description: Lichtmomente im Advent- Digitale Erfahrungsräume als Schnittstelle von Religionspädagogik, Wissenschaft und Praxis gestaltet von Corinna Ullmann (Comenius-Institut) und Lara Gotthard (ETH - TU Dortmund) im Instagramformat.
title: 'Instagram als religionspädagogischer Lernort'
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Erkenntnisse aus dem Gespräch von Corinna Ullmann (Comenius-Institut) und Lara Gotthard (ETH - TU Dortmund) über religiöse Kommunikation in digitalen Räumen.
Digitale Erfahrungsräume als Schnittstelle von Religionspädagogik, Wissenschaft und Praxis
Im Advent suchen Menschen traditionell nach Licht – nach Momenten, die Wärme, Orientierung und Hoffnung vermitteln. Diese Suchbewegung vollzieht sich heute jedoch nicht mehr ausschließlich in analogen Unterrichtsmaterialien. Gerade im digitalen Raum greifen Lehrkräfte zunehmend auf Impulse zurück, die ihnen theologisch fundierte und zugleich praxisnahe Anregungen bieten. Plattformen wie Instagram, Blogs oder kurze audiovisuelle Formate eröffnen dabei neue Zugänge für religiöse Bildungsprozesse.
Mit der Reihe #Lichtmomente entwickeln rpi-virtuell und das NT Dortmund drei kompakte Adventsimpulse im Instagram-Format. Sie verbinden wissenschaftlich fundierte theologische Inhalte mit didaktischer Reduktion, ästhetischen Zugängen und digitaler Narration.
Der Advent wird damit zu einem exemplarischen Ort des Transfers:
zwischen wissenschaftlicher Reflexion und schulischer Praxis,
zwischen biblischer Tradition und gegenwärtigen Medienformen,
zwischen religiöser Kompetenzentwicklung und ästhetischem Lernen im digitalen Raum.
## Warum digitale Räume für Religionspädagogik wichtig sind
Es ist ein Ort, an dem Fachwissen geteilt, weitergedacht und gemeinsam gestaltet werden kann – gerade im Advent, wenn viele Lehrkräfte schnell nach Ideen greifen, die zugleich fachlich belastbar und ästhetisch ansprechend sind.
nt.evangelisch_tudortmund zeigt: Der digitale Raum kann Lernort sein, ästhetische Werkstatt, spiritueller Impuls und Austauschfeld zugleich.
Die Reihe umfasst drei kurze Instagram-Impulse, die jeweils ein klassisches Advent-/Weihnachtsthema aufgreifen und als kreative, offene Lernanregung gestaltet sind.
Jeder Post funktioniert als Story-Starter:
ein Element, das Funken schlägt — und das Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene weiterdenken, remixen, kommentieren oder im Unterricht aufgreifen können.
Der erste Impuls beginnt mit einem für die Adventszeit zentralen Text: Jesaja 9,1–6.
Der Prophet spricht in eine Zeit politischer Unsicherheit, sozialer Spannungen und kollektiver Angst hinein. Die Menschen, an die er sich richtet, „wandeln im Finstern“.
Gerade deshalb entfaltet seine Verheißung eine besondere Kraft:
„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein helles Licht.“
Diese Zusage ist kein Vertröstungsversprechen, sondern eine theologische Gegenrede zur Erfahrung von Bedrängnis. Sie markiert den Beginn einer Hoffnung, die nicht von stabilen äußeren Bedingungen ausgeht, sondern von Gottes Zuwendung.
In der religionspädagogischen Umsetzung wird der Text zum Ausgangspunkt für einen Poetry-Slam:
Die Lernenden bringen ihre eigenen Erfahrungen von Dunkelheit und Hoffnung in poetische Sprache ein. So entsteht ein Resonanzraum, in dem biblische Worte und persönliche Lebenswelt miteinander in Dialog treten. Die Jugendlichen formulieren ihre Deutung – und entdecken, dass biblische Hoffnung in belasteten Situationen entstehen kann.
Im zweiten Impuls begeben sich die Lernenden bewusst auf Spurensuche: Wo taucht Licht in den Weihnachtsgeschichten auf – und welche Funktion hat es dort?
Dafür werden zwei Textausschnitte gegenübergestellt und in Einzelarbeit in zwei Gruppen (A und B) erarbeitet.
Mit der Methode der Bibel-Spurensuche markieren die Lernenden zunächst ihren jeweiligen „Lichtmoment“ im Text.
Der dritte Impuls „Ich bin das Licht der Welt.“ (Joh 8,12) soll den Lernenden verdeutlichen, Weihnachten ist kein lokales Ereignis, sondern ein globales Lichtgeschehen.
Die Lernenden betrachten eine Weltkarte (analog oder digital) und markieren Orte, an denen heute Licht aufscheint:
Die Reihe #LichtMomente zeigt, wie digitale Medien ein theologisches Thema nicht oberflächlich verkürzen, sondern ästhetisch vertiefen können. Instagram wird zum Lernort, der Bilder, Worte und Symbole zusammenführt. Die Verbindung von biblischer Tradition, wissenschaftlicher Theologie, didaktischer Reduktion und digitaler Narration eröffnet neue Wege für religionspädagogische Prozesse.
Was hier sichtbar wird, ist ein exemplarischer Transferraum:
Wissenschaftliche Inhalte werden für die Praxis aufbereitet, ohne inhaltliche Tiefe einzubüßen. Lehrkräfte erhalten Impulse, die sie unmittelbar in ihren Lerngruppen einsetzen können. Und Lernende erfahren religiöse Sprache in einer Form, die ihre Lebenswelt ernst nimmt.
Audioaufnahmen bieten eine kreative Möglichkeit, Unterricht lebendig zu gestalten: Podcasts, Hörspiele, Interviews oder Reflexionen lassen sich schnell produzieren und machen Lerninhalte nachhaltig erlebbar. Gleichzeitig müssen Lehrkräfte beim Umgang mit Schülerdaten die DSGVO beachten und Tools mit klaren Lizenzbedingungen einsetzen.
| **Book Creator** | Browser, iOS / Android App | Alle Altersgruppen, Projektarbeit, E-Portfolios | Direktaufnahme in Buch / Seite einfügen | Multimedial, individuelles Portfolio, Feedback möglich | Speicherung lokal oder schulinterne Cloud → DSGVO-konform; Veröffentlichung nur mit Einwilligung |
Audioaufnahmen sind ein kraftvolles Werkzeug im Unterricht, um Kreativität, Sprache und Reflexion zu fördern. Mit den richtigen Tools, klaren Regeln und Beachtung der DSGVO können Lehrkräfte Projekte sicher und datenschutzkonform durchführen.
Die drei Lichtmomente laden dazu ein, sowohl biblische Texte als auch ästhetische Lernformen neu zu entdecken.
Ob in poetischen Sprachen, in visueller Spurensuche oder in liturgischen Symbolhandlungen – das Lichtmotiv des Advents erweist sich als besonders geeignet, die Frage nach Hoffnung, Orientierung und Deutungskraft religiöser Tradition in die Gegenwart zu übertragen.
Der Account [@nt.evangelisch_tudortmund](https://www.instagram.com/nt.evangelisch_tudortmund/) zeigt beispielhaft, wie Theologie digital sichtbar wird - niedrigschwellig, inspirierend, partizipativ.