehende OER recherchieren, bewerten, anpassen und didaktisch sinnvoll einsetzen.
Sie können geeignete Werkzeuge und Plattformen zur Erstellung und Verbreitung offener Bildungsressourcen auswählen und nutzen.
Sie können Offenheit als Bestandteil einer nachhaltigen und partizipativen Bildungskultur mitgestalten.
Das Grundrezept hilft dir, dein Material so aufzubereiten, dass andere es verwenden, anpassen und weiterentwickeln können und du selbst von der Arbeit anderer profitierst. Du lernst, worauf es bei Lizenzen, Struktur, Formaten, Metadaten und Veröffentlichung ankommt und wie daraus ein rundes, „gelingsicheres“ OER entsteht.
>[!TIP]
><details> <summary> Im Bereich des OER gibt es weitere Kompetenzen, die dieser Kurs nicht abdeckt </summary> Es gibt rechtliche, technische und religionspädagogische Kompetenzen die man auch erwerben kann. Ein Überblick sowie weitere Informationen bieten unsere [Qualitätskriterien](https://oer.community/qualitaet/) sowie weitere Blogbeiträge auf [oer.community](https://oer.community/blog/)
</details>
## Das OER-Rezept zum Nachbacken 🍰
- [🌾 Mehl: CC-Lizenz](#mehl)
- [🧈 Fett: Modularisierung](#fett)
- [🍯 Süßungsmittel: Offenes Format](#suess)
- [🥛 Milch: Metadaten](#milch)
- [🧂 Backpulver: Veröffentlichung](#veroeffentlichung)
## 🌾 Ohne Mehl keinen Kuchen, ohne Lizenz kein OER {#mehl}
## 🌾 Ohne Mehl keinen Kuchen, ohne Lizenz kein OER {#cclizenz}
Wie das Mehl beim Backen ist die Lizenz die wichtigste Grundlage für jedes OER: Ohne sie hält nichts zusammen und niemand weiß, was erlaubt ist.
@ -184,7 +217,7 @@ Sind Bild- und Textlizenz einzeln ausgewiesen? Muss die z.B. die Bildquelle noch
- **Wie nutze ich Canva für OER:** Eine Entscheidungshilfe, wie ich Canva für die OER-Erstellung nutzen kann, findet ihr u.a. im Blogbeitrag "[Canva für OER?](https://oer.community/canva/)".
## 🧈 Fett im Gebäck, einzelne Elemente miteinander verbinden für flexible OER {#fett}
## 🧈 Fett im Gebäck, einzelne Elemente miteinander verbinden für flexible OER {#modularisierung}
Du hast nun das „Mehl“ (die Lizenz) als Basis, nun kommt das Fett ins Gebäck: die Modularisierung. Sie sorgt dafür, dass dein Material flexibel, kombinierbar und wiederverwendbar wird.
@ -279,7 +312,7 @@ Welche CC-Lizenz für welche Einheit (Bild, Quiz, Arbeitsblatt...)?
🔐 Datenschutz beachten: Insbesondere wenn die Lernunterlagen vertraulich sind (z.B. personenbezogene Daten) sollte man vorher die Nutzungs- und Geschäftsbedingungen prüfen, bevor man online das PDF im Browser hochlädt!
## 🍯 Ohne Süße schmeckt der Kuchen nicht, ohne offenes Format macht die Weiterentwicklung sauer {#suess}
## 🍯 Ohne Süße schmeckt der Kuchen nicht, ohne offenes Format macht die Weiterentwicklung sauer {#offenesformat}
Nachdem dein Material lizenziert und modular aufgebaut ist, kommt die Süße ins Gebäck: das offene Format. Nur in offenen Formaten kann dein OER wirklich bearbeitet, angepasst und weitergegeben werden sonst bleibt es starr wie ein trockener Kuchen.
@ -370,7 +403,7 @@ Wie könnte man Module direkt im offenen Format anbieten?
- **Markdown**: Doku zum Workshop beim Projekt KlimaOER: https://oer.community/markdown-einfuehrung-klimaoer/, wer ausprobieren mag: https://t1p.de/MDAusprobieren
## 🥛 Milch macht den Kuchen saftig, Metadaten machen OER reichhaltig {#milch}
## 🥛 Milch macht den Kuchen saftig, Metadaten machen OER reichhaltig {#metadaten}
Nach Lizenzierung, Modularisierung und offenen Formaten kommt die Milch ins Gebäck: die Metadaten. Sie geben deinem OER Struktur, Kontext und Auffindbarkeit ohne sie bleibt dein Material zwar offen, aber schwer nutzbar.

