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'Offen und doch wenig sichtbar? OER-Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien'
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Plattformen spielen eine wichtige, bisher jedoch wenig beachtete Rolle bei der Nutzung und Verbreitung von OER. Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen zur Distribution von Materialien, die jedoch nicht immer als OER gekennzeichnet sind und nicht durchgehend Inhalte für das Fach Religion anbieten. Der Beitrag gibt einen exemplarischen Überblick über Plattformen mit religionspädagogischen Bildungsmaterialien und ordnet diese hinsichtlich fachlicher Eignung und Zielgruppen ein.
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title: 'Offen und doch wenig sichtbar? OER-Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien'
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Plattformen sind zentral für die Verbreitung von OER, wurden bisher jedoch wenig beachtet. Der Beitrag gibt einen exemplarischen Überblick über Plattformen mit religionspädagogischen Materialien und bewertet deren fachliche Eignung sowie Zielgruppen.
url: offen-und-doch-wenig-sichtbar-oer-plattformen
tags:
- Open Educational Resources (OER)
- Open Educational Practices (OEP)
- Bildungsmedien
- Plattformen
- OER-Ökosystem
- Metadaten
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Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP) stehen für das Anliegen, öffentlich finanzierte Bildungsangebote im formalen Bildungssystem breiter zugänglich zu machen und Bildungsprozesse strukturell zu öffnen (vgl. UNESCO 2019, 7). Mit diesem Anspruch verbinden sich zugleich diverse Erwartungen: Offene Bildungsmaterialien sollen nicht nur frei verfügbar, sondern auch rechtlich transparent nutzbar sein.
Trotz dieser bildungspolitischen Bedeutung stellt sich in der Praxis häufig eine sehr grundlegende Frage: Wo lassen sich OER überhaupt finden? Gerade für Religionslehrkräfte, Multiplikator:innen und weitere Praktiker:innen ist die Orientierung in der digitalen Materiallandschaft nicht immer einfach.
Eine zentrale, bislang jedoch vergleichsweise wenig beachtete Rolle spielen dabei die Plattformen, über die OER bereitgestellt, gesucht und verbreitet werden. Im Internet existiert eine Vielzahl solcher Plattformen mit unterschiedlichen technischen Strukturen, Zugangslogiken und Formen der Qualitätssicherung. Nicht alle Materialien sind eindeutig als OER gekennzeichnet, und nicht auf allen Plattformen finden sich Ressourcen mit spezifischer fachlicher Passung für den Religionsunterricht.
Der vorliegende Beitrag gibt einen exemplarischen Überblick über zentrale Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien. Ziel ist es, ihre jeweiligen Funktionen, Strukturen und Zielgruppen sichtbar zu machen und damit eine erste Orientierung in der heterogenen Plattformlandschaft offener Bildungsressourcen zu ermöglichen
## 1. OER finden: Plattformen und ihre Logiken
Wer nach OER im Internet sucht, bewegt sich durch ein vielschichtiges digitales Ökosystem. Offene Bildungsmaterialien verteilen sich auf Suchmaschinen, Repositorien und communitybasierte Plattformen jede mit eigener Logik, eigenen Zugangswegen und unterschiedlichen Formen der [Qualitätssicherung](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/).
Manche Angebote bündeln Materialien redaktionell, andere setzen auf algorithmische Auffindbarkeit oder kollektive Kuratierung durch Nutzer:innen. Entscheidend ist, die jeweiligen Plattformtypen zu kennen, ihre Logik zu verstehen und ihre Potenziale wie auch ihre Grenzen bei der Suche einschätzen zu können.
Grundsätzlich kann im Feld der Plattformen zwischen zwei Konzeptionen unterschieden werden:
• **Repositorien (Speicher- und Veröffentlichungsplattformen)**
Repositorien ermöglichen das Hochladen eigener Materialien, bei denen die OER dauerhaft gespeichert, archiviert und zitierfähig gemacht werden. Je nach Plattformen können interaktive Elemente zur Gestaltung der Materialien genutzt werden.
• **Referatorium (Referenz- und Verzeichnisplattformen)**
Diese Plattformen fungieren in erster Linie als Aggregatoren. Sie verlinken auf bereits extern veröffentlichte Materialien, ohne selbst Hosting-Strukturen bereitzustellen. In solchen Fällen muss das Material zuvor auf einer anderen Plattform bzw. einem Repositorium veröffentlicht werden.
## 2. Allgemeine Suchforen: Hohe Reichweite, geringe Strukturierung
Plattformen wie [YouTube](https://www.youtube.com/) und [Google](https://www.google.com/) sind für viele Lehrende der erste Anlaufpunkt bei der Materialsuche. Sie bieten eine große Vielfalt an Bildungsinhalten und ermöglichen über Creative-Commons-Filter auch die gezielte Suche nach offen lizenzierten Materialien.
Gleichzeitig sind sie keine spezifischen OER-Infrastrukturen. Ihre Logik orientiert sich an Reichweite und Sichtbarkeit, nicht an pädagogischen und fachdidaktischen Standards oder konsistenter Lizenztransparenz. Entsprechend eignen sie sich vor allem zur Inspiration und ersten Orientierung, erfordern jedoch eine sorgfältige rechtliche, fachliche und didaktische Prüfung der gefundenen Materialien.
## 3. OER-Suchmaschinen: Materialien vernetzen und auffindbar machen
Spezialisierte OER-Suchmaschinen bündeln frei zugängliche Materialien aus unterschiedlichen Quellen. Dabei reicht das Spektrum von reinen Suchinstrumenten bis hin zu kuratierten Plattformen mit Community-Elementen.
Z.B. liefert [Openverse](https://openverse.org/de) etwa die Möglichkeit, die gezielte Suche nach frei lizenzierten Bildern und Audiodateien, differenziert nach Lizenztyp, Nutzungsmöglichkeiten und Quelle.
