# HackathOERn 2026 in Göttingen – Zwischen KI-Editoren, OER-Navigation und offenen Events Vom 11. bis 13. Mai 2026 kamen in den Räumen der [GWDG - Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung](https://gwdg.de/) in Göttingen zahlreiche Open-Education-Enthusiast:innen, Entwickler:innen, Bildungspraktiker:innen und Forschende zusammen, um im Rahmen des [HackathOERn-Projekt](https://edu-sharing-network.org/projekt-hackathoern/) gemeinsam an offenen Bildungsinfrastrukturen zu tüfteln. Ziel des Hackathons war es, Bedarfe, Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze rund um Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP) zu identifizieren und in kollaborativen Arbeitsprozessen weiterzuentwickeln. Auch wir vom FOERBICO-Team waren vor Ort vertreten und haben uns in unterschiedliche Projektgruppen eingebracht. ## Die Projektideen im Überblick: - [AI Content Editor – Generierung und Überarbeitung von Inhalten per AI]( https://edu-sharing-network.org/wp-content/uploads/sites/3/2026/04/01_Steckbrief.pdf) - [fAIr – Indikatoren für OER und ihre Integration in technische Infrastrukturen]( https://edu-sharing-network.org/wp-content/uploads/sites/3/2026/04/02_Steckbrief.pdf) - [poEtree: Der digitale Lernentwicklungsbaum – Ein offenes Lernökosystem für die Schule von morgen]( https://edu-sharing-network.org/wp-content/uploads/sites/3/2026/04/03_Steckbrief.pdf) - [Meine Termine mit MCP, Chatbot und Nostr befreien]( https://edu-sharing-network.org/wp-content/uploads/sites/3/2026/04/04_Steckbrief.pdf) - [Dateiorganisation komplexer zusammenhängender OER]( https://edu-sharing-network.org/wp-content/uploads/sites/3/2026/04/05_Steckbrief.pdf) - [Q&A AI-Chatbot – Intelligenter Zugang zu OER-Wissen]( https://edu-sharing-network.org/wp-content/uploads/sites/3/2026/04/06_Steckbrief.pdf) - [OER-Navigator – Passende Materialien besser finden]( https://edu-sharing-network.org/wp-content/uploads/sites/3/2026/04/07_Steckbrief.pdf) - [FAQ im Metadatendialog – Hilfe im Metadatenworkflow]( https://edu-sharing-network.org/wp-content/uploads/sites/3/2026/04/08_Steckbrief.pdf) ## Gruppenfindung & erster Austausch Bereits zu Beginn zeigte sich, dass viele der eingereichten Projektideen ähnliche Fragestellungen adressierten. Deshalb wurden mehrere Ansätze thematisch gebündelt und in gemeinsamen Arbeitsgruppen weiterentwickelt. Dabei haben sich AI Content Generator, fAIr und Dateiorganisation komplexer OER sowie Termine mit Nostr befreien und OER-Navigator zusammengetan. Wir vom FOERBICO-Team beteiligten uns sowohl an der Editor-Gruppe als auch an der Gruppe rund um OER-Navigation und offene Veranstaltungsdaten. ### KI-gestützte OER-Erstellung: Zwischen Editor, Assistenzsystem und Qualitätssicherung Zu Beginn stellte sich die Gruppe die grundlegenden Fragen: Was macht OER attraktiv und qualitativ gut? Dazu stellte das Schweizer-Team der die im Forschungsprojekt „[Fostering AI & recognition in Open Education](https://www.zhaw.ch/en/research/project/77303)“ entwickelten Indikation aus einer Literaturrecherche vor: BILD Anschließend wurden die Indikatoren sowie die Fragen gemeinsam diskutiert. Auf Basis der Gruppendiskussion wurden folgende Kernpunkte festgehalten: 1. **Niedrigschwellige / intuitive Nutzung**: Attraktivität entsteht durch geringe kognitive Last und schnelle Orientierung. 2. **Anpassbarkeit / Editierbarkeit**: Attraktive Systeme sind nicht statisch, sondern modular aufgebaut und flexibel personalisierbar bzw. anpassbar. 3. **Zeitersparnis & Entlastung**: Attraktivität durch weniger organisatorischer Aufwand, indem beispielsweise nicht alles manuell eingetragen werden muss. 4. **Kollaboration / Teilen / Community**: Attraktivität entsteht sozial – durch sichtbare Nutzung, Austausch und Kooperation. 5. **Vertrauen / Qualitätssicherung**: Attraktivität hängt eng mit nachvollziehbarer Qualität und Vertrauen durch Transparenz zusammen (Stichworte: „Human in the Loop“, „Circle of Trust“ und „Peer Review“). 6. **Übersichtlichkeit & Struktur**: Attraktivität durch Komplexitätsreduktion und ansprechende Aufbereitung. 