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@ -112,7 +112,7 @@ Plattformen wie [Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/Hauptseit
### Wählt Schriftarten sorgfältig aus ✍️
Standard-Schriftarten wie Arial oder Times New Roman sind kein Problem. Bei ausgefallenen Schriften schaut lieber einmal mehr auf die Lizenz oder greift auf freie Schriftarten von [Google Fonts](https://fonts.google.com/), [Font Library](https://fontlibrary.org/) oder [Open Foundry](https://open-foundry.com/) zurück.
Standard-Schriftarten wie Arial oder Times New Roman sind kein Problem. Bei ausgefallenen Schriften schaut lieber einmal mehr auf die Lizenz oder greift auf freie Schriftarten von [Font Library](https://fontlibrary.org/) oder [Open Foundry](https://open-foundry.com/) zurück. Die Wiener Schulschrift "Primae" ist inzwischen CC-Lizenziert! Sie ist eigens für die Grundschule entwickelt: https://www.schulschrift.at/
### Geometrische oder standardisierte Formen? Kein Problem! 🟦

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@ -0,0 +1,125 @@
---
#commonMetadata:
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id: https://oer.community/schulbuch-oder-offene-bildungsressourcen
name: 'Schulbuch oder offene Bildungsressourcen? Kirchliche Mitsprache bei Religionsschulbüchern vs. offene Entwicklung von OER'
description: >-
Wie entstehen eigentlich die im Religionsuntericht verwendeten Materialien? Neben institutionell geprüften Religionsschulbüchern kommen auch zunehmend mehr offene Bildungsressourcen, sog. OER, zum Einsatz. Der Beitrag beleuchtet, wie sich institutionelle Verbindlichkeit und partizipative Offenheit von Unterrichtsmedien zueinander verhalten und fragt danach, was dies für eine zukunftsfähige Materialkultur bedeuten kann.
inLanguage: de
license: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
creator:
- givenName: Laura
familyName: Mößle
id: https://orcid.org/0000-0001-5255-8063
type: Person
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name: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
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type: Organization
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datePublished: '2026-01-22'
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author:
- Laura Mößle
title: 'Schulbuch oder offene Bildungsressourcen? Kirchliche Mitsprache bei Religionsschulbüchern vs. offene Entwicklung von OER'
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alt: 'Bücherregal (Quelle: Unsplash, Foto von Susan Q Yin)'
summary: >-
Wie entstehen eigentlich die im Religionsuntericht verwendeten Materialien? Neben institutionell geprüften Religionsschulbüchern kommen auch zunehmend mehr offene Bildungsressourcen, sog. OER, zum Einsatz. Der Beitrag beleuchtet, wie sich institutionelle Verbindlichkeit und partizipative Offenheit von Unterrichtsmedien zueinander verhalten und fragt danach, was dies für eine zukunftsfähige Materialkultur bedeuten kann
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tags:
- Schulbücher
- Religionsunterricht
- Kirchliche Mitsprache
- Theologie
- Pluralität
- Open Educational Resources (OER)
- Kollaboration
---
# Schulbuch oder offene Bildungsressourcen? Kirchliche Mitsprache bei Religionsschulbüchern vs. offene Entwicklung von OER
Die Realität der religionspädagogischen Materialentwicklung lässt sich in einem markanten Kontrastbild beschreiben:
Auf der einen Seite befinden sich kirchlich geprüfte Unterrichtswerke, die meist in Form von Schulbüchern vorliegen. Sie entstehen in enger Kooperation von ausgewählten Autor:innen, kirchlichen Aufsichtsstellen und staatlicher Kulutsbehörde.
Auf der anderen Seite stehen offene, digitale Bildungsressourcen (OER), die von Lehrkräften, Praktiker:innen, Wissenschaftler:innen oder Multiplikator:innen erstellt und über Plattformen wie *rpi-virtuell* verbreitet werden. Sie liegen in Form von Arbeitsblättern, Podcasts, Grafiken oder Workshopsreihen vor, können kostenfrei heruntergeladen, unmittelbar angepasst und in unterschiedlichen Kontexten neu eingesetzt werden.
