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@ -28,9 +28,7 @@ Neue Technologien und offene didaktische Modelle bieten die Möglichkeit mit Ler
Allerdings ist es gängige Praxis, dass Bildungsmaterialien auf Grundlage der Bibel erstellt, geteilt und verbreitet werden. Pädagog:innen in schulischen und außerschulischen Lernorten tun dies allerdings in einer rechtlichen Grauzone und deshalb meist im Verborgenen. OER-Expter:innen sprechen bei informeller Nutzung und Austausch ohne offizielle Genehmigung oder Veröffentlichung vom sog. *Dark Reuse* (vgl.[Baas et al 2019](https://doi.org/10.5334/jime.510); vgl.[Beavan 2018](https://doi.org/10.5944/openpraxis.10.4.889)). *Dark Reuse* prägt den Alltag vieler Lehrender, wenn sie Material erstellen, weitergeben und überarbeitet wiederverwenden. Gründe für diesen „dunklen“Austausch von Materialien sind rechtliche Unsicherheiten und Einschränkungen, die den öffentlichen Zugang oder die Verbreitung dieser Materialien erschweren. Wie bereits erwähnt ist die Rechtslage bei der Bibel komplex. Hinzu kommen verschiedene Übersetzungen, Kommentartexte und weitere Medien, die ihre eigenen Urheberrechtsbestimmungen aufweisen, so dass Lehrpersonen, die diese Materialien verwenden, bearbeiten oder weitergeben, möglicherweise gegen das Urheberrecht verstoßen, ohne sich dessen bewusst zu sein.
## Perspektiven
Wie bereits erwähnt ist es möglich, eine schriftliche Genehmigung für die Verwendung von Bibelstellen in Lehrmaterialien anzufragen. Auch wir haben Kontakt mit der deutschen Bibelgesellschaft aufgenommen, um zu klären, ob eine Bearbeitung und Vermischung des lizenzierten Textes für Bildungszwecke möglich ist. Die Antwort ist...
Somit stellt die lizenzrechtliche Regelung der Bibel eine hohe Hürde für eine offene Bildungspraxis in der religionspädagogischen Arbeit dar.
Eine andere Möglichkeit, biblische Texte für OER zu nutzen, bieten z.B. folgende Projekte
Wie bereits erwähnt ist es möglich, eine schriftliche Genehmigung für die Verwendung von Bibelstellen in Lehrmaterialien anzufragen. Auch wir haben Kontakt mit der deutschen Bibelgesellschaft aufgenommen, um zu klären, ob eine Bearbeitung und Vermischung des lizenzierten Textes für Bildungszwecke möglich ist. Die Antwort ist Die Antwort fällt etwas ausführlicher aus, so wird wie bereits erwähnt erklärt, dass für Lehrmaterialien eine Lizenz für die gängigen Übersetzungen ersucht werden müssten. Die exklusiven Nutzungsrechte der Deutschen Bibelgesellschaft beziehen sich auf die Lutherbibel 1984 und 2017 sowie die Gute Nachrichtbibel und die BasisBibel. Die Deutsche Bibelgesellschaft habe über eine CC-Lizenz nachgedacht, aber keine der genannten Übersetzungen unter diese gestellt. Grundsätzlich sei eine Lizenz welche den Anforderung der 5V-Freiheiten genüge nicht möglich. Somit stellt die lizenzrechtliche Regelung der Bibel eine hohe Hürde für eine offene Bildungspraxis in der religionspädagogischen Arbeit dar. Eine andere Möglichkeit, biblische Texte für OER zu nutzen, bieten z.B. ältere Übersetzungen welcher unter die Public Domain fallen oder folgende Projekt.
### Offene Bibel
Die *offene Bibel* erlaubt den Nutzenden, die Bibelübersetzungen frei zu verwenden:
@ -41,7 +39,7 @@ Eine weitere Möglichkeit bietet auch die [diffBibel](http://www.diffbibel.de/)
Die offene Bibel und die diffBibel sind vielversprechende Ansätze, um biblische Texte für schulische und außerschulische Lernkontexte besser zugänglich zu machen. Beide Projekte stellen Texte in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung, die als OER unter einer offenen Lizenz stehen und somit kostenlos genutzt, bearbeitet und geteilt werden können. Dies ist besonders für Bildungseinrichtungen und Didaktiker:innen wertvoll, die so biblische Inhalte unkompliziert in ihre Lernsettings integrieren können und dazu beitragen, ein wichtiges Kulturgut lebendig zu halten.
Offene Lizenzen bringen aber auch Herausforderungen mit sich: Die offene Bibel kann beispielsweise in der Wortwahl von vertrauten Übersetzungen abweichen, was den Wiedererkennungswert mancher Texte mindert. Die offene Bibel kann beispielsweise in der Wortwahl von vertrauten Übersetzungen abweichen, was den Wiedererkennungswert mancher Texte mindert. So findet sich auf der Homepage der offenen Bibel der bekannte Psalm 23 - allerdings in einem unbekannten Wortlaut. Zudem sind die Bibelprojekte noch unvollständig, so dass Nutzer:innen nicht bei allen Bibelversen fündig werden. Dennoch bleibt die Vision bestehen, diese Sammlungen weiter auszubauen und so langfristig eine umfassende und zugängliche Bibelquelle für vielfältige Bildungszwecke zu schaffen.
Offene Lizenzen bringen aber auch Herausforderungen mit sich: Die offene Bibel kann beispielsweise in der Wortwahl von vertrauten Übersetzungen abweichen, was den Wiedererkennungswert mancher Texte mindert. Das liegt u.a. daran, dass sich in der für Schüler:innen am ehesten geeigneten 'Lesefassung' deutlich interpretierende Übersetzungen finden, die um der Verdeutlichung der Interpretation willen den Ursprungstext verändert ausdrücken. So findet sich auf der Homepage der offenen Bibel der bekannte Psalm 23 - allerdings in einem unbekannten Wortlaut. Zudem sind die Bibelprojekte noch unvollständig, so dass Nutzer:innen nicht bei allen Bibelversen fündig werden. Dennoch bleibt die Vision bestehen, diese Sammlungen weiter auszubauen und so langfristig eine umfassende und zugängliche Bibelquelle für vielfältige Bildungszwecke zu schaffen.
### Bibel-Escape-Room
Zum Schluss möchten wir eine spannende Materialempfehlung geben, die perfekt in die bevorstehende Weihnachtszeit passt: Der weihnachtliche Bibel-Escape-Room [Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Licht](https://relilab.org/ruescape/) von Corinna Ullmann und Friederike Wenisch zeigt auf kreative Weise, wie man die Bibel lizenzkonform nutzen kann. Obwohl es sich nicht um OER im klassischen Sinne handelt, da die Materialien mit Canva erstellt wurden, sind alle Materialien frei verfügbar.