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| https://schema.org/ | Published | LearningResource | Offen und doch schwer auffindbar? OER-Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien | Wie lassen sich Open Educational Resources finden? Dieser Beitrag erläutert die verschiedenen Plattformtypen der OER-Landschaft – von Suchmaschinen über Repositorien und Referatorien bis hin zu fachspezifischen, religionspädagogischen Angeboten. Dabei wird aufgezeigt, wie Plattformlogiken, Metadaten und Formen der Qualitätssicherung die Auffindbarkeit, Nutzung und Weiterentwicklung offener Bildungsmaterialien beeinflussen und warum interoperable Infrastrukturen für die Zukunft von OER immer wichtiger werden. | https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de | https://oer.community/offen-und-doch-schwer-auffindbar-oer-plattformen |
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2026-07-21 |
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Offen und doch schwer auffindbar? OER-Plattformen für religionspädagogische Bildungsmaterialien |
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Wie lassen sich Open Educational Resources finden? Dieser Beitrag erläutert die verschiedenen Plattformtypen der OER-Landschaft – von Suchmaschinen über Repositorien und Referatorien bis hin zu fachspezifischen, religionspädagogischen Angeboten. Dabei wird aufgezeigt, wie Plattformlogiken, Metadaten und Formen der Qualitätssicherung die Auffindbarkeit, Nutzung und Weiterentwicklung offener Bildungsmaterialien beeinflussen und warum interoperable Infrastrukturen für die Zukunft von OER immer wichtiger werden. | offen-und-doch-schwer-auffindbar-oer-plattformen |
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Wo lassen sich OER überhaupt finden? Gerade für Religionslehrkräfte, Dozierende, Multiplikator:innen und weitere Praktiker:innen ist die Orientierung in der digitalen Materiallandschaft nicht immer einfach. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Plattformen, über die OER bereitgestellt, gesucht und verbreitet werden. Im Internet existiert eine Vielzahl solcher Plattformen mit unterschiedlichen Nutzungsoberflächen und Formen der Qualitätssicherung. Nicht alle Materialien sind eindeutig als OER gekennzeichnet und nicht auf allen Plattformen finden Qualitätssicherungsprozesse statt.
Der vorliegende Beitrag gibt einen exemplarischen Überblick über zentrale Plattformen mit einem näheren Fokus auf religionspädagogische Bildungsmaterialien. Desweiteren wird diskutiert, wie Metadatenstandards und interoperable Infrastrukturen für die Zukunft offener Bildungsmaterialien immer wichtiger werden.
1. OER finden: Plattformtypen und ihre Logiken
Wer nach OER im Internet sucht, bewegt sich durch ein vielschichtiges digitales Ökosystem. Plattformen eröffnen hierbei nicht nur Zugänge zu Bildungsmedien, sondern strukturieren diese Zugänge zugleich mit. Sie vermitteln zwischen Anbietenden und Suchenden und legen bestimmte Nutzungswege über Kategorien, Metadaten, Suchmasken und Benutzeroberflächen nahe (vgl. Leineweber/ Hofhues/ Lucke & Schütz 2015, S.23–26). Standardisierte Metadaten sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass offene Bildungsressourcen plattformübergreifend recherchierbar und in unterschiedlichen Suchmaschinen ausgespielt werden können. Die gewählten Metadaten legen fest, welche Eigenschaften eines Materials maschinell erfassbar und auffindbar werden. Metadaten stellen damit Sichtbarkeit her, reduzieren aber dadurch auch Bildungsangebote auf vorab definierte Merkmale (vgl. Richter & Allert 2025, S. 334–336).
OER verteilen sich auf verschiedene Suchmaschinen, Repositorien und referenzierende Plattformen – jede mit eigener Logik, eigenen Zugangswegen und unterschiedlichen Formen der Qualitätssicherung. Manche Angebote prüfen Materialien redaktionell, andere setzen auf algorithmische Vorschlagsysteme oder Kuratierung durch weitere Nutzer:innen. Personen, die Materialien bereitstellen oder selbst suchen, sollten die unterschiedlichen Plattformtypen kennen, die dahinterliegende Logiken verstehen und die Potenziale wie auch Grenzen für die Bereitstellung und Suche von OER einschätzen können.