[WirLernenOnline](https://www.wirlernenonline.de/) verbindet Funktionen einer OER-Suchmaschine mit Elementen einer Community-Plattform. Materialien lassen sich differenziert nach Fächern und Bildungsstufen recherchieren und werden durch Fachredaktionen kuratiert, die eine erste fachliche und didaktische
Qualitätsorientierung bieten. Getragen wird das Projekt von [Wikimedia Deutschland](https://www.wikimedia.de) und [edu-sharing.net e.V.](https://edu-sharing-network.org) Die Plattform richtet sich an eine breite Bildungslandschaft vom Elementarbereich über Schule und berufliche Bildung bis hin zur Hochschule und Erwachsenenbildung. Strukturell kombiniert sie repositoryartige und referatorische Funktionen: Materialien können sowohl vorgeschlagen als auch eigene OER über Beteiligungsfunktionen veröffentlicht werden. Neben offen lizenzierten Materialien finden sich jedoch auch frei zugängliche Ressourcen ohne offene Lizenz. Für das Fach Religion weist die Plattform mit über 16.000 Materialien eine hohe fachliche Passung auf; eingereichte Inhalte werden vor der Veröffentlichung durch eine Fachredaktion geprüft.
[ELIXIER](https://www.bildungsserver.de/elixier/) fungiert als metasuchbasierte Infrastruktur der Bildungsserver der Länder. Die Plattform aggregiert redaktionell ausgewählte Bildungsmedien, erschließt sie über standardisierte Metadaten und erlaubt eine gezielte OER-Filterung. Zugleich bleibt sie ein Nachweissystem: Die didaktische Angemessenheit und kontextuelle Passung müssen von den Nutzer:innen selbst geprüft werden. Gerade im religionspädagogischen Kontext setzt die Arbeit mit OER daher eine reflektierte pädagogische Urteilskraft voraus.
## 4. Repositorien und OER-Plattformen: Strukturierung und Qualitätssicherung
Repositorien und spezialisierte OER-Plattformen bieten übersichtliche Sammlungen offen lizenzierter Materialien. Im Unterschied zu allgemeinen Plattformen arbeiten sie mit standardisierten Metadaten, differenzierten Filteroptionen sowie redaktionellen und/oder communitybasierten Qualitätssicherungsmechanismen. Dadurch wird OER nicht nur auffindbar, sondern auch fachlich einordnungsfähig.
Der Open Educational Resources Search Index [OERSI](https://oersi.org/resources/) ist eine Suchmaschine für offene Bildungsmaterialien im Hochschulbereich und wird seit 2020 gemeinsam vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen und der Technische Informationsbibliothek betrieben. Als Referatorium bündelt die Plattform nationale und internationale OER aus unterschiedlichen Repositorien und macht sie über standardisierte Metadaten zentral recherchierbar. Für theologische Inhalte ist die fachliche Passung derzeit mittel; während für katholische und evangelische Theologie jeweils nur wenige Dutzend Materialien verzeichnet sind, ist etwa die Philosophie deutlich stärker vertreten. Eine redaktionelle Prüfung der Inhalte erfolgt nicht.
[ORCA.nrw]https://www.orca.nrw/) der Open Resources Campus NRW verfolgt einen integrativen Ansatz: Neben der Veröffentlichung und Vernetzung von OER im Hochschulkontext integriert die Plattform die OERSI-Suche, bietet fachlich strukturierte Sammlungen (z. B. Fächerbibliotheken) und flankiert dies durch Beratungs- und Serviceangebote zur Qualitätssicherung und OER-Produktion.
Ähnlich verbindet [twillo](https://www.twillo.de/) Materialbereitstellung mit rechtlicher Beratung und Unterstützungsangeboten zur Erstellung offener Bildungsressourcen. Die Plattform ist das niedersächsische Portal für Open Educational Resources in der Hochschullehre und richtet sich vor allem an Lehrende. Neben der Bereitstellung und Recherche von OER bietet sie Informationen zu rechtlichen Grundlagen, Vernetzungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zur Erstellung offener Bildungsmaterialien. Strukturell verbindet twillo Repositoriums- und Referatoriumsfunktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als Verlinkungen vorgeschlagen werden. Für theologische Inhalte ist die fachliche Passung derzeit begrenzt, während angrenzende Disziplinen wie Philosophie deutlich stärker vertreten sind; eine redaktionelle Prüfung der eingereichten Materialien erfolgt nicht.
Das [ZOERR](https://www.oerbw.de/) das zentrale Repositorium für OER in Baden-Württemberg ermöglicht Publikation, Austausch und Bearbeitung von Materialien für die Hochschullehre; redaktionelle Prüfprozesse bieten eine erste Qualitätsorientierung.
Die Plattform [ZUM-Unterrichten](https://unterrichten.zum.de/wiki/Hauptseite) wird von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet betrieben und richtet sich vor allem an den schulischen Bereich der Sekundarstufen I und II. Ein Hochladen eigener Materialien ist nicht möglich, sondern User:innen können ausschließlich in der Wiki-Struktur bearbeiten und mitwirken. Für das Fach Religion ist die fachliche Passung derzeit begrenzt, da sich das Angebot auf den Bereich Katholische Religion und eine vergleichsweise kleine Zahl von Themenseiten konzentriert. Die Qualitätssicherung erfolgt communitybasiert: Nutzer:innen können Inhalte bearbeiten und weiterentwickeln; nach Angaben der Plattform wird der Bereich Katholische Religion gemeinsam mit rpp-katholisch verantwortet.
Die Plattform [MUNDO](https://mundo.schule) wird als offene Bildungsmediathek der Bundesländer betrieben und durch das [FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht](https://fwu.de) realisiert. Sie richtet sich an unterschiedliche Bildungsstufen vom Elementarbereich bis zur beruflichen Bildung und kombiniert repositoryartige und referatorische Funktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als externe Ressourcen vorgeschlagen werden. Für das Fach Religion ist die fachliche Passung derzeit mittel; neben religionsbezogenen Materialien finden sich auch Inhalte aus Ethik und Philosophie. Eingereichte Materialien werden von der MUNDO-Redaktion geprüft und freigegeben, eine spezifische fachwissenschaftliche Begutachtung ist jedoch nicht ausgewiesen.