7. **Offenheit „closed → open“**: Attraktivität entsteht durch Offenheit, (plattformübergreifende) Anschlussfähigkeit und Wiederverwendbarkeit. Im Anschluss wurde es kreativ: Mit der „[Crazy-8-Methode](https://kreativitätstechniken.info/methode/crazy-8/)“ wurden Interface-Ideen skizziert. Ziel der Methode war es, in kurzer Zeit möglichst viele unterschiedliche Ansätze zu visualisieren. BILD Trotz der Vielfalt zeigten sich einige wiederkehrende Gestaltungsmuster: • chatbasierte Einstiege ähnlich bekannter KI-Interfaces • Drag-&-Drop- und Baukastenprinzipien • kollaborative Bearbeitung wie in Google Docs • KI-Assistenten mit transparentem Feedback • Variantenmanagement für unterschiedliche Lernniveaus • Sprachsteuerung und tabletorientierte Bedienung • digitale Schreibtisch-Metaphern für kreative Arbeitsprozesse Besonders spannend war die Diskussion darüber, wie digitale Werkzeuge kreatives Arbeiten nicht nur funktional unterstützen, sondern auch räumlich und visuell erfahrbar machen könnten. Mehrere Konzepte griffen die Idee eines „digitalen Schreibtischs“ auf, bei dem Materialien, Notizen und Entwürfe ähnlich wie auf einem physischen Arbeitsplatz organisiert werden können. Auch die Frage nach barrierearmen Zugängen spielte eine wichtige Rolle: Statt klassischer Tastatur-Workflows wurden verstärkt sprachbasierte Interaktionen, Touch-Bedienung und Smartpen-Konzepte diskutiert. ### Offene Veranstaltungsdaten und OER-Navigation Die andere Arbeitsgruppe, in der das FOERBICO-Team beteiligt war, verband Ideen rund um den OER-Navigator mit dem Projekt „Meine Termine mit MCP, Chatbot und Nostr befreien“. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass viele Bildungsangebote und Veranstaltungen zwar öffentlich zugänglich sind, ihre Informationen jedoch häufig in schwer weiterverarbeitbaren Webseiten oder PDFs „eingesperrt“ bleiben. Die Gruppe entwickelte ein Konzept für einen Chatbot, der Veranstaltungsseiten automatisiert analysiert und daraus offene Kalender-Events erzeugt. Der geplante Workflow: 1. URL einer Veranstaltungsseite einreichen 2. relevante Informationen automatisch extrahieren 3. Termin als offenen NIP-52-Event erzeugen 4. Vorschau und Korrektur durch Nutzer:innen 5. Veröffentlichung über Nostr-basierte Kalender-Infrastrukturen Ziel war es, Bildungsveranstaltungen besser auffindbar, teilbar und interoperabel zu machen. Parallel dazu beschäftigte sich die Gruppe mit der Frage, wie Bildungsressourcen künftig stärker kontextbasiert gefunden werden können. Im Mittelpunkt standen Suchanfragen wie: „Wie aktiviere ich Studierende im Seminar?“ „Ich suche Materialien für Mathematik-Vorkurse“ oder „CC-BY-Videos zu Machine Learning auf Deutsch“. Statt reiner Schlagwortsuche wurden stärker **Intentionen**, **Zielgruppen**, **Bildungskontexte**, **Community-Interaktionen** und **Metadatenstrukturen** in die Suche einbezogen. Diskutiert wurden außerdem: • Community-Empfehlungen • kuratierte Sammlungen • Persona-basierte Suchzugänge • Graph-Visualisierungen • zeitbasierte Relevanz • Verknüpfungen zwischen Materialien, Personen und Veranstaltungen Dadurch entstand das Bild einer offenen, sozialen Bildungsinfrastruktur, in der OER, Communities und Veranstaltungen stärker miteinander verbunden werden. ## Das große Finale - die Ergebnispräsentationen Die Zeit mit inspirierenden Gesprächen, konzentriertem Hacking und spannenden inhaltlichen Diskussionen verging wie im Fluge und schon stand die Vorstellung der Ergebnisse an. Zuvor wurden noch Einblicke in MOERFI als übergreifendes Bildungsinfrastrukturprojekt gegeben siehe [Präsentation](https://docs.google.com/presentation/d/1f_hMqf_MdiUq3nrRhtmvCPldJns2K2DW/edit?slide=id.p1#slide=id.p1). Hier die Ergebnispräsentationen (kommen wohl nächste Woche meinte Kathi): - AI Editor + fAIr - OER-Datenstrukturen - PoEtree - Termi + NavigatOER - Metadatenflow 👏 Applausometer: Mit der Lautstärke des Applauses vom Publikum wurde gemessen, welche Projektidee am meisten überzeugen konnte. And the winner is xxx 🏆 Uns hat es wie immer viel Spaß gemacht und wir finden die Ergebnisse können sich sehen lassen 🚀 Interesse geweckt und Lust mitzuhacken? Dann schaut beim OER-/IT-Sommercamp vom 24. – 26. August 2026 in Weimar vorbei 🗓️