Mit Blick auf OER-Plattformen können zwei grundlegende Strukturformen voneinander unterschieden werden:
• Repositorien (Speicher- und Veröffentlichungsplattformen)
Repositorien ermöglichen das Hochladen eigener Materialien, bei denen OER dauerhaft gespeichert, archiviert und zitierfähig gemacht werden.
• Referatorien (Referenz- und Verzeichnisplattformen)
Referatorien fungieren in erster Linie als Aggregatoren, d.h. sie verlinken auf bereits extern veröffentlichte Materialien, ohne selbst Hosting-Strukturen bereitzustellen. In solchen Fällen muss das Material zuvor auf einer anderen Plattform bzw. einem Repositorium veröffentlicht worden sein.
2. Allgemeine Suchforen: Hohe Reichweite, geringe Strukturierung
Plattformen wie YouTube und Google sind für viele Lehrende der erste Anlaufpunkt bei der Materialsuche. Sie bieten eine große Vielfalt an Bildungsinhalten und ermöglichen über Creative-Commons-Filter auch die gezielte Suche nach offen lizenzierten Materialien. Gleichzeitig sind diese Plattformen keine spezifischen OER-Infrastrukturen. Ihre Logik orientiert sich an Reichweite und Sichtbarkeit, nicht an pädagogischen und fachdidaktischen Standards oder konsistenter Lizenztransparenz. Entsprechend eignen sie sich vor allem zur Inspiration und ersten Orientierung, erfordern jedoch eine sorgfältige rechtliche, fachliche und didaktische Prüfung der gefundenen Materialien. Für den religionspädagogischen Bereich kann man hier schnell fündig werden. Allerdings fehlen häufig didaktische Hinweise sowie eine klare Einordnung der Lerninhalte in Kompetenzen oder Lehrcurricula.
3. OER-Suchmaschinen: Materialien vernetzen und auffindbar machen
Spezialisierte OER-Suchmaschinen bündeln frei zugängliche Materialien aus unterschiedlichen Quellen. Dabei reicht das Spektrum von reinen Suchinstrumenten bis hin zu kuratierten Plattformen mit Community-Elementen. Z.B. liefert Openverse etwa die Möglichkeit zur gezielte Suche nach frei lizenzierten Bildern und Audiodateien, differenziert nach Lizenztyp, Nutzungsmöglichkeiten und Quelle.
WirLernenOnline verbindet Funktionen einer OER-Suchmaschine mit Elementen einer Community-Plattform. Materialien lassen sich differenziert nach Fächern und Bildungsstufen recherchieren und werden durch Fachredaktionen kuratiert, die eine erste fachliche und didaktische Qualitätsorientierung bieten.
Qualitätsorientierung bieten. Getragen wird das Projekt von Wikimedia Deutschland und edu-sharing.net e.V. Die Plattform richtet sich an eine breite Bildungslandschaft – vom Elementarbereich über Schule und berufliche Bildung bis hin zur Hochschule und Erwachsenenbildung. Strukturell kombiniert sie repositoryartige und referatorische Funktionen: Materialien können sowohl vorgeschlagen als auch eigene OER über Beteiligungsfunktionen veröffentlicht werden. Neben offen lizenzierten Materialien finden sich jedoch auch frei zugängliche Ressourcen ohne offene Lizenz. Für das Fach Religion weist die Plattform mit über 16.000 Materialien eine hohe fachliche Passung auf; eingereichte Inhalte werden vor der Veröffentlichung durch eine Fachredaktion geprüft.
ELIXIER fungiert als metadatengestützte Infrastruktur für Bildungsmedien und bündelt die Angebote der Landesbildungsserver, des Deutschen Bildungsservers sowie weiterer Partner in einer zentralen Suchoberfläche. Die Materialien werden auf der Plattform nicht gespeichert, sondern entsprechend den jeweiligen Originalquellen im Sinne eines Referatoriums verlinkt. Mithilfe standardisierter Metadaten – etwa zu Fach, Bildungsstufe, Medientyp oder Lizenz – können die Materialien gezielt recherchiert und nach OER gefiltert werden. Die Aufnahme in ELIXIER erfolgt auf Grundlage einer redaktionellen Auswahl der beteiligten Bildungsserver und Partner. Dies ersetzt jedoch nicht die fachdidaktische und curriculare Prüfung der Materialien im jeweiligen Unterrichtskontext. Auch religionspädagogische Bildungsmedien sind über ELIXIER zugänglich, bedürfen jedoch einer religionsdidaktischen Bewertung hinsichtlich ihrer Eignung für den jeweiligen Unterricht.