Mit [OER Commons](https://oercommons.org/) existiert darüber hinaus eine internationale Plattform, die Recherche, Veröffentlichung und kollaborative Weiterentwicklung von OER vereint. Differenzierte Filter, strukturierte Metadaten und integrierte Werkzeuge zur gemeinsamen Bearbeitung machen deutlich: Qualität entsteht im Kontext offener Bildung nicht allein durch Prüfung, sondern auch durch Nutzung, Adaptation und Weiterentwicklung.
## 5. Netzwerke und Communitys: OER als soziale Praxis
Ein weiterer Zugang zu OER erschließt sich über Netzwerke und Communitys, die Austausch, Zusammenarbeit und strategische Entwicklung im Feld offener Bildung fördern. Im Unterschied zu klassischen Plattformen stehen hier vor allem Prozesse der Vernetzung, Professionalisierung und institutionellen Verankerung von OER im Vordergrund.
Exemplarisch ist das Community College Consortium for Open Educational Resources [(CCCOER)](https://www.cccoer.org/) zu nennen, ein internationales Netzwerk, das insbesondere Community Colleges in den USA bei der Einführung und nachhaltigen Implementierung von OER unterstützt. Neben Leitlinien und politischer Interessenvertretung bietet CCCOER auch konkrete Recherchezugänge oder die OER World Map. Solche Strukturen verdeutlichen, dass OER ihr Potenzial vor allem durch Vernetzung, und institutioneller Verankerung und Förderung entwickeln.
## 6. Fachspezifische Plattformen: Religionspädagogische Materialien
Neben fachübergreifenden Infrastrukturen existieren Plattformen, die sich gezielt auf die Bereitstellung von OER innerhalb eines bestimmten [Fachbereichs spezialisieren](https://open-educational-resources.de/oer-finden-in-der-schule/), so natürlich auch für das Fach Religion bzw. für außerschulische religiöse Bildung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Anschlussfähigkeit von OER an spezifische Anforderungen religiöser Bildungsprozesse.
Eine zentrale Plattform im deutschsprachigen Raum ist [rpi-virtuell](https://rpi-virtuell.de/). Der dortige Materialpool fungiert als Suchmaschine für Unterrichtsmaterialien, Praxisimpulse, Fachinformationen und digitale Ressourcen für Schule und Gemeinde. Die Materialien können differenziert nach Schulformen, Themen, Autor:innen und institutionellen Kontexten gefiltert werden. Die Plattform richtet sich insbesondere an Lehrkräfte, Multiplikator:innen sowie kirchliche Bildungsakteur:innen. Ein Teil der Materialien ist offen lizenziert und damit als OER nachnutzbar. Ergänzt wird das Angebot durch redaktionelle Auswahlprozesse, die eine erste Qualitätseinschätzung ermöglichen.
Auch [rpi-loccum](https://www.rpi-loccum.de/) stellt über einen eigenen Materialpool eine Auswahl an Materialien für den Religionsunterricht bereit. Diese sind nach Themenfeldern, Altersstufen und didaktischen Zugängen strukturiert und richten sich vor allem an die schulische Praxis. Der Schwerpunkt liegt auf praxisorientierten Unterrichtskonzeptionen, die allerdings nur in Teilen unter offenen Lizenzen zugänglich sind. Die thematische Bündelung und redaktionelle Aufbereitung tragen dazu bei, die Materialien fachlich einzuordnen.
Mit [RE:ONLINE](https://www.reonline.org.uk/teaching-resources/) existiert zudem eine internationale Plattform, die insbesondere im englischsprachigen Kontext eine wichtige Rolle spielt. Sie richtet sich an Lehrkräfte, Studierende und Forschende im Bereich Religious Education und verbindet fachwissenschaftliche Perspektiven mit didaktischen Materialien. Neben Unterrichtsressourcen stellt die Plattform auch Forschungsergebnisse und Hintergrundinformationen bereit, die zur Professionalisierung im Fach beitragen. Materialien können differenziert nach Religionen und Weltanschauungen, Themen, Altersstufen und Materialformaten gefiltert werden. Ein Teil der Inhalte ist offen lizenziert und somit als OER nutzbar.
Gemeinsam ist diesen Plattformen, dass sie Materialien nicht nur aggregieren, sondern durch fachliche Strukturierung, redaktionelle Auswahl und teilweise auch communitybasierte Rückmeldungen kontextualisieren. Die Qualitätssicherung erfolgt dabei verstärkt über kuratierte Inhalte und communitybasierte Aushandlungsprozesse.
## Fazit: Plattformlogiken und Herausforderungen
Die Übersicht über unterschiedliche OER-Plattformen macht deutlich, dass sich ein vielfältiges Spektrum an Plattformtypen unterscheiden lässt, über die offene Bildungsmaterialien recherchiert und verbreitet werden können. Diese Plattformen verfolgen jeweils unterschiedliche Zielsetzungen und Formen der Qualitätssicherung. Für eine reflektierte Nutzung im religionspädagogischen Kontext ist es daher notwendig, die Plattformlogiken zu kennen und ihre jeweiligen Potenziale sowie Grenzen mitzudenken.
Dabei zeigt sich ein zentrales Strukturproblem der OER-Landschaft: Weniger der Mangel an Materialien stellt derzeit die größte Herausforderung dar als vielmehr ihre begrenzte Sichtbarkeit und in manchen Fällen ihre fachliche und curriculare Passung.