Es sind zwei Welten, die unterschiedlichen Logiken folgen und doch beide für religiöse Bildungsprozesse von zentraler Bedeutung sind.
## Die Entstehung und Genehmigung von Religionsschulbüchern
Die Entwicklung von Religionsbüchern ob katholisch, evangelisch oder islamisch folgt einem hoch formalisierten Verfahren, das von mehreren Akteursgruppen getragen wird.
Im anerkannten Religionsunterricht erfolgt die Zulassung der Schulbücher durch kirchliche bzw. religionsgemeinschaftliche Gremien und durch die jeweilige staatliche Kultusbehörde. Damit soll gewährleistet werden, dass theologische bzw. religionsgemeinschaftliche Korrektheit, didaktische Qualität und rechtliche Vorgaben erfüllt sind. Insgesamt zielen die Begutachtungsmodalitäten durch konstruktive und kritische Hinweise auf die Qualitätsentwicklung des Unterrichtsmediums (vgl. Mendl 2024, 250).
### Katholische Religionsbücher
Das Zulassungsverfahren katholischer Religionsbücher ist kirchenrechtlich festgelegt und bestimmt, dass katholische Religionsbücher der Genehmigung durch die zuständige kirchliche Autorität bedürfen ([c. 827 § 2 CIC](https://www.codex-iuris-canonici.de/cic83_dt_buch3.htm)).
Die [Verfahrensordnung der Deutschen Bischofskonferenz](https://recht.drs.de/fileadmin/user_files/117/Dokumente/Rechtsdokumentation/3/4/1/02_11_01.pdf) aus dem Jahr 2002 präzisiert diesen Prozess.
Zunächst erfolgt eine Begutachtung durch die von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Schulbuchkommission (Art. 3 Abs. 1).
Darüber hinaus ist vorgesehen, dass Autor:innen im Besitz der Missio Canonica sind oder, sofern diese fehlt, eine zustimmende Erklärung des zuständigen Diözesanbischofs vorlegen (Art. 5). Diese Regelung gilt für alle an einem Werk Beteiligten.
Nach erfolgreicher Prüfung erteilt der Diözesanbischof die kirchliche Zulassung, die in den Schulbüchern kenntlich gemacht wird.
### Evangelischer Religionsunterricht
Auch evangelische Religionsbücher unterliegen einem geregelten Zulassungsverfahren. Die Verantwortung liegt bei den jeweiligen Landeskirchen, die in Abstimmung mit den staatlichen Kultusbehörden über die Verwendung von Unterrichtswerken entscheiden.
Grundlage bilden entsprechende kirchenrechtliche Bestimmungen, wie z.B. die [Schulbuchzulassungsordnung der Evangelischen Landeskirche Baden](https://www.kirchenrecht-ekiba.de/document/4302/search/2025).
In einem mehrstufigen Verfahren prüfen theologische Fachreferate und Schulreferate die inhaltliche und didaktische Qualität sowie die Übereinstimmung mit den Rahmenrichtlinien des Religionsunterrichts. Nach erfolgreicher Begutachtung wird das Werk als Lehrmittel für den evangelischen Religionsunterricht zugelassen und entsprechend ausgewiesen.
### Islamischer Religionsunterricht
Die Entwicklung und Zulassung islamischer Religionsbücher folgt bislang keinem einheitlichen Verfahren, sondern ist stark von den föderalen Bildungsstrukturen und den jeweiligen Kooperationsformen zwischen Staat und muslimischen Organisationen abhängig.
In einigen Bundesländern wie z.B. Bayern, Baden-Württemberg, NRW oder Hessen bestehen formalisierte Partnerschaften mit islamischen Beiräten oder wissenschaftlichen Instituten, die an der Erarbeitung von Lehrplänen und der Auswahl geeigneter Unterrichtsmaterialien beteiligt sind ([vgl. Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft 2021](https://aiwg.de/wp-content/uploads/2020/12/AIWG-Expertise-Isamischer-Religionsunterricht-in-Deutschland_Onlinepublikation.pdf)).
In anderen Bundesländern befinden sich solche Gremien noch im Aufbau oder werden durch befristete Kooperationsmodelle ersetzt. Entsprechend unterschiedlich ist der Stand zugelassener Lehrmittel: Während etwa in Bayern oder Hessen bereits genehmigte Schulbücher im Einsatz sind, stützt sich der Unterricht andernorts auf vorläufige Materialien ([vgl. Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft 2021](https://aiwg.de/wp-content/uploads/2020/12/AIWG-Expertise-Isamischer-Religionsunterricht-in-Deutschland_Onlinepublikation.pdf)).