Der Open Educational Resources Search Index OERSI ist eine Suchmaschine für offene Bildungsmaterialien im Hochschulbereich und wird seit 2020 gemeinsam vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen und der Technischen Informationsbibliothek betrieben. Als Referatorium bündelt die Plattform nationale und internationale OER aus unterschiedlichen Repositorien und macht sie über standardisierte Metadaten zentral recherchierbar. OERSI übernimmt damit eine zentrale Vernetzungsfunktion innerhalb der deutschsprachigen OER-Infrastruktur. Für Lehrinhalte im Fach Theologie bzw. Religionspädagogik ist die Auswahl noch immer überschaubar. Hier steht aktuell eine überschaubare, aber wachsende Auswahl zur Verfügung, wohingegen die Philosophie deutlich stärker vertreten ist. Eine redaktionelle Prüfung der Inhalte erfolgt nicht. OERSI übernimmt und vereinheitlicht Metadaten aus angeschlossenen Repositorien; für die inhaltliche und didaktische Qualität sind die Herkunftsportale bzw. die jeweiligen Autor:innen verantwortlich.
4. Repositorien und OER-Plattformen: Strukturierung und Qualitätssicherung
Repositorien und spezialisierte OER-Plattformen bieten übersichtliche Sammlungen offen lizenzierter Materialien. Im Unterschied zu allgemeinen Plattformen arbeiten sie mit standardisierten Metadaten, Filteroptionen sowie oftmals, allerdings nicht immer, mit redaktionellen und/oder communitybasierten Qualitätsmerkmalen.
Das ZOERR – das zentrale Repositorium für OER in Baden-Württemberg – ermöglicht Publikation, Austausch und Bearbeitung von Materialien für die Hochschullehre; redaktionelle Prüfprozesse bieten eine erste Qualitätsorientierung.
twillo verbindet Materialbereitstellung mit rechtlicher Beratung und Unterstützungsangeboten zur Erstellung offener Bildungsressourcen. Die Plattform ist das niedersächsische Portal für OER in der Hochschullehre und richtet sich vor allem an Lehrende. Neben der Bereitstellung und Recherche von OER bietet sie Informationen zu rechtlichen Grundlagen, Vernetzungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zur Erstellung offener Bildungsmaterialien. twillo verbindet letztlich Repositoriums- und Referatoriumsfunktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als Verlinkungen vorgeschlagen werden. Materialien für die theologische Hochschullehre sind ebenfalls im begrenzten Umfang vorhanden.
[ORCA.nrw]https://www.orca.nrw/) ist das Landesportal für Studium und Lehre in NRW und bietet ein Repositorium mit Uploadformular, über das Lehrende eigene OER einstellen können. ORCA.nrw fungiert als Repositorium und als Portal, das über den integrierten OERSI‑Suchindex referatorisch auf weitere Repositorien verweist. Beratungs- und Serviceangebote zu rechtlichen Fragen zur Qualitätssicherung und OER-Produktion komplettieren das Angebot. Aktuell sind noch wenige Materialien für den religionsbezogenen Bereich bei [ORCA.nrw]https://www.orca.nrw/) zu finden.
Das internationale OER-Repositorium OER Commons kann als „public digital library of open educational resources“ siehe Homepage bezeichnet werden. Hier können OER publiziert, recherchiert und kollaborativ weiterentwickelt werden. Differenzierte Filter, Metadaten und integrierte Werkzeuge zur gemeinsamen Bearbeitung laden Nutzende dazu ein, die Materialien zu adaptieren und weiterzu entwickeln. Thematische Hubs bündeln Materialien zu bestimmten Themen oder Fachbereichen und bieten kuratierte Einstiege, über die Lehrende OER finden und weiterentwickeln können. Religion wird bei OER Commons „Arts and Humanities“ zugewiesen und wird dort zusammen mit weiteren geisteswissenschaftlichen Disziplinen, häufig auch in Verbindung mit Philosophie, geführt. Die Auswahl dezidiert religiöser Bildungsmedien ist damit überschaubar. Eine fachliche Qualitätsprüfung findet nicht statt.