Zwar ist das Angebot an offenen Bildungsmaterialien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, zugleich ist die Landschaft jedoch stark fragmentiert und vielen Lehrenden sowie Praktiker:innen nur begrenzt bekannt. Repositorien entstehen häufig dezentral an Hochschulen, in Bundesländern oder in projektförmigen Kontexten. Sie nutzen unterschiedliche Metadatenstandards und sind technisch nur eingeschränkt interoperabel. Dadurch verbleiben viele offen lizenzierte Materialien in isolierten Silos und sind außerhalb ihres jeweiligen Ursprungsökosystems nur schwer auffindbar [(vgl. Otto/Kerres 2022)](https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2022.866917/full)
Offenheit im lizenzrechtlichen Sinne garantiert daher noch keine strukturelle Offenheit im digitalen Raum. Plattformen fungieren vielmehr als eigenständige infrastrukturelle Akteure, die durch technische und organisatorische Entscheidungen maßgeblich beeinflussen, welche Inhalte sichtbar werden.
Fehlende Schnittstellen oder uneinheitliche Metadaten können als Schließmechanismen wirken und die Reichweite von OER begrenzen selbst dann, wenn diese formal frei zugänglich sind.
Für religionspädagogische Bildungsmaterialien zeigt sich darüber hinaus eine besonders heterogene Plattformlandschaft. Zwischen Repositorien und Referatorien, schulischen Mediatheken, fachlich spezialisierten Plattformen und hochschulbezogenen Suchmaschinen existieren unterschiedliche Organisationslogiken, Zugangsmodelle und Formen der Qualitätssicherung. Nicht alle Plattformen arbeiten ausschließlich mit offen lizenzierten Materialien, nicht alle verfügen über fachliche Redaktionen, und die quantitative Verfügbarkeit von Materialien für das Fach Religion variiert deutlich.
Für Nutzer:innen bedeutet dies, dass die Auswahl geeigneter OER weiterhin eine reflektierte pädagogische und fachliche Urteilskraft erfordert. Neben der fachlichen Passung spielen dabei der Lizenzstatus, der Veröffentlichungsmodus (Hosting oder Verlinkung), redaktionelle Prüfverfahren sowie die Zielgruppenorientierung der Materialien eine wichtige Rolle. Orientierung können hierbei auch religionspädagogische [Qualitätskriterien](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/) für OER bieten.
Gleichzeitig legt der Überblick nahe, dass die Weiterentwicklung der OER-Landschaft weniger im Aufbau immer neuer Repositorien liegen sollte als vielmehr in der stärkeren Vernetzung bestehender Strukturen. Verteilte Lernökosysteme, gemeinsame Metadatenstandards und interoperable Schnittstellen könnten dazu beitragen, die Sichtbarkeit und Nutzbarkeit offener Bildungsressourcen deutlich zu erhöhen. Davon würden auch religionspädagogische Bildungsmedien profitieren. Erst wenn Plattformen ihre Inhalte technisch durchlässig machen und stärker miteinander verbinden, kann das Potenzial offener Bildungsressourcen für die Praxis religiöser Bildung tatsächlich ausgeschöpft werden.
## Literatur
UNESCO & Commonwealth of Learning (Hrsg.). (2019). Guidelines on the development of open educational resources policies. Verfügbar unter: https://www.unesco.de/sites/default/files/2020-01/Guidelines_on_the_Development_of_OER_Policies_2019.pdf
Otto, D., & Kerres, M. (2022).Increasing Sustainability in Open Learning: Prospects of a Distributed Learning Ecosystem for Open Educational Resources.
Front. Educ. 7:866917.doi: 10.3389/feduc.2022.866917, S. 1-11.
Pirker, Viera & Pirner, Manfred L.: Open Educational Resources und Open Educational Practices. Ein systematischer Literaturbericht im religionspädagogischen Horizont - In: Theo-Web: Zeitschrift für Religionspädagogik 24 1, S. 151-185. https://doi.org/10.25656/01:34322

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Wie lassen sich Open Educational Resources finden? Dieser Beitrag erläutert die verschiedenen Plattformtypen der OER-Landschaft von Suchmaschinen über Repositorien und Referatorien bis hin zu fachspezifischen, religionspädagogischen Angeboten. Dabei wird aufgezeigt, wie Plattformlogiken, Metadaten und Formen der Qualitätssicherung die Auffindbarkeit, Nutzung und Weiterentwicklung offener Bildungsmaterialien beeinflussen und warum interoperable Infrastrukturen für die Zukunft von OER immer wichtiger werden.
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alt: 'Illustrierte Personengruppe, die auf unterschiedliche Bildschirme und Materialien blickt (Grafik: Humaaans von Pablo Stanley, CC0)'
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Wie lassen sich Open Educational Resources finden? Dieser Beitrag erläutert die verschiedenen Plattformtypen der OER-Landschaft: von Suchmaschinen über Repositorien und Referatorien bis hin zu fachspezifischen, religionspädagogischen Angeboten. Es wird aufgezeigt, wie Plattformlogiken, Metadaten und Formen der Qualitätssicherung die Auffindbarkeit, Nutzung und Weiterentwicklung offener Bildungsmaterialien beeinflussen und warum interoperable Infrastrukturen für die Zukunft von OER immer wichtiger werden.
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## 1. OER finden: Plattformtypen und ihre Logiken
Wer nach Open Educational Resources sucht, findet schnell eine große Vielfalt unterschiedlicher Dienste und Plattformen. Die Materialien verteilen sich auf Suchmaschinen, Repositorien und referenzierende Plattformen, die jeweils eigenen Funktionslogiken folgen. Sie unterscheiden sich nicht nur darin, wie Materialien veröffentlicht oder gefunden werden können, sondern auch darin, wie Inhalte erschlossen, qualitätsgesichert und auffindbar werden.
Plattformen sind dabei weit mehr als reine Ablageorte. Sie vermitteln zwischen den Materialanbietenden, und denen, die nach ihnen suchen. Über Kategorien, Metadaten, Suchmasken und Benutzeroberflächen prägen sie maßgeblich, welche Materialien sichtbar werden und wie Nutzer:innen auf diese zugreifen [(vgl. Leineweber/ Hofhues/ Lucke & Schütz 2015, S. 2326)](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-003#read-container).