### Staatliche Genehmigung
Neben den kirchlichen und religionsgemeinschaftlichen Zulassungen übernimmt auch die staatliche Kultusbehörde eine zentrale Rolle in der Qualitätssicherung. Ihre Aufgabe besteht darin, die Vereinbarkeit eines Lehrwerks mit den schulrechtlichen Vorgaben sowie den Lehrplänen der Länder zu überprüfen. Dabei steht insbesondere im Fokus, wie die dort verankerten Bildungsstandards im Schulbuch konkretisiert werden.
Da Schulbücher an der Schnittstelle zwischen Lehrplan und Unterricht verortet sind, verdichtet sich in ihnen ein spezifisches Verständnis von Kompetenzorientierung. Dieses Verständnis soll den Unterricht sowohl an grundlegenden Lerntheorien als auch an aktuellen Vorgaben orientieren, wie z.B. die Verwendung von Operatoren bei Arbeitsaufträgen (vgl. Mendl 2024, 250). Darüber hinaus kontrolliert die Kultusbehörde die Übereinstimmung des Lehrwerks mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Die Schulbuchgenehmigung orientiert sich also neben der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Expertise durch die Autor:innen sowohl an der kirchlichen Autorität, die ausgewiesene theologische Fundierung und didaktische Umsetzung prüft, als auch am Staat, der rechtliche Standards und Bildungsziele in Lehrmitteln gewährleistet.
## Verbindlichkeit und Grenzen von Genehmigungsverfahren
Nähere Einblick in ein Genehmigungsverfahren eines katholischen Religionsbuchs liefert Porzelt (2023; 2024). Er versteht die doppelte Bindung von kirchlicher Aufsichtsbehörde und staatlicher Kultusbehörde als Ausdruck eines grundlegenden Spannungsfeldes. Religiöse Bildung ist demnach zweifach bestimmt: Einerseits steht sie unter dem kirchlichen Mandat, das normative Leitlinien vorgibt, andererseits unter den Prinzipien der öffentlichen Schule, die Glaubensfreiheit und Lernendenautonomie garantieren. Schulbücher beanspruchen daher eine besondere Verbindlichkeit, können aber gerade dadurch Pluralität und Vielfalt nur eingeschränkt abbilden.
Porzelt verweist zudem auf die Gefahr, dass durch ein zu stark normiertes Zulassungsverfahren die Offenheit religiöser Bildung eingeschränkt werde. Wenn religiöse Ausdrucksformen oder gesellschaftlich relevante Themen nur am Rande vorkommen, wird das Bildungsangebot leicht in Richtung eines „kanonisch abgesicherten“ Wissens verengt. Damit geht die Herausforderung einher, die Balance zu finden zwischen der notwendigen Autorität, die kirchliche Identität wahrt, und der didaktischen Offenheit, die der Heterogenität heutiger Schüler:innenschaften gerecht wird.
## Entstehung und Qualitätsprozesse von OER
Demgegenüber entstehen OER in deutlich offeneren Strukturen. Sie werden von Personen entwickelt, die sich für Bildung engagieren, das sind mit unter Lehrkräfte, Erzieher:innen, Wissenschaftler:innen, Multiplikator:innen von Fort- und Weiterbildungsangeboten oder NGO's. Diese Offenheit ermöglicht es, viele Menschen an der Entstehung von Lehr-Lernmaterialien zu beteiligen und hinsichtlich der Themenauswahl, Produktion, Darstellung, Verwaltung und Verbreitung von Wissen teilzuhaben (vgl. Paschke 2024, 255)
OER werden meist auf digitalen Plattformen wie z.B. *orca.nrw*, *twillo* oder speziell für religiöse Bildungsprozesse *rpi-virtuell* eingestellt und verbreitet, damit sie einem großen Personenkreis konstenlos zugänglich gemacht werden können.
Charakteristisch für OER ist ihre Adaption und Nachnutzbarkeit. Durch offene Creative Commons-Lizenzen können die Materialien frei heruntergeladen, verändert, an spezifische Kontexte angepasst und neu publiziert werden.