Die Plattform MUNDO wird als offene Bildungsmediathek der Bundesländer betrieben und durch das FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht realisiert. Sie richtet sich an unterschiedliche Bildungsstufen vom Elementarbereich bis zur beruflichen Bildung und kombiniert repositoryartige und referatorische Funktionen: Materialien können sowohl hochgeladen als auch als externe Ressourcen vorgeschlagen werden. Eingereichte Materialien werden von der MUNDO-Redaktion geprüft und freigegeben, eine spezifische fachwissenschaftliche Begutachtung ist jedoch nicht ausgewiesen. Für das Fach Religion ist die Auswahl derzeit noch überschaubar. Neben religionsbezogenen Materialien finden sich auch Inhalte aus Ethik und Philosophie.
Die Plattform ZUM-Unterrichten wird von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet betrieben und richtet sich vor allem an den schulischen Bereich der Sekundarstufen I und II. Ein Hochladen eigener Materialien ist nicht möglich, Nutzende können ausschließlich in der Wiki-Struktur bearbeiten und mitwirken. Damit nimmt ZUM-Unterrichten eine Sonderstellung ein und kann als kollaborative OER-Plattform mit repositoryartigem Charakter verstanden werden. Die Qualitätssicherung erfolgt communitybasiert, d.h. Nutzer:innen können Inhalte bearbeiten und weiterentwickeln. Für das Fach Religion ist die Auswahl derzeit begrenzt, da sich das Angebot auf eine vergleichsweise kleine Zahl von Themenseiten konzentriert.
5. Fachspezifische Plattformen: Religionspädagogische Materialien
Neben fachübergreifenden Infrastrukturen existieren Plattformen, die sich gezielt auf die Bereitstellung von OER innerhalb eines bestimmten Fachbereichs spezialisieren, so natürlich auch für das Fach Religion bzw. für außerschulische religiöse Bildung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Anschlussfähigkeit von OER an spezifische Anforderungen religiöser Bildungsprozesse.
Eine zentrale Plattform im deutschsprachigen Raum ist rpi-virtuell. Der dortige Materialpool fungiert als referatorische Suchmaschine für Unterrichtsmaterialien, Praxisimpulse, Fachinformationen und Materialien für Kita, Schule, Gemeinde und Hochschule Die Materialien können nach Schulformen, Themen, Autor:innen und Kontext gefiltert werden. Die Plattform richtet sich insbesondere an pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte, Multiplikator:innen, kirchliche Bildungsakteur:innen und Hochschuldozierende. Ein Teil der Materialien ist offen lizenziert und damit als OER nachnutzbar. Materialhinweise können zur Veröffentlichung bei rpi-virtuell eingereicht werden. Die Beiträge werden durch eine religionspädagogische Fachredaktion gesichtet, verschlagwortet und kontextualisiert, sodass eine erste Qualitätskontrolle gewährleistet ist. Eine vertiefte fachliche und curriculare Prüfung ist weiterhin in der Verantwortung der Nutzenden.
Auch rpi-loccum stellt über einen eigenen Materialpool eine Auswahl an religionspädagogischen Materialien für den Elementarbereich, Religionsunterricht von Grundschule bis Sek I und II, Förderschule, Berufsschule sowie Schulseelsorge und Gemeindepädagogik bereit. Diese sind nach Themenfeldern, Altersstufen und didaktischen Zugängen strukturiert. Die Materialien greifen auf Artikel des Loccumer Pelikan zurück und sind daher urheberrechtsgeschützt, allerdings finden sich wenige Ausnahmen, die mit CC-Lizenzen ausgestattet sind. Die thematische Bündelung und redaktionelle Aufbereitung tragen zu einer ausgewiesenen Qualität bei.
Aktuell befindet sich die ehemalige Materialseite von rpp-katholisch im Aufbau zur neuen Projektseite EDUKATH.DE, die zeitnah online gehen soll. Die Plattform stellt Materialien für die Gestaltung des Religionsunterrichts und die religiöse Bildungsarbeit zur Verfügung. Ein Teil der Materialien soll auch als OER bereitstehen. EDUKATH.DE zielt darüber hinaus auch darauf, Religionspädagog:innen untereinander und mit den religionspädagogischen und katechetischen Einrichtungen in den Diözesen zu vernetzen.
6. Fazit: Plattformlogiken und Herausforderungen
Die Übersicht über unterschiedliche OER-Plattformen macht deutlich, dass sich ein vielfältiges Spektrum an Plattformtypen unterscheiden lässt, über die offene Bildungsmaterialien recherchiert und verbreitet werden können. Diese Plattformen verfolgen jeweils unterschiedliche Zielsetzungen und Formen der Qualitätssicherung. Für eine reflektierte Nutzung im religionspädagogischen Kontext ist es daher notwendig, ihre jeweilige Plattformlogik zu kennen und ihre Potenziale ebenso wie ihre Grenzen mitzudenken.