Standardisierte Metadaten bilden hierfür eine zentrale Voraussetzung: Sie ermöglichen, dass OER plattformübergreifend recherchiert und von Suchmaschinen gefunden werden können. Gleichzeitig legen sie fest, welche Eigenschaften eines Materials maschinell erfasst werden und damit überhaupt sichtbar werden. Metadaten schaffen Auffindbarkeit, reduzieren Bildungsressourcen jedoch zugleich auf vorab definierte Merkmale [(vgl. Richter & Allert 2025, S. 334336)](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-022).
Auch die [Qualitätssicherung](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/) unterscheidet sich zwischen den Plattformen.
Während einige Materialien vor der Veröffentlichung redaktionell prüfen, setzen andere auf Bewertungen und Kuratierung durch ihre Nutzer:innen.
Wer OER veröffentlichen oder gezielt recherchieren möchte, sollte diese unterschiedlichen Plattformtypen und ihre jeweiligen Funktionsweisen kennen, um ihre Potenziale und Grenzen angemessen einschätzen zu können.
OER-Plattformen lassen sich danach unterscheiden, ob sie Materialien selbst speichern oder lediglich auf sie verweisen. Nach ihrer Funktion lassen sich grundsätzlich zwei Typen unterscheiden:
**Repositorien (Speicher- und Veröffentlichungsplattformen)**: Repositorien ermöglichen das Hochladen eigener Materialien. Sie stellen diese dauerhaft bereit, sorgen für ihre Archivierung und machen sie in der Regel dauerhaft referenzier- und zitierfähig.
**Referatorien (Referenz- und Verzeichnisplattformen)**: Referatorien speichern Materialien nicht selbst, sondern verweisen auf bereits extern veröffentlichte OER. Als Aggregatoren bündeln sie Verlinkungen zu verschiedenen Quellen. Voraussetzung ist, dass die Materialien zuvor auf einem Repositorium oder einer anderen Plattform veröffentlicht wurden.
## 2. Allgemeine Suchplattformen: Hohe Reichweite, geringe Strukturierung
Plattformen wie [YouTube](https://www.youtube.com/) und [Google](https://www.google.com/) sind für viele Lehrende der erste Anlaufpunkt bei der Materialsuche [(vgl. Buntins et al. 2024)](https://www.medienpaed.com/article/view/1768). Sie bieten eine große Vielfalt an Bildungsinhalten und ermöglichen über Creative-Commons-Filter auch die gezielte Suche nach offen lizenzierten Materialien.
Allerdings handelt es sich bei diesen Plattformen nicht um spezifische OER-Infrastrukturen. Ihre Logik ist nicht auf pädagogische und fachdidaktische Standards oder eine konsistente Lizenzausweisung ausgerichtet, sondern auf Reichweite und Sichtbarkeit.
Hier finden Nutzer:innen in der Regel nicht vollständig ausgearbeitete Unterrichtseinheiten, sondern einzelne Bausteine, zum Beispiel Videos, Bilder oder Arbeitsblätter, auch für die religionspädagogische Anwendung. Diese können wertvolle Impulse liefern, müssen jedoch in der Regel didaktisch eingeordnet, ergänzt und in den intendierten Lehr-Lern-Zusammenhang eingebettet werden.
## 3. Referatorien & OER-Suchmaschinen: Materialien vernetzen und auffindbar machen
Referatorien und OER-Suchmaschinen bündeln frei zugängliche Materialien aus unterschiedlichen Quellen. Dabei reicht das Spektrum von reinen Suchinstrumenten bis hin zu kuratierten Plattformen mit Community-Elementen.
[Openverse](https://openverse.org/de) ist eine Suchmaschine für frei lizenzierte Bilder und Audiodateien. Sie indexiert Werke mit Creative-Commons-Lizenzen und aus dem öffentlichen Domain und referenziert mit Verlinkungen zum Ursprungsort der Quelle.
Nutzer:innen können die Suche nach Materialtyp, Lizenz und Gebrauch filtern. Hier finden sich vielfältige OER-lizenzierte Materialien, die auch für den religionspädagogischen Kontext eingesetzt werden können.
[WirLernenOnline](https://www.wirlernenonline.de/) ist ein OER-Referatorium, das die Funktionen einer Suchmaschine für freie Bildungsmaterialien mit einer Community-Plattform verbindet. Über strukturierte Themenseiten werden Materialien entlang von Bildungsbereichen, Fächern und Bildungsstufen übersichtlich erschlossen und recherchierbar gemacht.
Die Plattform verlinkt Inhalte aus unterschiedlichen Quellen zu offenen Lehr- und Lernressourcen und ergänzt diese um Mitmach-, Upload- und Austauschfunktionen für die Community.
Die Qualitätssicherung folgt einem mehrstufigen redaktionellen Prüfprozess. Zunächst unterziehen geschulte Redakteur:innen Materialien und Quellen einer KI-gestützten Basissichtung, bei der geklärt wird, ob sich die Materialien für Bildungszwecke eignen, rechtliche Anforderungen erfüllt und die Materialien datenschutzkonform bereitgestellt werden.
In einem zweiten Schritt bewerten Fachredaktionen die fachliche und didaktische Qualität und zeichnen besonders geeignete Materialien mit Siegeln aus.
Auch für den Religionsunterricht und die außerschulische Bildungsarbeit bietet [WirLernenOnline](https://www.wirlernenonline.de/) eine enorme Vielzahl fachlich kuratierter Materialien, die gezielt nach offen lizenzierten Bildungsressourcen gefiltert werden können. Dadurch eignet sich die Plattform besonders für Lehrende, die bereits qualitätsgesicherte OER recherchieren möchten.
Die Suchmaschine [ELIXIER](https://www.bildungsserver.de/elixier/) ist eine metadatengestützte Infrastruktur für Bildungsmedien und bündelt die Angebote der Landesbildungsserver, des Deutschen Bildungsservers sowie weiterer Partner in einer zentralen Suchoberfläche. Die Materialien werden dabei nicht auf der Plattform selbst gespeichert, sondern im Sinne eines Referatoriums über ihre jeweiligen Originalquellen nachgewiesen und verlinkt.