Die Qualitätssicherung vollzieht sich hier nicht durch ein zentrales Genehmigungsverfahren, sondern in dynamischen Prozessen kollaborativer Aushandlung. Nutzer:innen prüfen die Materialien im praktischen Einsatz, geben idealerweise Feedback über Kommentarspalten oder in digitalen Austauschrunden, passen die Materialien an ihre Lerngruppen an und entwickeln sie weiter.
Evaluation, Adaption und iterative Überarbeitung werden so zu Instrumenten der Qualitätssicherung. OER sind somit keine statisch abgeschlossenen Produkte, sondern kontinuierlich erweiterbar.
Diese Offenheit ermöglicht ein hohes Maß an Partizipation, Kreativität und Aktualität. So verdeutlicht Paschke (2024, S. 254f), dass OER die Chance liefern, aktuelle kirchliche Entwicklungen, wie den synodalen Weg oder Out in Church mit geeignetem Material im Unterricht zu bearbeiten, um Schüler:innen über den Schulkontext hinaus dafür zu motivieren, kirchenpolitische Entwicklungen mitzugestalten.
Allerdings birgt die Offenheit jedoch auch gewisse Risiken. Ohne institutionelle Autorisierung können theologische Maßstäbe verschwimmen und die Sicherung inhaltlicher Standards hängt stark von der aktiven Mitwirkung der Community ab.
## Diskussion: Zwischen normativer Verbindlichkeit und partizipativer Offenheit
Die Gegenüberstellung verdeutlicht zwei Modelle der Qualitätsentwicklung, die jeweils eigene Logiken repräsentieren.
Kirchlich bzw. religionsgemeinschaftlich genehmigte Schulbücher gewährleisten theologische Klarheit und institutionelle Verbindlichkeit durch ein organisiertes Genehmigungsverfahren.
OER entfalten ihre Qualität dagegen im Modus der Offenheit. Sie leben von Partizipation, Adaptierbarkeit und der dynamischen Weiterentwicklung durch Praktker:innen.
Religionsgemeinschaftliche bzw. staatlich-kirchliche Verfahren schaffen Verlässlichkeit, können jedoch nach Porzelt (2023; 2024) Innovation und Pluralität begrenzen.
OER eröffnen neue Räume für Partizipation und kontextuelle Passung, sind jedoch anfällig für Beliebigkeit und den Verlust theologischer Tiefe. Die Herausforderung für die religionspädagogische Praxis besteht darin, diese beiden Ansätze nicht als unvereinbare Gegensätze zu betrachten, sondern sie produktiv miteinander zu verknüpfen.
Eine zukunftsweisende Perspektive könnte darin liegen, normative Orientierungen in offene Entwicklungsprozesse einzubringen und zugleich von den partizipativen, adaptiven Praktiken der OER-Communities zu lernen. So könnte eine neue Materialkultur entstehen, die sowohl Verbindlichkeit als auch Offenheit ernst nimmt.
Letztlich bleibt das eingangs skizzierte Bild bestehen. Auf der einen Seite liegt der geordnete Stapel autorisierter Schulbücher, auf der anderen Seite die dynamische, vielleicht chaotisch anmutende Vielfalt frei zugänglicher OER.
Doch gerade in dieser Spannung eröffnet sich die Möglichkeit, beide Welten in einen produktiven Dialog zu führen und eine zukunftsfähige Kultur religiöser Bildung zu gestalten, die institutionelle Verantwortung und kreative Offenheit zumindest miteinander ins Gespräch bringt.
Literatur
* Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) (2021). [Islamischer Religionsunterricht in Deutschland. Qualität, Rahmenbedingungen und Umsetzung](https://aiwg.de/wp-content/uploads/2020/12/AIWG-Expertise-Isamischer-Religionsunterricht-in-Deutschland_Onlinepublikation.pdf), Frankfurt a.M.
* Mendl, H. (2024). Religionsbuch: Quelle und Höhepunkt der Unterrichtsplanung, in: KatBl 149 (4), 249256.
* Paschke, P. (2024). Das "Relibuch" braucht ein Update, in: KatBl 149 (4), 253256.
* Porzelt, B. (2024). Albtraum Religionsbuchgenehmigung, in: KatBl 149 (4), 257-261.
* Porzelt, B. (2023). Wer bestimmt die Normen des Religionsunterrichts? Die Genehmigung von Religionsbüchern im Fadenkreuz, in: MThZ 74 (2023) 207-216.