Dabei zeigt sich ein zentrales Strukturproblem der OER-Landschaft: Weniger der Mangel an Materialien stellt derzeit die größte Herausforderung dar, als vielmehr – insbesondere im religionspädagogischen Bereich – ihre fehlende Auffindbarkeit. Zwar ist das Angebot an offenen Bildungsmaterialien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, zugleich ist die Landschaft jedoch stark fragmentiert und vielen Lehrenden sowie Praktiker:innen noch immer nur begrenzt bekannt. Repositorien entstehen häufig dezentral an Hochschulen, in Bundesländern oder in projektförmigen Kontexten. Sie nutzen unterschiedliche Metadatenstandards und sind technisch nur eingeschränkt interoperabel. Dadurch verbleiben viele offen lizenzierte Materialien in isolierten Silos und sind außerhalb ihres jeweiligen Ursprungsökosystems nur schwer auffindbar (vgl. Otto/Kerres 2022).
Offenheit im lizenzrechtlichen Sinne garantiert daher noch keine strukturelle Offenheit im digitalen Raum. Plattformen sind keine neutralen Behälter für Bildungsmedien. Ihre technischen Strukturen, Ordnungsmodelle und Benutzeroberflächen prägen mit, welche Materialien sichtbar werden, wie sie kategorisiert sind und welche Formen der Nutzung nahegelegt werden (vgl. Hofhues/Schütz 2025, 11–14).
Fehlende Schnittstellen oder uneinheitliche Metadaten können als Schließmechanismen wirken und die Reichweite der Materialien stark begrenzen, selbst dann, wenn diese formal frei zugänglich sind. Für religionspädagogische Bildungsmaterialien zeigt sich darüber hinaus eine besonders heterogene Plattformlandschaft. Zwischen Repositorien und Referatorien, schulischen Mediatheken, inhaltlich spezialisierten Materialpool und hochschulbezogenen Suchmaschinen existieren unterschiedliche Metadatenformulare und Formen der Qualitätssicherung. Nicht alle Plattformen arbeiten ausschließlich mit offen lizenzierten Materialien und nicht alle verfügen über fachliche Redaktionen.
Für Nutzer:innen bedeutet dies, dass die Auswahl geeigneter OER weiterhin eine deutlich reflektierte Urteilskraft erfordert. Neben der fachlichen Passung für den eigenen Kontext spielen die ausgewiesenen Lizenzen, redaktionelle Prüfverfahren seitens der Plattform sowie die nachhaltige Bereitstellung und Auffindbarkeit der Materialien eine wichtige Rolle. Orientierung können hierbei auch die im FOERBICO-Projekt entwickelten Qualitätskriterien bieten.
Aktuelle Entwicklungen machen deutlich, dass es nicht noch weitere Plattformen bedarf, sondern dass die Weiterentwicklung der OER-Landschaft künftig in der stärkeren Vernetzung bestehender Infrastrukturen liegt. Gemeinsame Metadatenstandards und interoperable Schnittstellen könnten dazu beitragen, die Sichtbarkeit, Nachnutzbarkeit und langfristige Verfügbarkeit offener Bildungsmaterialien deutlich zu verbessern. Einen solchen Ansatz verfolgt beispielsweise Edufeed, eine derzeit im Kontext religionspädagogischer OER-Communitys entwickelte Infrastruktur auf Basis des offenen Nostr-Protokolls. Anders als klassische Repositorien oder Referatorien stellt Edufeed keine weitere Materialplattform bereit, sondern zielt darauf, bestehende OER-Angebote plattformübergreifend miteinander zu vernetzen. Qualität soll hier durch die kollaborative Weiterentwicklung und die Vernetzung bestehender Qualitätsstrukturen unterstützt werden. Obwohl Edufeed fachübergreifend konzipiert ist, verdeutlicht das Projekt exemplarisch, wie interoperable Infrastrukturen dazu beitragen können, das Potenzial offener Bildungsressourcen – auch für die religionspädagogische Praxis – nachhaltiger auszuschöpfen.
Literatur
Bildnachweis
Titelgrafik: Humaaans von Pablo Stanley, lizenziert unter CC0 1.0.