Die Recherche kann nach Fach, Bildungsstufe, Medientyp oder Lizenz gefiltert werden.
Die im Ressourcenpool nachgewiesenen Materialien vom Elementarbereich bis zur beruflichen Bildung beruhen auf redaktionellen Prüfprozessen der beteiligten Bildungsserver und Partner. Diese institutionelle Qualitätssicherung ersetzt jedoch nicht die notwendige fachliche, fachdidaktische und curriculare Beurteilung der Materialien.
Auch eine recht umfängliche Anzahl religionspädagogische Bildungsmedien sind über ELIXIER zugänglich.
Der Open Educational Resources Search Index [OERSI](https://oersi.org/resources/) ist eine Suchmaschine für offene Bildungsmaterialien im Hochschulbereich und wird seit 2020 gemeinsam vom [Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen](https://www.hbz-nrw.de/de/) und der [Technischen Informationsbibliothek](https://www.tib.eu/de/) betrieben.
Als Referatorium bündelt die Plattform nationale und internationale OER aus unterschiedlichen Repositorien und macht sie über standardisierte Metadaten zentral recherchierbar. [OERSI](https://oersi.org/resources/) übernimmt damit eine elementare Vernetzungsfunktion innerhalb der deutschsprachigen OER-Infrastruktur.
Für Lehrinhalte im Fach Theologie bzw. Religionspädagogik ist die Auswahl noch überschaubar. Hier steht aktuell eine kleine, aber wachsende Auswahl zur Verfügung, wohingegen verwandte Fächer wie Philosophie deutlich stärker vertreten sind. Eine redaktionelle Prüfung der Inhalte erfolgt nicht, für die inhaltliche und didaktische Qualität sind die Herkunftsportale bzw. die jeweiligen Autor:innen verantwortlich.
## 4. Repositorien & OER-Plattformen: Bereitstellung und Referenzierbarkeit
Repositorien sind digitale Materialsammlungen, in denen Bildungsressourcen dauerhaft gespeichert, mit standardisierten Metadaten erschlossen und unter offenen Lizenzen bereitgestellt werden.
Durch technische und inhaltliche Erschließung werden Lehr- und Lernmaterialien langfristig auffindbar und rechtssicher nutzbar.
Repositorien dienen nicht nur als Ablageort für Ressourcen, sondern bilden auch eine zentrale Infrastruktur für die nachhaltige Verfügbarkeit, Bearbeitung und Weiterentwicklung von OER.
Das niedersächsische OER-Portal [twillo](https://www.twillo.de/) richtet sich insbesondere an Personen an Hochschulen, die offene Bildungsmaterialien erstellen, veröffentlichen oder recherchieren möchten.
Die Plattform stellt nicht nur OER bereit, sondern unterstützt auch bei deren Entwicklung, beispielsweise durch Informationen zu offenen Lizenzen oder urheberrechtlichen Fragen. Darüber hinaus bietet das Portal praktische Hilfestellungen zur Erstellung und Veröffentlichung offener Bildungsmaterialien.
[twillo](https://www.twillo.de/) verbindet dabei die Funktionen eines Repositoriums und eines Referatoriums: Materialien können sowohl direkt auf der Plattform veröffentlicht als auch als externe Verlinkungen eingebunden werden. Auch für die theologische Hochschullehre stehen Materialien zur Verfügung, wenn auch bislang nur in begrenztem Umfang.
[ORCA.nrw](https://www.orca.nrw/) ist das Landesportal für Studium und Lehre in NRW und bietet ein Repositorium mit Uploadformular, über das Nutzende eigene OER einstellen können. [ORCA.nrw](https://www.orca.nrw/) ist ein Repositorium und Portal, das über den integrierten OERSISuchindex referatorisch auf weitere Repositorien verweist.
Alle eingestellten Materialien durchlaufen vor der Veröffentlichung einen Qualitätssicherungsprozess, in dem insbesondere die Lizenzierung, die technischen Standards und die Barrierefreiheit geprüft werden. Darüber hinaus sind Zuständigkeiten für das Qualitätsmanagement und die Pflege der Inhalte eingerichtet, sodass eine Überprüfung gewährleistet ist.
Weiteres Beratungs- und Serviceangebote zu rechtlichen Fragen oder zur Qualitätssicherung und OER-Produktion werden auf dem Portal ebenfalls angeboten.
Aktuell sind noch wenige Materialien für den religionsbezogenen Bereich bei [ORCA.nrw](https://www.orca.nrw/) zu finden.
Das [ZOERR](https://www.oerbw.de/) ist ein an der Universitätsbibliothek Tübingen sowie weiteren Partnerhochschulen angesiedeltes Repositorium für OER in Baden-Württemberg. Es ermöglicht Nutzenden, Materialien für die Hochschullehre zur Nachnutzung und Weiterentwicklung bereitzustellen.
Über die Plattform können die eingestellten Materialien versioniert und in Kooperation bearbeitet werden. Die Materialien werden vor der Veröffentlichung redaktionell auf ihre technische und rechtliche Eignung geprüft.
Aktuell sind Materialien für die theologische Hochschullehre an dieser Stelle noch sehr rar gesät.
Das internationale OER-Repositorium [OER Commons](https://oercommons.org/) ist eine „public digital library of open educational resources“ [(siehe Homepage)](https://oercommons.org/). Hier können OER publiziert, recherchiert und kollaborativ weiterentwickelt werden. Thematische [Hubs](https://oercommons.org/hubs/) bündeln Materialien zu bestimmten Themen oder Fachbereichen und bieten kuratierte Einstiege, über die Lehrende OER finden und weiterentwickeln können.
Eine redaktionelle Qualitätsprüfung findet nicht statt. Vielmehr ist die Qualitätssicherung der Inhalte dezentral über die Verantwortung der einstellenden Institutionen und Autor:innen sowie über CommunityFunktionen wie Bewertungen und Kommentare organisiert.
Das Fach Religion ist bei [OER Commons](https://oercommons.org/) „Arts and Humanities“ zugewiesen und wird dort zusammen mit weiteren geisteswissenschaftlichen Disziplinen, z.B. mit Philosophie, geführt. Die Auswahl dezidiert religiöser Bildungsmedien ist damit überschaubar.
Die Plattform [MUNDO](https://mundo.schule) wird als offene Bildungsmediathek der Bundesländer betrieben und durch das [FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht](https://fwu.de) realisiert. Sie richtet sich an unterschiedliche Bildungsstufen vom Elementarbereich bis zur beruflichen Bildung und kombiniert repositoryartige und referatorische Funktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als externe Ressourcen vorgeschlagen werden. Eingereichte Materialien werden von der MUNDO-Redaktion geprüft und freigegeben, eine spezifische fachwissenschaftliche Begutachtung ist jedoch nicht ausgewiesen.
Für das Fach Religion ist die Auswahl derzeit überschaubar. Neben religionsbezogenen Materialien finden sich jedoch viele verwandte Inhalte aus Ethik und Philosophie.
Die Plattform [ZUM-Unterrichten](https://unterrichten.zum.de/wiki/Hauptseite) wird von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet betrieben und richtet sich vor allem an den schulischen Bereich der Sekundarstufen I und II. Ein Hochladen eigener Materialien ist nicht möglich, Nutzende können ausschließlich in der Wiki-Struktur bearbeiten und mitwirken. [ZUM-Unterrichten](https://unterrichten.zum.de/wiki/Hauptseite) kann als kollaborative OER-Plattform mit repositoryartigem Charakter verstanden werden. Die Qualitätssicherung erfolgt communitybasiert, d.h. Nutzer:innen können Inhalte bearbeiten und weiterentwickeln.
Für das Fach Religion ist die Auswahl derzeit begrenzt, da sich das Angebot auf eine vergleichsweise kleine Zahl von Themenseiten konzentriert.
## 5. Fachspezifische Plattformen für religionspädagogische Materialien
Neben fachübergreifenden Infrastrukturen bestehen Plattformen, die sich gezielt auf die Bereitstellung von OER innerhalb eines bestimmten Faches spezialisieren, so auch für das Fach Religion bzw. für außerschulische religiöse Bildung.
Im deutschsprachigen Raum nimmt das am Comenius-Institut Münster angesiedelte [rpi-virtuell](https://rpi-virtuell.de/) eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung religionspädagogischer Bildungsmaterialien ein. Der dortige Materialpool ist eine referatorische Suchmaschine für Unterrichtsmaterialien, Praxisimpulse, Fachinformationen und Materialien für Kita, Schule, Gemeinde und Hochschule. Die Materialien können nach Schulformen, Themen, Autor:innen und Kontext gefiltert werden.
[rpi-virtuell](https://rpi-virtuell.de/) richtet sich insbesondere an pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte, Multiplikator:innen, kirchliche Bildungsakteur:innen und Hochschuldozierende. Ein Teil der Materialien ist offen lizenziert und damit als OER nachnutzbar. Materialhinweise können zur Veröffentlichung bei [rpi-virtuell](https://rpi-virtuell.de/) eingereicht werden. Die Beiträge werden redaktionell gesichtet und verschlagwortet. Eine fachliche und curriculare Prüfung ist weiterhin in der Verantwortung der Nutzenden.
Auch [rpi-loccum](https://www.rpi-loccum.de/material) stellt über einen eigenen Materialpool eine Auswahl an religionspädagogischen Materialien für den Elementarbereich, Religionsunterricht von Grundschule bis Sek I und II, Förderschule, Berufsschule sowie Schulseelsorge und Gemeindepädagogik bereit. Der Materialpool ist nach Themenfeldern und Altersstufen strukturiert. Die Materialien greifen auf Artikel des Loccumer Pelikan zurück und sind daher urheberrechtsgeschützt, allerdings finden sich wenige Ausnahmen, die mit CC-Lizenzen ausgestattet sind. Die redaktionelle Aufbereitung der Zeitschrift tragen zu einer ausgewiesenen Qualität der Materialien bei.
Aktuell befindet sich die ehemalige Materialseite von [rpp-katholisch](https://www.rpp-katholisch.de/) im Aufbau zur neuen Projektseite [EDUKATH.DE](https://www.rpp-katholisch.de/), die zeitnah online gehen soll. Die Plattform stellt Materialien für die Gestaltung des Religionsunterrichts und die religiöse Bildungsarbeit zur Verfügung. Ein Teil der Materialien soll auch als OER bereitstehen. [EDUKATH.DE](https://www.rpp-katholisch.de/) zielt darüber hinaus auch darauf, Religionspädagog:innen untereinander und mit den religionspädagogischen und katechetischen Einrichtungen in den Diözesen zu vernetzen.
Die Auswahl der Plattformen ist exemplarisch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ausgenommen sind u.a. Materialsammlungen und Portale von Landeskirchen und Diözesen, die bislang überwiegend nicht auf offenen Bildungsressourcen basieren, sowie kommerzielle Plattformen.
## 6. Fazit: Eine stärkere Vernetzung bestehender Infrastrukturen ist ein wichtiger nächster Schritt
Die Übersicht der OER-Plattformen macht deutlich, dass sich verschiedene Plattformtypen unterscheiden lassen, über die offene Bildungsmaterialien recherchiert und verbreitet werden können. Diese Plattformen verfolgen jeweils unterschiedliche Zielsetzungen und Formen der Qualitätssicherung.
Für eine reflektierte Nutzung im pädagogischen Kontext ist es daher unerlässlich, die verschiedenen Plattformen und ihre Logiken zu kennen, um ihre Potenziale ebenso wie ihre Grenzen mitzudenken.
Die nähere Betrachtuung legt zugleich ein Strukturproblem der OER-Landschaft offen: Weniger der Mangel an Materialien stellt derzeit die größte Herausforderung dar, als vielmehr ihre schwierige Auffindbarkeit. Das Angebot an offenen Bildungsmaterialien ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, dennoch erscheint die Landschaft fragmentiert und vielen Lehrenden sowie Praktiker:innen sind die OER-Plattformen noch immer unbekannt.
Repositorien entstehen häufig dezentral an Hochschulen, in Bundesländern oder in projektförmigen Kontexten. Sie nutzen unterschiedliche Metadatenstandards und sind technisch nur bedingt interoperabel. Dadurch verbleiben viele offen lizenzierte Materialien in isolierten Silos und sind außerhalb ihres jeweiligen Ursprungsökosystems nur schwer auffindbar [(vgl. Otto/Kerres 2022)](https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2022.866917/full).
Offenheit im lizenzrechtlichen Sinne garantiert noch keine strukturelle Offenheit im digitalen Raum. Plattformen sind keine neutralen Behälter für Bildungsmedien. Ihre technischen Strukturen und Benutzeroberflächen prägen mit, welche Materialien ausgespielt, auffindbar und sichtbar werden, wie sie kategorisiert sind und welche Formen der Nutzung nahegelegt werden [(vgl. Hofhues/Schütz 2025, S. 1114)](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-002).
Fehlende Schnittstellen oder uneinheitliche Metadaten können als Schließmechanismen wirken und die Reichweite der Materialien stark begrenzen, selbst dann, wenn diese formal frei zugänglich sind.
Für religionspädagogische Bildungsmaterialien zeigt sich darüber hinaus eine besonders heterogene Plattformlandschaft. Zwischen Repositorien und Referatorien, landeskirchlichen und diözesanen Mediatheken, inhaltlich spezialisierten Materialpools und hochschulbezogenen Suchmaschinen existieren unterschiedliche Metadatenformulare und Formen der Qualitätssicherung.
Für Nutzer:innen bedeutet dies, dass die Auswahl geeigneter OER weiterhin eine reflektierte Urteilskraft und didaktischen Einordnung für den jeweiligen Bildungszusammenhang erfordert. Orientierung können hierbei die im FOERBICO-Projekt entwickelten [Qualitätskriterien](https://oer.community/qualitaetskriterien-checkliste/) bieten.
Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass es nicht noch weiterer Plattformen bedarf, sondern dass die Weiterentwicklung der OER-Landschaft künftig in der stärkeren Vernetzung bestehender Infrastrukturen liegt.
Gemeinsame Metadatenstandards und interoperable Schnittstellen könnten dazu beitragen, die Sichtbarkeit, Nachnutzbarkeit und langfristige Verfügbarkeit offener Bildungsmaterialien deutlich zu verbessern.
Einen solchen Ansatz verfolgt [Edufeed](https://news.rpi-virtuell.de/2025/10/01/edufeed-dezentral-offen-interoperabel/), eine am Comenius-Institut Münter entwickelte Infrastruktur auf Basis des offenen Nostr-Protokolls, die sich aktuell in der Pilotphase befindet.
Anders als klassische Repositorien oder Referatorien stellt Edufeed keine weitere Materialplattform bereit, sondern zielt darauf, bestehende OER-Angebote plattformübergreifend miteinander zu vernetzen.
Qualität soll hier durch die kollaborative Weiterentwicklung und die Vernetzung bestehender Qualitätsstrukturen unterstützt werden.
Edufeed zeigt exemplarisch, wie interoperable Infrastrukturen die Vernetzung, Auffindbarkeit und Weiterentwicklung offener Bildungsressourcen stärken und damit auch die religionspädagogische Praxis unterstützen können.
## Literatur
[Buntins, K., Daniel D., Klar, M., Rittberger, M., Kerres, M. (2024): Material teilen? Praktiken der Entwicklung und Nutzung digitaler Unterrichtsmaterialien von Lehrpersonen an Schulen in Deutschland. MedienPädagogik (Occasional Papers), S. 133. doi: 10.21240/mpaed/00/2024.01.10.X.](https://www.medienpaed.com/article/view/1768)
[Hofhues, S., Schütz, J. (2025): Plattformen für Bildung. Entwurf einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive auf den Band. In: Diess. (Hg.): Plattformen für Bildung, Bielefeld, S. 1122. doi: 10.14361/9783839475164.](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-002)
[Leineweber, C., Hofhues, S., Lucke, U., Schütz, J. (2025): Plattform für Bildung? Chancen und Grenzen digitaler Technologien in pädagogischen Handlungsfeldern. In: Hofhues, S. & Schütz, J. (Hg.): Plattformen für Bildung, Bielefeld, S. 2336, doi: 10.14361/9783839475164.](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-003#read-container)
[Otto, D./ Kerres, M. (2022): Increasing Sustainability in Open Learning: Prospects of a Distributed Learning Ecosystem for Open Educational Resources. Front. Educ. 7:866917, S. 111. doi: 10.3389/feduc.2022.866917.](https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2022.866917/full).
[Richter, C., Allert, H. (2025): Plattformisierung und die Modellierung von Bildungsprozessen. In: Hofhues, S. & Schütz, J. (Hg.): Plattformen für Bildung, Bielefeld, S. 323340. doi: 10.14361/9783839475164-022.](https://www.transcript-open.de/doi/10.14361/9783839475164-022)
## Bildnachweis
Titelgrafik: [Humaaans](https://blush.design/api/download?shareUri=Ma0lX88Hi50OivYx&c=Bottom_0%7E2b44ff-0.1%7E2b44ff-0.2%7E393f82-0.3%7E342a83_Hair_0%7E4a312c-0.1%7E2c1b18-0.2%7Ee8e1e1-0.3%7Eb58143_Skin_0%7E57331f-0.1%7E57331f-0.2%7Ed4a181-0.3%7Ed4a181_Top_0%7Effa434-0.1%7Eff4133-0.2%7Effa434-0.3%7Ea8e5ba&bg=d2710f&w=800&h=800&fm=png) von Pablo Stanley, lizenziert unter [CC0 1.0](https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de).